Mütter gegen Gewalt: Demos als Türöffner für rechte Positionen?

Mütter gegen Gewalt: Demos als Türöffner für rechte Positionen?

Am Wochenende demonstrierten rund 200 Menschen unter dem Motto "Mütter gegen Gewalt" in Duisburg und Essen. Experten vermuten, dass sich dahinter Rechtsextreme verbergen.

Was sagt die Politik?

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) teilt diese Ansicht. Er sagte dem WDR, dass hinter solchen Demos oft "rechte oder rechtsextreme Gruppen" steckten, die die Veranstaltungen benutzten, um "Stimmung zu machen und Menschen zu sammeln".

Wer veranstaltet die Demos?

Die Gründerin von "Mütter gegen Gewalt" ist Iris Swoboda. Öffentlich nennt sich die 55-Jährige "Mona Maja". Sie spricht davon, dass Frauen nicht mehr angstfrei auf die Straße könnten, und behauptet, dass in Deutschland täglich Menschen "geschlachtet" würden. Auf Facebook soll sie Statistiken des BKA gepostet haben, die die "explodierende Gewalt gegen Frauen" belegen. Auf WDR-Nachfrage teilt das BKA aber mit: "Das Schaubild und die Berechnungen stammen nicht von uns."

Was sagen Extremismus-Experten?

Der Düsseldorfer Extremismusforscher Alexander Häusler sagt, Frauen hätten in der rechten Szene eine Türöffnerfunktion: "Sie wirken harmlos, demonstrieren für zunächst nachvollziehbare Anliegen. So können sie Unterstützer werben, die mit der rechten Szene nichts zu tun haben wollen." Dass die "Mütter Gegen Gewalt"-Gründerin zu den Demos homosexuelle Muslime einlädt und den in einem KZ getöteten Theologen Dietrich Bonnhoeffer zitiert, hält Häusler für "den Versuch, den Vorwurf rechtsradikal zu sein, zu entkräften".

Was sagt der Verfassungsschutz?

Der NRW-Verfassungsschutz teilt die Meinung des Extremismusforschers. Dafür spricht auch, dass zu einer ebefalls vermeintlich harmlosen Demo in Bottrop Anfang März bereits szenebekannte und teils vorbestrafte Neonazis gekommen waren, unter anderem der als "SS Siggi" bekannte Siegfried Borchardt. Gleichzeitig betont der Verfassungsschutz, dass die Zahl der Gewalttaten gegen Frauen seit Jahren konstant sei. Somit gebe es für die Aussagen der "Mütter gegen Gewalt" keine Belege.

Stand: 07.05.2018, 11:45