Zypern und Gran Canaria

Zypern und Gran Canaria

Zypern - die letzte geteilte Insel

Zypern liegt viereinhalb Flugstunden von Deutschland entfernt im östlichen Mittelmeer und ist ein tolles Reiseziel für den Herbst. Dort ist es auch dann noch angenehme 25 Grad warm. Auf der Insel leben über eine Million Menschen. Die Hauptstadt Nikosia ist wie ganz Zypern seit 1974 geteilt in einen griechischen und einen türkischen Teil. Faktisch ist die Grenze aber offen: Jeder Tourist und jeder Zypriot kann problemlos in den Nordteil ein- und ausreisen. Einmal den Pass oder den Personalausweis vorzeigen reicht. Wichtig zu wissen: Auf der ganzen Insel gilt Linksverkehr.

Langer, menschenleerer Sandstrand

Die Strände im Südosten Zyperns gehören zu den besten auf der ganzen Insel.

Königsgräber und Nationalpark

Zypern ist der Sage nach der Geburtsort der Göttin Aphrodite und ist ein sehr mythischer Ort. Auch war die Insel in der Antike ein wichtiger strategischer Brückenkopf zwischen Europa und dem Nahen Osten. Die Venezianer waren hier, die Osmanen und natürlich die Griechen und die Ägypter. Und alle haben hier ihre Spuren hinterlassen: die Ägypter mit den „Königsgräbern in Paphos“, die heute Weltkulturerbe sind. Der größte Nationalpark Zyperns liegt im Troodos-Gebirge rund um den Olymp, mit 1.952 Metern Höhe der höchste Berg der Insel. Hier bieten sich viele schöne Wandermöglichkeiten. Als kürzere Tour empfiehlt sich der „Caledonia-Trail“. Er wurde in den letzten Jahren neu ausgeschildert und gesichert und führt an einem Bach aufwärts bis zum Caledonia-Wasserfall.

Blick über Wald auf bewaldete Gebirgskette

Die Region um den fast 2.000 Meter hohen Olympos bietet viele Wandermöglichkeiten.

Ausflug in den Norden Zyperns

Im Norden liegen Zyperns einsamste Strände. Schon deshalb lohnt sich ein Tagesausflug in den türkischen Teil der Insel. Grundsätzlich darf man dort mit seinem Mietwagen aus dem Süden fahren, aber der im Süden Zyperns geliehene Mietwagen ist im Inselnorden nicht versichert. An der Grenze muss man deshalb für den Norden eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen, die für mindestens drei Tage gilt. Eine Kaskoversicherung für den Mietwagen aus dem Süden gibt es prinzipiell nicht. Daher bleiben für vorsichtige Reisende nur zwei Möglichkeiten: Man fährt mit dem Taxi (ca. 100 Euro pro Tag) oder mietet im Norden noch einen Mietwagen, mit allen Versicherungen. Auch im Norden der Insel gilt Linksverkehr.

Die Hafenstadt Kyrenia und das Kloster Bellapais

Kyrenia (türkisch: Girne) ist der Archetyp eines romantischen Mittelmeerhafenstädtchens. Seit mehr als 2.000 Jahren leben Menschen in dieser Bucht. Und seit dem frühen Mittelalter wird der Hafen von einer riesigen byzantinischen Festung bewacht. Sie wurde nie eingenommen. Die Venezianer übergaben sie den Osmanen bei der Eroberung kampflos. Heute leben in Kyrenia 30.000 Menschen. Haupteinnahmequelle ist Geld aus dem Tourismus.

Stadt mit einer Festung am Meer

Die Hafenstadt Kyrenia

An den Hängen der Pentadáktylos-Berge, ein paar Kilometer weiter östlich, liegt die weltberühmte Klosterruine Bellapais. Die Herren von Bellapais waren Prämonstratensermönche, die über Jahrhunderte hier ihren Glauben und ihre Macht lebten. Und Bellapais war der mittelalterliche Brückenkopf der Katholiken nach Jerusalem - bis heute ein Anziehungspunkt für Menschen aus der ganzen Welt.

Ruinen einer Klosteranlage, im Hintergrund das Meer

Die Ruinen des Prämonstratenserklosters Bellapais

Gran Canaria und die Mandelblüte

Wer wintermüde ist, kann schon im Januar auf Gran Canaria das neue Jahr in der Sonne starten, die dort fast das ganze Jahr über scheint. Lange Sandstrände und eine gute Infrastruktur locken jährlich drei Millionen Urlauber auf die drittgrößte kanarische Insel. Die meisten Urlauber wissen aber nicht, dass man im Inselinneren gut wandern kann. Sie verbringen ihren Urlaub im Inselsüden Gran Canarias. Hier bilden Maspalomas, Playa del Inglés und San Agustín eines der größten Touristenzentren Europas. Mittendrin liegt die Dünenlandschaft von Maspalomas - das wichtigste Wahrzeichen der Insel und ein sehr beliebtestes Fotomotiv. Meterhoch türmen sich die Sandberge, an ihrer breitesten Stelle stoßen sie 1,5 Kilometer ins Landesinnere vor.

