Wildromantische Maremma

Wildromantische Maremma

Die Maremma umfasst annähernd die ganze südliche Toskana. Im engeren Sinne versteht man darunter den Landstrich an der Küste zwischen dem Golf von Follonica bis zur Lagune von Orbetello. Die südliche Küste der Toskana bietet schöne Sandstrände, mal gepflegt italienisch bewirtschaftet, mal aber auch ganz urwüchsig naturbelassen. Die hübschen Küstenorte heißen Castiglione della Pescaia und Talamone. In ersterem findet man stets viele deutsche Touristen. Letzterer hat einen bezaubernden Renaissancekern, denn er war im 16. Jahrhundert der Hafen der freien Stadt Siena.

Blick über grünes Buschwerk auf Stadt am Meer

Pittoresk am Meer: Castiglione della Pescaia

Ein wenig entfernt von der Küste liegt Albarese. Von dort betritt man einen riesigen Naturpark, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Manche Leute sagen, es sei die „Serengeti der Toskana“. Und tatsächlich: Man betritt hier die wohl schönste und wildeste Ecke der Maremma. Für den Weg durch dieses faszinierende Naturschutzgebiet leiht man sich am besten Fahrräder am Eingang. Dann geht es fast 25 Kilometer quer durch unberührte Natur bis an die Küste. An vielen Stellen riecht man den Rosmarin, der hier in riesigen Büschen wächst. Die vielen Olivenbäume sehen im unteren Bereich wie vom Gärtner abgeschnitten aus. Die Tiere fressen die Bäume bis hierhin ab, höher kommen sie nicht.

Während des Sommers darf man übrigens nur geführt den Park durchqueren. Aus Rücksicht auf die Tiere, aber auch weil unvorsichtige Besucher in den heißen Sommermonaten schon einmal Waldbrände ausgelöst hatten. Es gibt deutschsprachige Führungen.

Zwei Frauen sitzen am Sandstrand neben einer großen Pyramide aus Treibholz

Tamina Kallert mit ihrer Begleiterin am Naturstrand im Maremma-Park

Wenn man zum Meer kommt, sollte man in einiger Entfernung zum Strand einen Blick auf die Küstenlandschaft werfen. Wie Soldaten stehen Wehrtürme jeweils in einigen Kilometern Entfernung. Ein Alarmsystem: Wenn der Feind nahte, hat man früher von Turm zu Turm Feuerzeichen gegeben. Die Bevölkerung konnte dann ins Hinterland fliehen. Heute kann man einige Türme besteigen und den wunderbaren Ausblick genießen. Einen Turm aus dem 16. Jahrhundert kann man sogar als Ferienunterkunft mieten. Der Torre Delle Cannelle besitzt mehrere Terrassen, einen Garten und einen eigenen Zugang zum Meer.

Dass die Maremma einst eine Sumpflandschaft war, kann man heute noch erahnen. Den Etruskern war es schon mal gelungen, die Landschaft durch den Bau eines Kanalsystems teilweise trocken zu legen, aber nach der Römerzeit versank das Land wieder im Sumpf. Und was viel schlimmer war: Seit dem Mittelalter breitete sich die Malaria aus und raffte einen Großteil der Bevölkerung hin. Erst ab dem 19. Jahrhundert begann man erneut, die Sümpfe trockenzulegen, um der total verarmten Bevölkerung wieder auf die Beine zu helfen. Mit den Sümpfen ist auch die Malaria verschwunden.

Flusslauf durch niederes Buschwerk

Die ehemalige Sumpflandschaft der Maremma

Am Ende der Tour, nachdem man das ganze Naturschutzgebiet durchquert, erreicht man einen Naturstrand, genauso wild wie der ganze Park. Gut, wenn man genug Wasser mitgenommen hat. Hier gibt es keinen Kiosk, nur Landschaft und Meer.

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Christiane Möllers

Stand: 26.04.2015, 20:15