Zell am See, Bad Reichenhall, Salzburg, Passau

Die  Elisabeth-Kapelle, ein kleines Kirchlein auf einer Bergkuppe

Zell am See, Bad Reichenhall, Salzburg, Passau

Zell am See – Auf den Spuren von Kaiserin Sisi

Reisende Händler haben Zell am See reich gemacht: Mit Salz beladen machten sie hier Rast auf ihrem Weg nach Italien. Mit Wein, Öl und Gewürzen kamen sie auf ihrem Rückweg wieder vorbei. Die Bezirkshauptstadt des Pinzgau ist bei Touristen aus aller Welt sehr beliebt – im Sommer ebenso wie im Winter. Rund eine Million Übernachtungen zählt der knapp 10.000-Seelen-Ort am tiefblauen, 68 Meter tiefen See, der umgeben ist von hohen Berggipfeln. Ein beliebtes Fotomotiv ist das schneeweiße Grand Hotel am Seeufer, das Ende des 19. Jahrhunderts im Belle Epoque-Stil errichtet wurde.

Der prominenteste Gast der Stadt war Kaiserin Elisabeth von Österreich. Sisi hielt sich 1885 in Zell auf, später auch ihr Ehemann Kaiser Franz Joseph. Sie wanderte gerne noch vor dem Morgengrauen auf den knapp 2.000 Meter hohen Hausberg, um den Sonnenaufgang inmitten der traumhaften Bergwelt zu erleben. Heute werden fast überall in den Alpen solche Touren für Frühaufsteher angeboten.
Ihr zu Ehren errichteten die Zeller auf ihrem Hausberg die Elisabeth-Kapelle. Sie wurde privat finanziert und am 10. September 1907 eingeweiht – neun Jahre nach der Ermordung der Kaiserin. Auf der Schmittenhöhe befindet sich auch der zwei Kilometer lange "Sisi Rundwanderweg".

Bad Reichenhall – Ein Kurpark mit Sole-Brunnen

Schon die Römer nutzten vor 2.000 Jahren die riesigen Salzvorkommen unter Bad Reichenhall und bauten den Ort zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum aus. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt zum luxuriösen, internationalen Kurort: Es wurde gekneippt, Sole getrunken, mit Sole gespült und Sole inhaliert. Deshalb baute man auch riesige Gradierwerke mitten in den 1868 angelegten Kurpark. Und immer noch sprudelt die Solequelle: gespeist aus der "Alten Saline" von 1838. Die riesigen Förderräder, die das salzige Wasser aus vierzehn Metern Tiefe nach oben pumpen, sind Tag und Nacht in Betrieb, 365 Tage im Jahr.

Das alte, mondäne Bad Reichenhall feiert Wiederauferstehung in dem 1929 entstandenen Werbefilm "Miss Evelyne – die Badefee", der einst auf Nobelkreuzfahrten gezeigt wurde, um reiche Kurgäste anzulocken. Im Mittelpunkt des komödiantischen Verwirrspiels steht die hübsche, reiche Amerikanerin Evelyne, die den Bad Reichenhaller Männern den Kopf verdreht. Die damals gerade eröffnete Predigtstuhlbahn spielt ebenso eine Rolle wie die neue Badeanstalt und der Kurpark. Und die Verlobungsszene am Schluss wurde im Saal des Park-Kinos gedreht, das 2018 seinen 100. Geburtstag feierte.

Parkgelände vor einem Kurgebäude

Der Kurpark von Bad Reichenhall

Salzburg – Schloss Mirabell und Mozart

Salzburg ist ein internationales Top-Touristenziel. Kein Wunder: Hier gibt es alles, was sich Besucher wünschen: grandiose Gebäude, einen Fluss und süßes Leben. Durch Salzburg fließt die Salzach. Eine der Brücken ist der Makartsteg, benannt nach dem dem Maler Hans Makart, mittlerweile von hunderten gravierten Liebesschlössern geziert. Das Alpensalz hat auch in Salzburg die Menschen bestens ernährt. Und Gold wurde auch gefunden. So konnten die herrschenden Fürstbischöfe immer noch prächtigere Kirchen bauen.

