Die Hauptstadt Nikosia

Blick auf Stadt mit Hochhäusern

Die Hauptstadt Nikosia

Nikosia ist die Hauptstadt Zyperns und eine moderne Großstadt. Im Großraum leben fast 500.000 Menschen. Im Sommer wird es hier bis zu 45 Grad Celsius heiß; einen Besuch sollte man also eher im Frühling oder Herbst planen. Nikosia steht beispielhaft für Zypern, weil die Teilung der Insel nirgends so deutlich wird wie hier. Wenn man aus Deutschland kommt, kann man gar nicht anders als an Berlin zu Zeiten der Mauer zu denken. In der Nähe der Grenze wirken manche Gebäude wie in einem Freilichtmuseum: pittoresk vergammelt. Und Einschusslöcher von den Bürgerkriegstagen im Sommer 1974 sind auch noch zu erkennen. Lange wollte deshalb auch niemand in der Nähe der Grenze leben. Doch junge Leute ziehen wieder zurück „inside the walls“, also in die Altstadt innerhalb der alten Stadtmauern. Der alte Stadtkern beginnt wieder „hip“ zu werden.

Dem Süden der Stadt geht es besser als dem türkischen Nordteil. Kein Wunder: Alle internationalen Banken befinden sich im Süden, ebenso die Niederlassungen großer Unternehmen. Der einzige Staat, der diplomatische Beziehungen zur „türkischen Republik Nordzypern“ unterhält, ist die Türkei.

Zu den touristischen Höhepunkten im Süden gehört neben den restaurierten Kirchen und Stadttoren sowie zahlreichen Museen skurrilerweise die Garage mit den Luxuslimousinen der zypriotischen Politikone Makarios, dem Erzbischof und Staatsoberhaupt in den Sechziger- und Siebzigerjahren. Und der erzbischöfliche Palast ist auch so ziemlich das prunkvollste Gebäude im Süden der Stadt - und zeigt eindrucksvoll die Macht der Kirche. 

Palastartiges, langestrecktes Gebäude mit zwei Stockwerken und Rundbögen

Der erzbischöfliche Palast in Nikosia zeigt eindrucksvoll die Macht der Kirche.

Andrea wird in Nikosia von Yiannos Markides und seiner Patentochter Alexia Roider begleitet. Yiannos besitzt die zypriotische und die deutsche Staatsangehörigkeit und pendelt zwischen Meerbusch und Zypern. Er ist in Nikosia aufgewachsen und hat es 1974 im Zypernkrieg mit seiner Frau gerade noch auf die „Südseite“ der Insel geschafft. Er hat sich in Deutschland im Hotelgeschäft eine Existenz aufgebaut - und liebt Zypern über alles. Sein Patenkind Alexia Roider ist eine erfolgreiche zypriotische Filmregisseurin und lebt in Nikosia. Geboren wurde sie in Berchtesgaden.

Andrea Grießmann (r) steht mit Yiannos Markides und Alexia Roider auf einem Platz mit Straßencafés

Yiannos Markides und seine Patentochter Alexia Roider führen Andrea Grießmann (r) durch Nikosia.

Andreas Höhepunkt in Nikosia ist die gemeinsame abendliche Meze! Mezeeeeee: die zypriotische Form des „all you can eat“ - nur viel leckerer. Und jeder pickt von allem. Vor allem aber: Dieses „all you can eat“ geht über Stunden! Die Kellner bringen immer neue Kleinigkeiten, bis sich die Teller auf dem Tisch stapeln. Ein absolutes MUSS für jeden Zypernurlaub.

Gedeckter Tisch mit mehreren Platten und Tellern mit Gerichten

Eine gemeinsame abendliche Meze sollte sich kein Zypernurlauber entgehen lassen.

Der Norden Nikosias

Von Süden führt die Ledra Street, die lange Straße, schnurgerade auf den Innenstadtgrenzübergang zu. Hinter den Grenzkontrollen verästelt sich im türkisch besetzten Teil, der hier Lefkosa heißt, der Weg. Es wird orientalischer und für Erstbesucher unübersichtlicher. Es gibt aber auch mehr zu entdecken: der Büyük Han, eine ehemalige Karawanserei mit vielen Geschäften und Restaurants, die Markthalle Bandabuliya, die Selimye-Sok, die einstige Sophien-Kathedrale, die im 16. Jahrhundert zu einem islamischen Gotteshaus umgebaut wurde. Beim Schlendern durch die Hauptstadt der Republik Nordzypern findet man aber auch noch viele schöne alte, wenn auch verfallene Gebäude.

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Stand: 19.08.2018, 20:15