Seisenbergklamm, Einsiedelei in Saalfelden, Burg zu Burghausen, "Traumwerk" in Anger

Hölzerner Fußsteig durch die Seisenbergklamm in Weißbach im Pinzgauer Saalachtal.

Seisenbergklamm, Einsiedelei in Saalfelden, Burg zu Burghausen, "Traumwerk" in Anger

Seisenbergklamm

Das Naturdenkmal Seisenbergklamm liegt in Weißbach bei Lofer im Pinzgauer Saalachtal. Der Weg zur Eintrittstelle zwischen den Felsplatten der Klettergärten ist gut beschildert. Seit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund zwölftausend Jahren drückt sich das Wasser des Weißbachs durch die schmale Schlucht. Früher nutzten Holzknechte die Seisenbergklamm, um die oberhalb des Klammausgangs gefällten Baumstämme über den Wasserweg ins Tal zu den Salzsiedern in Bad Reichenhall zu transportieren. Eine mühsame Arbeit, denn entlang des verwinkelten und engen Wasserlaufs verkeilten sich die Stämme immer wieder. 1831 errichteten sie hölzerne Stege, von denen aus sie mit Triftstangen versuchten, das Holz freizubekommen. Die Fundamente dieses ursprünglichen Holztriftwegs sind immer noch sichtbar.

Heute führen solide Holzstege und Treppen durch die Klamm, hoch über dem rauschenden Weißbach und vorbei an tosenden Wasserfällen. Je weiter man flussaufwärts läuft, desto enger rücken die Felsen rechts und links zusammen. Die hohe Luftfeuchtigkeit und das fehlende Sonnenlicht hat hier einen dunkelgrünen "Dschungel" geschaffen. Bei der rund einstündigen Wanderung erfahren Besucher an zahlreichen Erlebnisstationen viel über die Geschichte der Klamm, die besondere Vegetation sowie wissenswerte Hintergründe über die Geologie der Region.

Der Einsiedler von Saalfelden

Ein Wanderweg führt von Saalfelden am Steinernen Meer hoch zur Kapelle des Hl. Georg, dem Schutzpatron der Tiere. Hier liegt eine der letzten bewohnten Einsiedeleien in Europa. Früher lebten die Eremiten das ganze Jahr über am Berg, heute nur noch von April bis November: ohne Heizung, ohne Strom und fließend Wasser. Einsiedler werden nicht bezahlt, sondern leben von Spenden; von dem, was ihnen die Besucher mitbringen. Sie haben die Aufgabe, allen Hilfesuchenden, die sich auf den Weg hier hinauf gemacht haben, ihr Ohr zu leihen.
2017 wurde die Stelle europaweit ausgeschrieben. Mehr als fünfzig Menschen bewarben sich, um auf 1.400 Metern das Sommerhalbjahr zu verbringen. Drei Jahre war der Belgier Stan Vanuytrecht der Einsiedler von Saalfelden. Er war kein Priester, aber ein Mann mit viel Erfahrung in der Seelsorge. Im Februar 2020 entschied sich der pensionierte Vermessungstechniker und geweihte Diakon, nicht zurückzukehren: aus gesundheitlichen Gründen und aus dem Wunsch, Priester zu werden. Nach 350 Jahren wird die Klause 2020 erstmals unbewohnt bleiben. Die Bewerbungsgespräche waren wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden.

Stan Vanuytrecht steht vor einer Tafel mit Namen der Einsiedler

Drei Jahre war der Belgier Stan Vanuytrecht der Einsiedler von Saalfelden.

Die Waldrapp-Kolonie auf der Burg zu Burghausen

Die Burg zu Burghausen steht im Guinnessbuch der Rekorde: Mit über 1.000 Metern ist sie die längste Burg der Welt. Errichtet um 1500, wurde sie mehrfach umgebaut und erweitert. Im 18. Jahrhundert wurde Burghausen Garnisonsstandort. 1893 zog das Militär ab und die Burg sollte abgerissen werden, was die Bürger aber verhindern konnten.

Heute betreut der Biologe Oliver Habel hier ein ganz spezielles Projekt: die "Waldrapp Kolonie". In einem Museum auf der Burg ist auf einem Altarbild aus dem 15. Jahrhundert in einer Ölbergszene ein junger Waldrapp dargestellt. Der skurrile Ibisvogel mit schwarzem Gefieder, einer Flügelspannweite von bis zu 125 Zentimeter, kahlem Kopf und rotem, nach unten gebogenem Schnabel war damals in Burghausen heimisch. Zwei Jahrhunderte später war der Waldrapp fast ausgerottet. Seit 2004 ist Burghausen einer der Standorte eines Schutzprojekts, und seit 2015 haben die Vögel ein Brutcamp am Pulverturm an der Wehrmauer der Burganlage.

