Alter Leuchtturm, Dorfbummel, Strandkörbe, Surfschule, Café Pudding

Tamina Kallert an der Promenade am Hauptstrand der Insel am Dorf Wangerooge

Alter Leuchtturm, Dorfbummel, Strandkörbe, Surfschule, Café Pudding

Auf der knapp acht Quadratkilometer kleinen Insel leben rund 1.300 Einwohner. Nachdem die schwere Neujahrsflut 1854/55 das alte Inseldorf im Westen zerstört hatte, siedelten sich die Menschen in der Mitte der Insel an. Mit dem Fähranleger im Südwesten ist das Inseldorf durch die Inselbahn verbunden. Die Robbenstraße war die erste Dorfstraße. Der Name geht auf einen Robbenjäger zurück, der hier lebte und die Tiere vor seinem Haus zerlegte. Am "Café Famoos" in der Robbenstraße steht die einzige Ampel der Insel: Zeigt sie Grün, ist das Gartencafé geöffnet, bei Rot geschlossen.

Fast alle Bewohner der Insel leben heute vom Tourismus, vermieten Häuser oder Wohnungen. Heike Hanken und ihre Kolleginnen vom Bürgerverein bieten geführte Dorfbummel an und erzählen dabei Geschichten über die Insel und ihre Bewohner. Annemarie Heinken hat in Bremen Kunst studiert und gibt Malkurse für Kinder und Erwachsene. "Palette" heißt ihr Atelier am Strand mit Blick aufs Meer. Das "Bistro am Strand" ist eine Eismanufaktur mit Fensterverkauf. Ronja Fokkena und ihr Mann Wilko bieten mehr als 70 verschiedene Eissorten sowie Crêpes an – allerdings nur zum Mitnehmen auf die Hand.

Im Haus des Kurgastes spielt Klaus Brüggerhoff, Leiter des Shantychores, regelmäßig mit seiner Inselcombo Schlager, Rock- und Popsongs. Und er veranstaltet das "Karaooge", bei dem alle Gäste bekannte Songs mitsingen dürfen.

Heiraten im Alten Leuchtturm

Das älteste erhaltene Gebäude auf Wangerooge ist der Alte Leuchtturm im Dorf Wangerooge. Er wurde 1856 in Betrieb genommen, 1969 wurde das Leuchtfeuer abgeschaltet. Heute genießen Besucher von einer Aussichtsplattform einen großartigen Blick auf die Insel, über das Wattenmeer, bis nach Spiekeroog und manchmal sogar bis nach Helgoland. Beliebt ist der Alte Leuchtturm auch als Standesamt. Durchschnittlich 400 Paare pro Jahr gehen die 146 Stufen hoch, um sich in der ehemaligen Wachstube des Leuchtturmwärters das Jawort zu geben. Seit 1980 beherbergt der Leuchtturm auch ein Heimatmuseum, das auf Initiative einiger Insulaner eingerichtet wurde.

Runder Leuchtturm, unten rot, oben weiß

Der Alte Leuchtturm ist das älteste erhaltene Gebäude auf Wangerooge. Hier kann man auch heiraten.

1.400 Strandkörbe und das Hawaii des Nordens

Der Hauptstrand liegt direkt am Inseldorf. Hier steht ein Großteil der rund 1.400 Strandkörbe, seit Neuestem gibt es auch zwei Schlafkörbe. Für die Hauptsaison rät die Kurverwaltung, die Strandkörbe im Internet zu reservieren. Es gibt fünf Strandabschnitte. Günther Manott ist für die 300 Körbe am östlichen Hauptstrand zuständig. Sein Servicebüro hat er in einem alten, hölzernen Badekarren eingerichtet. Hier befindet sich auch seine selbst konstruierte "Hundekneipe" und Hundedusche.
Kostenlose Strandgymnastik mit Marc Steffen findet montags bis freitags unterhalb der oberen Strandpromenade statt. Man erkennt den Chef-Sportanimateur der Insel an seiner ungewöhnlichen Kopfbedeckung: Mal trägt er ein gebratenes Hähnchen, mal einen Fisch auf dem Kopf.
Hinter dem Meerwasserschwimmbad befindet sich an der unteren Strandpromenade die Surfschule samt Café. Hier wurde 2004 auch eine Kite-Zone eingerichtet. Vor Wangerooge verläuft eine besonders tiefe Fahrwasserrinne. Die Wellen, die schon mal drei bis vier Meter hoch werden, haben der Insel den Namen "Hawaii des Nordens" eingebracht.

Weißer historischer Badekarren mit zwei Rädern und der Aufschrift "Strandservice"

Das Servicebüro ist in einem historischen Badekarren untergebracht.

Café Pudding – das süße Wahrzeichen der Insel

Das "Café Pudding" liegt erhöht an der Strandpromenade und gilt als "süßes Wahrzeichen" der Insel. Es befindet sich auf einem ehemaligen Bunker, der – im Gegensatz zu den meisten Bunkern auf Wangerooge – nach dem Zweiten Weltkrieg nicht gesprengt wurde. Seinen Namen hat das Café von der Redewendung "Um den Pudding laufen": Früher spazierten die Leute gerne um die Düne herum, auf dem heute das Café steht. 1946 pachtete der Bäckermeister Rolf Folkerts, der Großvater des heutigen Inhabers, den Bunker und eröffnete zwei Jahre später einen Kiosk mit Eisverkauf. Nach dem Umbau des Bunkers in ein Café mit Aussicht gibt es seit 1949 selbst gebackene Torten und Kuchen. Mittlerweile werden auch friesische Spezialitäten angeboten. Zu dem runden, vollverglasten Café mit Terrasse führen 28 Stufen, es gibt keinen Aufzug.

Tamina Kallert ersteigt die Stufen einer breiten Treppe zum Café Pudding

Ein Wahrzeichen Wangerooges, das Café Pudding, wurde auf einem alten Bunker errichtet.

Lesetipps zur Insel Wangerooge

Wangerooge im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. KOMPASS Wanderkarte 1:15000 mit Aktiv Guide und Übersichtskarte
KOMPASS, 2019
ISBN 978-3990444702
Preis: 9,90 Euro

Nils Aschenbeck
Wangerooge. Geschichte und Gegenwart einer Insel
Eigenverlag, 2018
ISBN 978-1980279655
Preis: 14,52 Euro

Holger Bloem
Wangerooge: vom Meer berauscht
Ostfriesland Verlag, 2014
ISBN 978-3944841069
Preis. 24,90 Euro

Klaus Bötig
Ostfriesische Inseln, Baltrum, Borkum, Juist, Langeoog: Norderney, Spiekeroog, Wangerooge
MAIRDUMONT, 14. Aufl. 2019
ISBN 978-3829728584
Preis: 12,90 Euro

Stand: 09.08.2020, 20:15