"Flugärger"-App hilft Passagieren 

Reisende in der Schalterhalle des Düsseldorfer Flughafens

"Flugärger"-App hilft Passagieren 

Von Martin Teigeler

  • Ministerin Heinen-Esser stellt neue Fluggastrechte-App vor
  • Verbraucherzentrale informiert über finanzielle Ansprüche
  • Nicht als Konkurrenz zu kommerziellen Anbietern geplant

Eine neue App soll Verbrauchern helfen, bei ausgefallenen oder verspäteten Flügen Entschädigung von den Airlines zu kassieren. NRW-Verbraucherministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) stellte am Montag (07.10.2019) in Düsseldorf die Fluggastrechte-App vor - gemeinsam mit Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucherzentrale NRW. Auch bei verpassten Anschlussflügen soll die App weiterhelfen.

Hilfe um Ansprüche durchzusetzen

Mit ein paar Klicks und Eingaben zum betreffenden Flug wird geprüft, ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht. Dann wird ein Schreiben an die Fluglinie erstellt, das per Post oder per Mail abgeschickt werden kann.

Die App "erleichtert es Passagieren, zu ihrem Recht zu kommen“, sagte Ministerin Heinen-Esser. Ab drei Stunden Flugverspätung haben Kunden nach der EU-Fluggastrechteverordnung in vielen Fällen Anspruch auf eine Entschädigung von 250 bis 600 Euro.

Klagewelle wegen Flugverspätung

WDR 5 Profit - aktuell 11.07.2019 03:53 Min. Verfügbar bis 10.07.2020 WDR 5

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Keine Konkurrenz zu Inkasso-Anbietern

Gerade bestimmte Billigflieger würden langsam oder gar nicht zahlen, sagte Schuldzinski zur bisherigen Zahlungsmoral der Airlines. Die neue App solle nicht in Konkurrenz zu privaten Anbietern treten, die als Inkasso-Unternehmen im Auftrag von Verbrauchern bei den Airlines Geld eintreiben - gegen teils hohe Gebühren. Vielmehr wolle man die "Eigeninitiative" der Verbraucher unterstützen. Im Klartext: Im Konfliktfall muss der Verbraucher seinen Anspruch ohne App-Hilfe durchsetzen.

Beratung auch direkt bei Verbraucherzentrale

Denn für den Fall, dass die Airline die Forderungen aus dem per App erstellten Anschreiben ablehnt, verweist die App die Nutzer an andere Stellen: zum Beispiel an die Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr (söp) oder an die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz. Enttäuschte Flugkunden können sich - gegen Gebühren ab 20 Euro - in Konfliktfällen auch von den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale helfen lassen.

App jetzt online

Die von der Verbraucherzentrale NRW entwickelte Flugärger-App (www.verbraucherzentrale.nrw/flugaerger-app) ist für IOS und Android unter der Suche "Flugärger" in den Stores abrufbar. Das Projekt wurde vom Land mit 250.000 Euro gefördert. Es ist laut Verbraucherzentrale NRW bundesweit das einzige nicht-kommerzielle Angebot dieser Art.

Bei überbuchten Flügen oder verlorenem Gepäck kann die App bisher nicht helfen.

Stand: 07.10.2019, 15:30

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