Drei Personen auf einer riesigen hügeligen Sandfläche

Saharafeeling in den Dünen von Maspalomas

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Klimazonen wird Gran Canaria auch als Minikontinent bezeichnet. Der knapp 2.000 Meter hohe Gebirgskamm, die sogenannte „Cumbre“, verläuft quer durchs Zentrum der Insel. Hier oben wird das Wetter gemacht. Die Wolken - von den Passatwinden angetrieben - bleiben in den Bergen hängen. Ein Grund dafür, dass es im Norden öfter bewölkt, im Süden dagegen heiß und trocken ist. Insgesamt beträgt die Temperatur mindestens frühlingshafte 20 Grad Celsius.

Blick auf Berggipfel, zwischen denen sich weiße Wolken befinden, darüber blauer Himmel

Gran Canarias spektakuläre Bergwelt - hier oben wird das Wetter gemacht

Mandelblütenträume in Tejeda

Tejeda ist eines der schönsten Dörfer Spaniens, und im Januar und Februar, wenn die Mandelblütenbäume rund um das Dorf blühen, ist es besonders malerisch. Das war nicht immer so. Viele Einwohner hatten in den vergangenen Jahrzehnten das Bergdorf verlassen und Arbeit im Inselsüden gesucht. Dank einer Initiative des Insel- und Gemeinderats wurde der Mandelanbau gefördert, wodurch Tejeda auch für Besucher wieder attraktiv wurde. Inzwischen floriert das Mandelgeschäft so gut, dass Tejeda auf der ganzen Insel für seine Mandeln bekannt ist. Besonders beliebt sind die Produkte der Dulceria Nublo. Hier wird Mandelgebäck nach alter Familientradition gebacken, und Menschen von der ganzen Insel kommen, um sich mit Mandelkuchen und Mandelmus (biénmesabe) einzudecken. Jedes erste Wochenende im Februar findet das Mandelblütenfest statt, ein Höhepunkt im Festtagskalender der Insel.

Im Vordergrund rosa blühende Zweige, im Hintergrund ein skurriler Berggipfel mit einem steil emporragenden Gipfel

Mandelblüten vor dem Roque Nublo, dem Wahrzeichen Gran Canarias

Gran Canarias Berge - Kulisse für kanarische Traditionen

Der Salto del Pastor - der Hirtensprung - ist eine uralte Technik, die von den Ureinwohnern der Kanaren stammt. Schon sie bewegten sich mithilfe von 4 bis 5 Meter langen Lanzen durch das zerklüftete Gelände und überwanden so Schluchten und Höhenunterschiede. Es war die einzige Möglichkeit, um an Wasserquellen und zu den Weidegründen der Ziegen zu kommen. Auf Gran Canaria hat sich unter anderem die Gruppe „Jurria Humiaga“ dem Hirtensprung verschrieben, um diese Tradition zu bewahren. Verschiedene Vereine von allen kanarischen Inseln treffen sich zu Wettbewerben. Die UNESCO hat den Hirtensprung als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Ein Mann hängt am Ende einer langen Stange in der luft

Der Salto del Pastor ist eine waghalsige Fortbewegungsmethode - sieht wie fliegen aus.

Las Palmas - Inselmetropole mit vielen Gesichtern

Die Hauptstadt Las Palmas ist mit knapp 400.000 Einwohnern die größte Stadt auf der Insel. Sie ist ein wildes, architektonisches Sammelsurium: Spätmittelalter und Jugendstil in der Altstadt und funktionale Betonbauten der 1960er-Jahre prägen das Bild. Im ältesten Stadtteil „La Vegueta“ fing alles an. Hier landete 1478 der spanische Seefahrer Juan Rejón und gründete die Königliche Stadt der Palmen - Ciudad Real de las Palmas -, eine der frühesten spanischen Siedlungen auf den Kanaren. Bei einem Spaziergang durch die Straßen von Vegueta fühlt man sich ins 15. Jahrhundert zurückversetzt und wird an südamerikanische Städte erinnert, mit herrschaftlichen Villen, altem Kopfsteinpflaster und prächtigen Plätzen. Seit 1990 gehört „La Vegueta“ zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Prächtige Kirchenfassade mit zwei Türmen, dahinter Stadthäuser und das Meer

Im Zentrum der Altstadt - die Kathedrale Santa Ana

Weitere Informationen im Internet

Autorinnen: Jutta Brinkmann und Carolin Wagner

Stand: 02.01.2019, 20:15