Über allen thront die Festung Hohensalzburg – und Wolfgang Amadeus Mozart. Mal überlebensgroß auf dem nach ihm benannten Platz, mal als Pappaufsteller. Der 1756 hier geborene Komponist ist allgegenwärtig. Ein Ort zum Lustwandeln ist der Garten von Schloss Mirabell. Das Schloss hat einst ein Salzburger Erzbischof für seine Geliebte erbauen lassen. Da lag es noch außerhalb der Stadt. Heute gehört es zum historischen Zentrum. Den Park ließ Kaiser Franz Joseph schon 1854 für die Öffentlichkeit öffnen.

Tamina Kallert führt ihr Fahrrad durch eine Parkanlage

Tamina Kallert besucht den Mirabell-Garten in Salzburg.

Die Sternwarte von Salzburg liegt etwas außerhalb, damit das Streulicht aus der Stadt hier nachts nicht die teuren Teleskope beim Blick in ferne Galaxien stört. Im Kinosaal der überwiegend mit Spendengeldern finanzierten Sternwarte werden die Bilder vom Teleskop live übertragen. Und die spektakulärsten Aufnahmen kann man sich auch Jahre später noch anschauen. An manchen Abenden leuchtet die Sternwarte wie eine Diskokugel. Denn besonderes Augenmerk legen die Forscher darauf, noch mehr Jugendliche als bisher für den Blick in den Himmel zu begeistern.

Passau – die Drei-Flüsse-Stadt

Die prachtvollen Städte entlang des Tauernradwegs verdanken ihren Reichtum auf die eine oder andere Weise allesamt dem Salz. Passau wurde mit seinen drei Flüssen zum größten Handelsort in Ostbayern. Über den Inn kam das Salz, über die Ilz das Holz aus dem Bayerischen Wald, und über die Donau wurde alles weiter verschifft und auf bergigen Wegen Richtung Osteuropa transportiert.

Heute hat Passau rund 55.000 Einwohnern und ist eine junge, lebenslustige Universitätsstadt. Sehenswert ist die barocke Altstadt aus dem 17. Jahrhundert, in deren Zentrum sich der St. Stephansdom mit der größten Domorgel der Welt erhebt. Vor den Toren der barocken Kirche findet jeden Samstag einer der schönsten Wochenmärkte der Region statt.

Zu den Wahrzeichen der Stadt gehört der Schaiblingsturm auf der Südseite der Passauer Altstadt am Innkai. Der runde, weiße Turm mit dem hohen, roten Spitzhelm ist ein Zeuge der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Passau. Um 1250 gebaut, diente er als Wehrturm und Schutz für die auf dem Inn segelnden Schiffe während des Salzhandels. Das Salz wurde am Kai entladen und im Turm gelagert und bewacht – so wertvoll war das weiße Gold.

Weißer, runder Turm mit rotem Ziegeldach direkt am Ufer eines Flusses

Der Schaiblingsturm befindet sich am Innkai, auf der Südseite der Passauer Altstadt.

Lesetipps Tauernradweg

Bikeline Radtourenbuch. Tauern-Radweg. Entlang der Flüsse Salzach, Saalach und Inn 1:50 000.
Esterbauer, 10. überarb. Aufl. 2012
ISBN 978-3850000598
Preis: 14,90 Euro

Karin Hornberg
Kompass Fahrradführer Tauernradweg. Entlang von Salzach, Saalach und Inn
Kompass, 2013
ISBN 978-3850267663
Preis: 14,90 Euro

Wolfgang Ortner
Der Genussradler. Tauernradweg
Eigenverlag, 2020
ISBN 979-8613869107
Preis: 14,50 Euro

Peter Kränzle, Margit Brinke
CityTrip Salzburg. Reiseführer
Reise Know-How Verlag, 8. akt. Aufl. 2019
ISBN 978-3831732456
Preis: 12,95 Euro

Stand: 22.09.2019, 20:15