Den Schnecken auf den Schleim gegangen - Radiogeschichte

Schneckenstation im Museum König

Den Schnecken auf den Schleim gegangen - Radiogeschichte

Schnecken sind richtige Zauberkünstler: Sie beherrschen Tricks und haben Fähigkeiten, denen Forscher zu gerne auf die Schliche kämen. Eine Radiogeschichte über trickreiche Tiere und findige Forscher.

Den Schnecken auf der Spur

Den Schnecken auf den Schleim gegangen - Radiogeschichte

KiRaKa - Kinderhörspiel im WDR | 19.03.2018 | 50:00 Min.

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Supertricks von Schnecken und anderen Tieren - Bilder zur Radiogeschichte

Viele Tiere sind wahre Zauberkünstler. KiRaKa-Reporterin Julia Muth hat versucht, Ihnen auf die Schliche zu kommen. Bilder von den Ausflügen und den Tieren, um die es geht, findet ihr in dieser Galerie.

Gecko am Baum

Der Gecko hat kein Problem damit, kopfüber den Baum runter zu klettern. Sein Supertrick: Unter den Füßen besitzt er feinste Härchen, mit denen er am Baum festklebt. Deshalb stürzt er nicht ab. Das würden Menschen auch gerne können - klappt bisher aber noch nicht.

Der Gecko hat kein Problem damit, kopfüber den Baum runter zu klettern. Sein Supertrick: Unter den Füßen besitzt er feinste Härchen, mit denen er am Baum festklebt. Deshalb stürzt er nicht ab. Das würden Menschen auch gerne können - klappt bisher aber noch nicht.

Hier hat das Nachahmen der Natur geklappt: Der Ingenieur George de Mestral hat nach einem Spaziergang mit seinem Hund viele Kletten aus dessen Fell entfernt. Dabei kam ihm die Idee, die Klette zu kopieren und er erfand den Klettverschluss.

In der Hans-Alfred-Keller-Grundschule in Siegburg steht Sachkunde auf dem Stundenplan: Zwei Wochen lang haben die Kinder dort im Unterricht Schnecken untersucht und viele Experimente mit ihnen gemacht. Auf dem Bild probieren sie gerade aus, wie schnell eine Schnecke "rennen" kann.

Vom Schneckenhaus haben wir Menschen die Wendeltreppe abgeguckt.

Im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn arbeiten viele Forscher daran, den Tieren und ihren Supertricks auf die Schliche zu kommen.

Eine Schrankwand voller Schnecken wartet in der "Schneckenabteilung" des Museum König darauf erforscht zu werden. Bisher gibt es schon mehr als 100.000 bekannte Schneckenarten und dauernd werden neue entdeckt.

Die Biologin Dr. Carola Greve arbeitet im Team der Schneckenforscherin Professor Dr. Heike Wägele. Im Labor entnimmt sie den Schnecken kleinste Mengen Zellflüssigkeit und untersucht sie dann gründlich.

Der Star unserer Geschichte ist diese Schnecke: Sie heißt Elysia timida und sitzt vorne links im Glas. Mit bloßem Auge ist die winzige Schnecke kaum zu erkennen - wie gut, dass es Mikroskope gibt. In dem hinteren Behälter sind Algen, die sie gerne frisst.

Die Schneckenzuchtstation mit vielen Spezialgeräten

Vorne wird Luft ins Wasser gepumpt und die Becher im Hintergrund leuchten so hell, weil sie mit Starklicht beschienen werden.

Die Kinderreporter Julius, Kaspar und Alessandros sind total begeistert von der Schneckenzucht.

Elysia timida heißt übersetzt "die Geflügelte Furchtsame". In ihren Flügeln kann die winzige Schnecke grüne Pflanzenfarbstoffe einlagern. Das ist genial, denn: In Notzeiten, wenn Elysia timida keine Algen zum Fressen findet, lebt sie scheinbar wie eine Pflanze. Ihre Chloroplasten werden nicht im Magen verdaut, sondern in der Schnecke eingelagert und betreiben dort Fotosynthese - so wie vorher in der Alge, bevor sie gefressen wurden. Das heißt: Mit Hilfe der Chloroplasten kann die Schnecke offenbar aus Licht Stärke produzieren und Energievorräte anlegen.

