Valencia und die Costa Dorada

Historische Gebäude in der Altstadt von Valencia

Valencia und die Costa Dorada

Valencia

Die Hafenstadt Valencia liegt an der Südostküste von Spaniens Festland. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die Seidenbörse, die Ende des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil gebaut wurde und seit 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Aus dem gleichen Jahrhundert stammt das imposante Gebäude, in dem sich der Sitz der Regionalregierung der Provinz Valencia befindet. Der 70 Meter hohe Glockenturm Miguelette der im gotischen Stil erbauten Kathedrale Santa María gilt als Wahrzeichen von Valencia und bietet nach einem Aufstieg über 207 Stufen einen großartigen Blick über die Stadt. Und am Rathausplatz stehen die prunkvollen Gebäude der Hauptpost und das Rathaus selbst, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde und einen ganzen Häuserblock einnimmt. Der Rathausplatz ist zentraler Punkt für öffentliche Festakte.

Markthallen im Jugendstil

Die Markthallen mit mehr als 8.000 Quadratmeter sind die größten Spaniens. Das Jugendstilgebäude wurde 1917 errichtet und 2004 grunderneuert. Es ist und zählt zu den schönsten seiner Art in Europa. Ein Besuch lohnt sich besonders zur Mittagszeit, wenn das Licht durch die Buntglasfenster und die hohe Kuppel aus Eisen und Glas leuchtet. An rund 1.000 Ständen werden in der Markthalle Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch verkauft sowie alle Facetten des berühmten spanischen Schinkens – des Jamon Serrano.

Blick in eine große Markthalle mit vielen Ständen

Die Markthalle im Jugendstil stammt aus dem Jahr 1917.

Stadt der Künste und Wissenschaften

Nicht weit vom Zentrum liegt die "Stadt der Künste und Wissenschaften", ein futuristischer Gebäudekomplex von Stararchitekt Santiago Calatrava, das sich zum modernen Wahrzeichen von Valencia entwickelt hat. Unter dem Dach, das aussieht wie ein riesiges, weißes Raumschiff, befinden sich die Oper und der Musikpalast mit mehr als 5.000 Plätzen. Das Museum der Wissenschaften ist ein Mitmach-Museum von einem enormen Ausmaß: Auf 241 Meter Länge und 104 Meter Breite werden vor allem Naturwissenschaften und (neue) Technologien vermittelt. Das größte Meeresaquarium Europas verfügt über sieben unterschiedliche Meeresräume, in dem über 45.000 Lebewesen und 500 verschiedene Arten Platz finden. Hier werden die wichtigsten Meeressysteme unseres Planeten nachgebildet. Das Hemisfèric ist ein digitales 3D-Kino mit einer nach innen gewölbten, 900 Meter langen Leinwand.

Futuristisch anmutende Gebäude, davor ein Wasserbecken

Die neue Oper in der "Stadt der Künste und Wissenschaft" erinnert an ein Raumschiff.

Die Fallas – Ein Frühlingsfest mit brennenden Pappmaché-Figuren

Jedes Jahr im März bereiten sich die Valencianer auf ein traditionelles Riesen-Event vor: die "Fallas", das mehrtägige Frühlingsfest mit Umzügen, Musik und riesigen Pappmaché-Figuren, die zum Schluss verbrannt werden. Die schönste Figur wird prämiert und zieht als Miniatur nachgebildet ins örtliche Museum ein. Seit 2016 zählen die Fallas de Valencia zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe. Gebaut werden die Figuren von den Fallas-Vereinen der 40 Stadtviertel Valencias. Rund 400 Nachbarschaftsvereine mit Trachten und Blaskapellen laufen beim Umzug mit und bringen Blumen zur Plaza de la Virgen, zum Platz der Jungfrau, in Valencias Altstadt. Die Männer tragen Anzüge, die Frauen und Mädchen Kleider aus Seide und Brokat, ihre Haare kunstvoll hochgesteckt. Immer dabei: der Fächer. Rund 80 Prozent dieses wichtigen Damen-Accessoires werden heute in Valencia hergestellt. Der Ursprung des Festes geht auf eine Tradition der Tischler zurück, die am Vorabend des Josefstages am 19. März vor ihren Werkstätten Lumpen und Holzreste verbrannten, die ab dem 18. Jahrhundert zu Figuren dekoriert wurden, aus denen sich im Laufe der Zeit die heutigen Fallas entwickelten.

