Westturm, Jugendherberge, Sternwarte, Jachthafen, Flugplatz

Der Westturm von Wangerooge dient heute als Jugendherberge

Westturm, Jugendherberge, Sternwarte, Jachthafen, Flugplatz

Im Westen steht das Wahrzeichen von Wangerooge: der kantige Westturm. Einen Turm gibt es an dieser Stelle schon sehr lange. Der erste wurde im 14. Jahrhundert errichtet und stand auf der Kirche St. Nikolai im Inseldorf, das früher im Westen lag. Er diente auch den Schiffen als Landmarke zur Orientierung. Als infolge der Ostverlagerung der Insel das Meer näher rückte, mussten Dorf und Kirche aufgegeben werden. Der Turm stürzte um 1590 ein. Der zweite Westturm wurde zwischen 1597 und 1602 errichtet. Er war Lager, Gefängnis, Leuchtfeuer und Zufluchtsort bei Sturmfluten. Im ersten Obergeschoss befand sich der Kirchenraum. 1914 wurde er gesprengt, um der britischen Flotte kein Angriffsziel zu bieten. 1932/33 bauten Mitglieder des Oldenburger Turnerbunds in einem freiwilligen Arbeitseinsatz den 56 Meter hohen, heutigen Westturm. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zur Jugendherberge. Beliebt sind die Zimmer in den obersten Stockwerken. Aber auch, wer nicht hier wohnt, darf mal bis nach ganz oben in den achten Stock. Von dort ist der Blick über die Insel und aufs Meer einzigartig. 2005 entstand neben dem Turm ein großzügiger Jugendherbergsneubau.

Blick in die Sterne

Im Westen von Wangerooge liegen noch andere Jugend- und Freizeitheime. Auf dem Inselheim Rüstringen wurde 2002 eine der modernsten und leistungsstärksten Schulsternwarten Deutschlands errichtet. Sie bietet eindrucksvolle Blicke ins Universum. Fachmann auf Wangerooge ist der Physik- und Mathematiklehrer Jörg Lange, der für Gruppen Führungen in die Sternwarte anbietet. Im Januar und Februar sind die Nächte besonders klar und Sterne besonders gut zu beobachten. Im Sommer kann man tagsüber von der Sternwarte aus rötliche Flammenzungen, sogenannte Protuberanzen, auf der Sonne sehen.

Tamina Kallert und ein Mann besteigen die Außentreppe einer Sternwarte

Tamina Kallert besteigt die Schulsternwarte auf dem Inselheim Rüstringen.

Clubhaus-Kneipe am Jachthafen

Im Westen liegt der Jachthafen. Tom Osterloh aus Rollesbroich, einem Eifeldorf bei Aachen, arbeitete viele Jahre von April bis Oktober als Hafenmeister auf Wangerooge. Bis Herbst 2019 kümmerte er sich um die Segler und Motorboote, die für einen oder mehrere Tage anlegen. Die kommen aus Litauen, Lettland, England, Frankreich. Bis zu zwölf verschiedene Nationen hat Tom Osterloh im Jachthafen schon gezählt. Er übernachtet und lebt auf seinem Katamaran, mit dem er nach Wangerooge gekommen ist. Im Hafen betreibt er die kleine Clubhaus-Kneipe.

Tamina Kallert und ein Mann sitzen auf dem Bug einer Jacht

Tamina Kallert besucht den Jachthafen im Westen von Wangerooge.

Fallschirmspringen am Flugplatz

Östlich vom Inseldorf befindet sich der kleine Flugplatz mit zwei Landebahnen, der vom nur sieben Flugminuten entfernten Flugplatz Harle auf dem Festland angeflogen wird. Zudem gibt es Flugverbindungen auf andere Nordseeinseln. Im Sommer starten und landen die Maschinen im Halbstundentakt. Christian Wolff aus Holzminden kommt jedes Jahr im Sommer nach Wangerooge und bietet Inselrundflüge mit seinem offenen Tragschrauber an. Der Pilot liebt besonders die Nachmittagsstunden, dann sieht es rund um die Nordseeinsel aus wie in der Südsee.

In den Sommerferien findet auch der "Wangerooge Boogie" des Fallschirmclub (FSC) Bielefeld e.V. statt. Seit rund 30 Jahren üben die Springer am Himmel über der Insel Formationen, Akrobatik und freien Fall. Die Bielefelder bieten auch Tandemsprünge für Urlaubsgäste an. Eine Altersgrenze gibt es für das Fallschirmspringen nicht.

Lesetipps zur Insel Wangerooge

Wangerooge im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. KOMPASS Wanderkarte 1:15000 mit Aktiv Guide und Übersichtskarte
KOMPASS, 2019
ISBN 978-3990444702
Preis: 9,90 Euro

Nils Aschenbeck
Wangerooge. Geschichte und Gegenwart einer Insel
Eigenverlag, 2018
ISBN 978-1980279655
Preis: 14,52 Euro

Holger Bloem
Wangerooge: vom Meer berauscht
Ostfriesland Verlag, 2014
ISBN 978-3944841069
Preis. 24,90 Euro

Klaus Bötig
Ostfriesische Inseln, Baltrum, Borkum, Juist, Langeoog: Norderney, Spiekeroog, Wangerooge
MAIRDUMONT, 14. Aufl. 2019
ISBN 978-3829728584
Preis: 12,90 Euro

Stand: 09.08.2020, 20:15