Nördlich von Burghausen fließt die Salzach in den Inn. Hier liegt eins der größten Vogelschutzgebiete Europas. Das "Europareservat Unterer Inn" erstreckt sich auf 56 Kilometern zu beiden Seiten des Flusses, ein Naturparadies mit rund 275 Vogelarten. Die Stege führen durch Sumpfland und wurden für Wanderfreunde gebaut. Hier kann man über Dämme und durch Auenwälder eine fantastische Landschaft erleben. Auch einen Naturerlebnisweg gibt es.

Gewaltige Burganlage bei Dunkelheit von außen beleuchtet

Die Burganlage von Burghausen ist Rekordhalter in Bezug auf ihre Länge.

Das "Traumwerk" in Anger – Spielzeugmuseum und Modelleisenbahn

Von Bad Reichenhall aus ist es nur ein Katzensprung nach Anger. Hier hat sich Hans-Peter Porsche seinen Traum erfüllt: das "Traumwerk" – eine einzigartige Sammlung von alten Autos, nostalgischem (Blech-)Spielzeug und mit einer riesigen Modelleisenbahnanlage. Der Enkel von Ferdinand Porsche will seine Spielerinnerungen an die eigene Kindheit mit allen teilen. Auch seinen ersten Teddy hat er in die Ausstellung gestellt.
Die Modellbahn ist eine Welt für sich: 365 Quadratmeter groß, fünf Meter hoch, mit einer Schienenlänge von 2,7 Kilometern und ausgestattet mit modernster Technik führt sie durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Wenn es dunkel wird, geht der Mond auf, kurz nach Sonnenaufgang kräht der Hahn, und bei Gewitter blitzt es schon mal. Im 20.000 Quadratmeter großen Außengelände warten ein Abenteuerspielplatz und die Parkeisenbahn mit Dampflokomotive.

Hans-Peter Porsche und Tamina Kallert stehen vor einer großen Modelleisenbahnanlage.

Hans-Peter Porsche und Tamina Kallert bewundern die Modelleisenbahn.

Fritz Sendlhofer: Bartweltmeister mit eigenem Sägenmuseum

Auf dem Sonnberg oberhalb von Zell am See liegt das Reich von Fritz Sendlhofer: ein einzigartiges Sägenmuseum mit gut 2.500 Exemplaren, darunter Raritäten wie eine Taschensäge aus Syrien und eine 2.000 Jahre alte Säge aus der Römerzeit. In einer urigen Blockhütte neben seinem Wohnhaus bereitet das Pinzgauer Original seine berühmten Kasnockern direkt aus der riesigen gusseisernen Pfanne zu. Dazu gibt es selbst gebrautes Bier aus einem der rund 1.000 Krüge, die überall an der Decke und den Wänden hängen oder in den Regalen stehen, die alle Wände bedecken. Und dann erzählt der Sendlhofer Fritz Geschichten, die alle – im wahrsten Sinne des Wortes – einen Bart haben: In der Kategorie "Garibaldi" heimste er sich Europameister-, Vize-Weltmeister- und Weltmeistertitel ein sowie den Olympiasieg. In Las Vegas holte er sich sogar den Titel "Träger des schönsten Garibaldi-Bartes des ganzen Universums".

Tamina Kallert im Gespräch mit Fritz Sendlhofer, ein Mann mit einem kräftigen, grauen Bart

Tamina trifft den Bartweltmeister Fritz Sendlhofer.

Lesetipps Tauernradweg

Bikeline Radtourenbuch. Tauern-Radweg. Entlang der Flüsse Salzach, Saalach und Inn 1:50 000.
Esterbauer, 10. überarb. Aufl. 2012
ISBN 978-3850000598
Preis: 14,90 Euro

Karin Hornberg
Kompass Fahrradführer Tauernradweg. Entlang von Salzach, Saalach und Inn
Kompass, 2013
ISBN 978-3850267663
Preis: 14,90 Euro

Wolfgang Ortner
Der Genussradler. Tauernradweg
Eigenverlag, 2020
ISBN 979-8613869107
Preis: 14,50 Euro

Peter Kränzle, Margit Brinke
CityTrip Salzburg. Reiseführer
Reise Know-How Verlag, 8. akt. Aufl. 2019
ISBN 978-3831732456
Preis: 12,95 Euro

Stand: 22.09.2019, 20:15