Ausflug in den Norden Zyperns

Kleiner Pkw auf einer Landstraße

Ausflug in den Norden Zyperns

Grundsätzlich darf man im Norden der Insel mit seinem Mietwagen aus dem Süden fahren, allerdings: Der im Süden Zyperns ausgeliehene Mietwagen ist im Inselnorden nicht versichert. An der Grenze muss man deshalb für einen Ausflug in den Norden eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen, die gilt für mindestens drei Tage. Eine Kaskoversicherung für den eigenen Wagen gibt es prinzipiell nicht sowie keinerlei (bereits bezahlte) Unterstützung bei einem Unfall oder sonstigen Problemen mit dem Mietwagen aus dem Süden. Man bleibt also wahrscheinlich auf allen Kosten sitzen. Daher bleiben für vorsichtige Reisende nur zwei Möglichkeiten: Man fährt mit dem Taxi (kostet ca. 100 Euro pro Tag), oder man mietet im Norden noch einen Mietwagen, mit allen Versicherungen. Auch im Norden ist Linksverkehr.
Von Nikosia aus erreicht man in weniger als einer Stunde Fahrt drei Orte, die, wenn sie im Süden lägen, jedes Jahr Millionen Besucher anziehen würden.

Bergfestung St. Hilarion

Eine auf einer Bergspitze über dem Meer thronende Festung mit weitem Blick über die Berge bis hinunter zur Hafenstadt Kyrenia. Um ganz nach oben zu gelangen, muss man allerdings ziemlich gut zu Fuß sein. Aber die Mühe lohnt sich. Spektakulärer kann ein Ausblick kaum sein. Unterhalb der Festung liegt eine große militärische Anlage der türkischen Streitkräfte, daher ist auf dem Weg zur Festung entlang der Straße das Fotografieren verboten.

Ruinen auf einem felsigen Berggipfel

Von der Bergfestung St. Hilarion bietet sich ein toller Ausblick.

Das Kloster Bellapais

An den Hängen der Pentadáktylos Berge, ein paar Kilometer weiter östlich, liegt die weltberühmte Klosterruine Bellapais. Die Herren von Bellapais waren Prämonstratensermönche, die über Jahrhunderte hier ihren Glauben und ihre Macht lebten. Und Bellapais war der mittelalterliche Brückenkopf der Katholiken nach Jerusalem - bis heute ein Anziehungspunkt für Menschen aus der ganzen Welt. Und für sehr sensible Seelen: Hier laufen wohl auch diverse Kraftlinien lang.

Ruinen einer Klosteranlage, im Hintergrund das Meer

Die Ruinen des Prämonstratenserklosters Bellapais

Die Hafenstadt Kyrenia

Kyrenia (türkisch: Girne) ist der Archetyp eines romantischen Mittelmeerhafenstädtchens. Seit mehr als 2.000 Jahren leben Menschen in dieser Bucht. Und seit dem frühen Mittelalter wird der Hafen von einer riesigen byzantinischen Festung bewacht. Sie wurde nie eingenommen. Die Venezianer übergaben sie den Osmanen bei der Eroberung kampflos. Heute leben in Kyrenia 30.000 Menschen. Haupteinnahmequelle ist Geld aus dem Tourismus; allerdings weniger das Geld aus den Hotels und Restaurants am Hafen als aus den zahlreichen Casinos.

Stadt mit einer Festung am Meer

Die Hafenstadt Kyrenia

Andreas Begleiter im Norden ist Sabri Abit. Geboren in Nikosia, Offizier bei der britischen Armee, dann bei den britischen Truppen in Osnabrück. Er hat Internationale Beziehungen und Deutsch studiert. Mit deutschem Pass kehrte er zurück nach Zypern („Die Insel zieht einen zurück.“)  auf die Nordseite (Ich bin ja türkischer Zyprer. Meine Urahnen sind ja 1571 aus der Türkei hierhin gekommen.“). Heute führt er ein Hotel am Kloster Bellapais und arbeitet als Wanderführer.

Andrea Grießmann im Gespräch mit Sabri Abit

Sabri Abit führt Andrea Grießmann im Norden.

Weitere Informationen im Internet

Stand: 19.08.2018, 20:15