Der Westen - Paphos - Brunnen der Aphrodite

Blick über felsige Küste auf eine vorgelagerte Festung

Der Westen - Paphos - Brunnen der Aphrodite

Paphos

Die größte Stadt im Westen Zyperns ist Paphos. In den letzten 20 Jahren ist aus dem mittelalterlichen Dorf eine Stadt am Meer geworden, mit ganz eigenem Charme. 2017 war Paphos Kulturhauptstadt Europas. Touristisches Zentrum ist die breit ausgebaute Hafenpromenade, da liegen aber gefühlt immer noch mehr Fischkutter als Yachten. Ganz in der Nähe befindet sich der archäologische Park, der 1980 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Er enthält Monumente vom 2. Jhdt. v. Chr. bis zum Mittelalter. Besonders beeindruckend sind die gut erhaltenen Mosaikböden, die Szenen aus der griechischen Mythologie darstellen. 

Paphos hat zwei Gesichter: Unten am Meer sind die Straßen breiter und die Restaurants auf Touristen aller Art eingestellt. Aber schon auf der ersten Anhöhe dahinter werden die Straßen schmaler und kurviger und die Restaurants um Klassen besser, bodenständiger und günstiger. Da liegt auch die renovierte Altstadt. Der Unterschied zwischen austauschbaren Touristenmenüs (Burger, Pizza usw.) und herausragender einheimischer Küche ist auf Zypern sehr deutlich erfahrbar. Also: Ein bisschen Neugier wird belohnt. Das gilt natürlich nicht nur für den Westen, sondern für die ganze Insel. Grundsätzlich boomt der Tourismus im Westen Zyperns - auf Massentourismus setzende Bettenburgen gibt es hier nur vereinzelt. Dafür aber viel Natur und noch mehr Geschichte.

Antikes Mosaik, mehrere Figuren darstellend

Beeindruckende Mosaike im Archäologischen Park

Der Aphroditefelsen

Nach einer Legende soll Aphrodite hier aus dem Meer gestiegen sein. Heute würde sie wahrscheinlich woanders an Land gehen. Die Felsen sind zwar spektakulär und ein beliebtes Fotomotiv, aber der größte Teil des Strandes ist steinig, und 30 Meter hinter der Küste führt die Küstenstraße lang. Vorteil: Der Felsen ist sehr gut mit dem Auto zu erreichen.

Kiesstrand mit zwei herausragenden Felsmassiven

Der Aphroditefelsen: Einer Legende nach soll Aphrodite hier aus dem Meer gestiegen sein.

Königsgräber von Paphos

Für Reisende aus Deutschland ist ein Ort wie die Königsgräber eine Überraschung. Völlig unbehelligt kann man auf den antiken Treppen in die unterirdischen Tempel hinabsteigen. Hier wird auf einem Stein-Sarkophag posiert, dort legt man sich mal in eine Grabstätte hinein. So ein Spaziergang durch antike Ausgrabungsstätten wäre in Deutschland völlig unmöglich, da gäbe es überall Zäune. Doch die Zyprioten pflegen einen sehr gelassenen Umgang mit ihrer Historie. Und freuen sich über jeden, der sich für ihre Insel interessiert.

In roten Fels gehauenen Grabkammern

Die Königsgräber von Paphos

Wanderung durch die Avakas Schlucht

Die Avakas-Schlucht liegt nördlich von Paphos. Die Anfahrt ist ein Fest für die Augen und ein Test für die Federung des Mietwagens. Denn die Schlaglöcher auf der einzigen Zufahrt sind sehr tief. Und auf einer Seite geht es sehr steil bergab. Die Wanderung selbst beginnt einfach und unspektakulär, gewinnt aber deutlich an Schönheit, wenn man einmal den Fluss erreicht hat, der im Sommer zum schmalen Bach wird. Dann geht es mal auf dieser, mal auf der anderen Seite entlang, immer tiefer in die Schlucht hinein, in die sich der Fluss über die Jahrtausende hineingefressen hat. Rutschfestes Schuhwerk braucht man, wenn man auf den nassen Steinen entlang balanciert. Wer nicht am Ende der Schlucht hinaufklettern will, sondern wieder zurückgeht, muss keine besondere Steigungen erwarten. Vorsicht nach starken Regenfällen, da kann der Fluss schnell ansteigen und den Rückweg versperren.

Blick über einen Wasserlauf auf einen schmalen Durchgang zwischen hohen Felswänden

Eine Wanderung durch die Avakas Schlucht sollte man bei Regen vermeiden.

Die Akamas-Halbinsel

Der westlichste Punkt Zyperns ist eine Halbinsel mit vielen endemischen Pflanzenarten, Wanderwegen und spektakulären Ausblicken aufs Meer. Hier liegt auch die bekannteste Felsenbadebucht der Insel, die „blaue Lagune“.

Blick durch hellblaues Meerwasser auf den Meeresgrund

Kristallklares Wasser in den Buchten vor der Akamas-Halbinsel

Die Anfahrt führt über Latchi, einen kleinen Küstenort mit eigenem Hafen. Von hier aus kann man auch Rundfahrten mit dem Boot buchen. Für eine kurze Wanderung bietet sich der Weg zum Brunnen der Aphrodite an. Die kann man bei jedem Wetter machen, auch bei großer Hitze, und dauert nur 15 Minuten.

Wasserbecken von Felsen umgeben, darüber ein stärkerer Ast

Der Fußmarsch zum Brunnen der Aphrodite dauert nur 15 Minuten.

Der Aphrodite nature trail geht mitten hinein in das Akamas Naturschutzgebiet; man kann ihn auch zu einer mehrtägigen Wanderung erweitern. Die Adrenalin-Variante: mit einem Dünenbuggy - nichts für Menschen mit Rückenleiden.

Andreas Papayianni hält ein Weinglas in der Hand

Der Architekt Andreas Papayianni kennt sich in der Region gut aus.

Andrea Grießmanns Begleiter im Westen der Insel ist der Architekt Andreas Papayianni. Er hat lange in Würselen gearbeitet und ist dann zurück auf die Insel gezogen. Er lebt in Stroumpi, nördlich von Paphos. Andreas kennt jeden Zentimeter im Westen Zyperns, und am liebsten ist er draußen in der Natur unterwegs und sammelt wilden Spargel, Fenchel und alles, was man sonst noch in der Pfanne zubereiten kann.

Weitere Informationen im Internet

Stand: 19.08.2018, 20:15