Arnsberg und sein Wildwald

Arnsberg und sein Wildwald

An einer Schleife der Ruhr liegt die Verwaltungsstadt Arnsberg mit ihrer auf dem Berg gelegenen Altstadt. Vor dem Wiener Kongress gehörte Arnsberg zu Hessen, aber danach übernahm Preußen die Stadt und setzte neue architektonische Maßstäbe. Mit dem Klassizismusviertel unweit des „Hirschberger Tors“, das 1753 von dem berühmten Architekten Johann Conrad Schlaun erbaut wurde, entstand das Zentrum am Neumarkt, ein neues Wohnviertel für preußische Beamte, die von Berlin nach Arnsberg umziehen mussten, um hier als Verwaltungsangestellte zu arbeiten, genannt die „kleine Berliner Stadt“.

Blick von oben auf eine Kleinstadt an einem Fluss, im Hintergrund Hügelkette

Arnsberg liegt an einer Schleife der Ruhr.

Am Alten Markt steht Arnsbergs Wahrzeichen: der Glockenturm mit seiner barocken Haube, der Maximilianbrunnen und das 1710 erbaute Alte Rathaus, dessen Glockenspiel mit Beginn des Advents Weihnachtslieder spielt. Dort findet sich auch eine vergitterte Nische mit einer Madonna aus dem 15. Jahrhundert. Hier sollen sich die Frauen, die im mittelalterlichen Arnsberg als Hexe verurteilt wurden, zum letzten Gebet vor der Hinrichtung verneigt haben. Fröhlicher sind die kleinen „Dispatchwork“- Kunstwerke des Berliner Bildhauers Jan Vormann, der nicht nur in Arnsberg, sondern auch in Madrid, Mexiko und Budapest alte Gebäude, marode Sehenswürdigkeiten und rissige Wände mit bunten Bauklötzen gestopft hat. Jeder darf weiterbauen, der mit den kleinen Plastikbausteinen die Welt etwas bunter machen möchte.

Tamina Kallert sitzt auf einer Mauer, die mit Plastikbausteinen ergänzt wurde, daneben stehen drei Männer mit Kappen und Hüten

Tamina Kallert und die „Twersbraken“ am Dispatchwork in Arnsberg.

Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt

In der Weihnachtszeit bietet Arnsberg seinen Besuchern eine festliche Atmosphäre. Traditionell eröffnen Turmbläser mit ihrem Konzert auf der Empore der Auferstehungskirche den Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt. Ein an kalten Tagen sehr beliebtes Getränk ist der Arnsberger „Heiße Willi“, ein Weihnachtspunsch auf der Basis von Williams Christ-Birne. Nachtwächterführungen und Laternenwanderungen erschließen für Besucher Arnsberg im Advent.

Tamina Kallert und drei Männer mit Kappen sitzen auf einem Kinderkarussell

Tamina Kallert und die „Twersbraken“ amüsieren sich auf dem Kinderkarussell des Arnsberger Weihnachtsmarkts.

Der Wildwald Vosswinkel mit dem Weihnachtswald-Waldmarkt

Arnsberg liegt in einer sehr waldreichen Gegend des Hochsauerlandkreises und bietet Besuchern im Ortsteil Vosswinkel ein besonderes Naturerlebnis: Den „Wildwald Vosswinkel“. Nur wenige Autominuten vom Zentrum entfernt kann man hier - ganz ohne Zäune - Hirsche bei der Brunft, Salamander, Fledermäuse und auch Uhus beobachten. Wenn der Raureif das Wildgehege mit einem weißen Hauch überzieht, kann man die Tierfütterungen von Rot-, Schwarz- und Damwild erleben. Ein dringender Rat an alle Besucher: Niemals von den Wegen abkommen! Mit dem Hund gibt es dort leider keinen Zutritt zu den beiden Rundwegen, die jeweils gut vier Kilometer lang sind.

Vier Hirsche mit großen Geweihen stehen zwischen Baumstämmen

Damwild im Wildwald Vosswinkel

Am zweiten und dritten Adventswochenende öffnet im Wildwald Vosswinkel der „Weihnachts-Waldmarkt“, ein Weihnachtsmarkt in einem ganz besonderen Ambiente. Mitten im Arnsberger Wald gelegen bietet er Blumenarrangements, Adventskalender und Kunsthandwerk. Es ist hier nicht so überfüllt wie auf manch anderem Weihnachtsmarkt der Region.

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Jutta Brinkmann

Stand: 26.11.2017, 20:15