Wir Menschen können keine Chloroplasten einlagern. Wenn wir einen Salat essen, verdauen wir ihn komplett - mit allen grünen Chloroplasten. Hier stellt sich die Wissenschaftlerin Dr. Carola Greve vor, wie es wäre, wenn wir die Chloroplasten einlagern könnten. Nach dem Salatessen wären wir ziemlich grün anzusehen. Ist natürlich nur ein Supertrick der Bildbearbeitung.

So sieht Elysia timida unterm Mikroskop aus. In Wirklichkeit ist die Schnecke gerade mal so groß wie ein halber Fingernagel.

Hier geht's ins Speziallabor: Darin darf man nicht essen, nicht telefonieren und muss auch sonst sehr vorsichtig sein.

Mit diesen Pipetten können die Forscher kleinste Mengen Flüssigkeit entnehmen.

Wenn jemand im Labor aus Versehen mit gefährlichen Stoffen in Berührung kommt, muss er sich sofort waschen können: mit dieser Notfalldusche zum Beispiel.

Hier geht es ins Deutsche Museum Bonn: Darin gibt es viel Technik zu sehen, die Wissenschaftler sich in der Natur abgeschaut haben.

Dank seiner Stromlinienform kommt dieser Pinguin im Wasser schnell voran.

Der Krake hat eine Menge Saugnäpfe unter seinen Tentakeln. Dank seinem Vorbild, gibt es auch in unserem Alltag Saugnäpfe - als Handtuchhalter zum Beispiel.

Wenn der Krake fliehen muss, verändert er seine Form und saust stromlinienförmig superschnell durchs Meer.

Vor dem Deutschen Museum in Bonn steht dieser Transrapid: Dieser Schnellzug ist auch ein gutes Beispiel für die hohe Geschwindigkeit, die man durch die Stromlinienform erreichen kann.

Im Deutschen Museum gibt es immer wieder Tüfteltage und Papierpiloten-Workshops. Beim Falten von Papierfliegern lernen Kinder dabei, wieso manche Formen besser fliegen als andere.

Die Modelle, die gut in der Luft gleiten, sind verschieden. Wichtig ist aber bei allen Papierfliegern, dass sie ganz korrekt gefaltet sind und das vor allem an den Ecken - sonst stürzen sie ab.

Die Technik des Fliegens haben Wissenschaftler bei vielen Tieren abgeguckt. Die leicht gebogene Flügelform des Storches spielt in der Flugtechnik auch eine große Rolle.

KiRaKa-Reporterin Julia Muth ist diesen Tieren,Tierchen und ihren Tricks auf der Spur: Sie hat Kinder besucht, die zwei Wochen lang Schnecken gesammelt und im Unterricht genau untersucht haben. Dabei kamen ganz unglaubliche  Ergebnisse heraus – Schnecken können nämlich viel mehr als man denkt.

Schnecken unterm Mikroskop

Das wissen auch die Schneckenforscher der Abteilung von Professor Dr. Heike Wägele am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn. Dort gibt es Forscher, die untersuchen seit Jahren die gleichen Schnecken und verstehen trotzdem noch nicht,  wie einige ihrer Tricks und Eigenschaften funktionieren. Was sie schon wissen, davon erzählen sie in dieser Geschichte.

Bionik: Eine Mischung aus Biologie und Technik

Fliegender Storch

Biologen und Techniker, die gemeinsam versuchen die Supertricks der Tiere nachzumachen und für ihre Erfindungen zu nutzen heißen Bioniker. Ihre Wissenschaft macht vor allem Lust auf eins: raus in die Natur zu gehen und Tiere zu beobachten, die dort vielleicht gerade einen ihrer Supertricks präsentieren.

Den Schnecken auf den Schleim gegangen:
Eine KiRaKa-Radiogeschichte
über trickreiche Tiere und findige Forscher
Von Julia Muth
Redaktion: Dorothee Wepler
Produktion WDR 2018

Stand: 27.02.2018, 12:43

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