Straßenumzug mit viel Feuerwerk

Die Fallas de Valencia finden immer im März statt und gehören zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe.

Costa Dorada

Etwa zwei Stunden von Valencia entfernt liegt die Costa Dorada in der Region Katalonien. Die mehr als 200 Kilometer lange "Goldene Küste" hat ihren Namen von den flach abfallenden, goldgelben Stränden, die die Region zu einem beliebten Feriengebiet gemacht haben.

Kilometerlanger breiter Sandstrand

Strand an der Goldküste

Cambrils

Der beliebte Urlaubsort Cambrils in der Provinz Tarragona war einst ein Fischerdorf. Im Hafen liegt neben großen Yachten immer noch eine kleine Fischereiflotte. Die Rückkehr der Boote kann man werktags gegen 16 Uhr beobachten – und den frischen Fang in einem der Restaurants probieren. Cambrils gilt als kulinarische Hauptstadt der Costa Dorada. Zu den gebratenen Gambas oder zu kleinen Tintenfischen serviert man hier gern die typische Romesco-Soße aus püriertem Gemüse, Mandeln und Knoblauch. Typisch katalanisch sind auch die Reisgerichte.

Die Altstadt ist umgeben von mittelalterlichen Mauern und Wachtürmen, die einst vor Piratenangriffen schützten: Der Torre de l‘Ermita aus dem 14. Jahrhundert beherbergt archäologische Überreste sowie zahlreiche Baupläne, Fotografien und Modelle, die mit der Geschichte der Gemeinde verbunden sind. Die schönste Aussicht hat man vom Telégrafo de l’Esquirol, einem ehemaligen Signalturm. Im Hafen von Cambrils starten Rundfahrten mit dem Katamaran. Hier beim Schnorcheln viele Fische zu sehen, ist sehr wahrscheinlich.

Sitges

Sitges liegt in der Nähe des Naturschutzgebiets Parc National del Garraf im Norden der Costa Dorada. Die flachen Sandstrände und die gute Wasserqualität locken nicht nur Urlauber, sondern auch Einheimische aus dem rund 35 Kilometer entfernten Barcelona. Über drei Kilometer erstreckt sich die von Palmen gesäumte Strandpromenade. Sitges war und ist eine Künstlerhochburg. Schon Ende des 19. Jahrhunderts kamen die Maler wegen des schönen Lichtes. In dem Küstenort hat sich über viele Jahre ein besonders liberales und weltoffenes Klima etabliert. So ist Sitges auch zum Treffpunkt vieler Homosexueller geworden.

Alljährlich im August wird die Festa Major zu Ehren des Apostels St. Bartholomäus, des Schutzheiligen von Sitges gefeiert. Neben Musik, Tanz und Feuerwerk gehören Umzüge mit den Gigantes dazu, die bei keinem katalanischen Volksfest fehlen dürfen. Die bis zu vier Meter hohen Figuren stellen historische Gestalten dar und erzählen von alten Geschichten des Ortes.

Blick über Meeresbucht auf die Stadt Sitges mit Kathedrale

Die Stadt Sitges

Penedès – Die Heimat des Cavas

Etwas weiter im Hinterland liegt Penedès, die bedeutendste Weinregion Kataloniens. Hier wird mehr als 90 Prozent des Cavas, des berühmten spanischen Schaumweins, hergestellt. Die Bezeichnung "Denominació d’Origen Cava" (DO Cava) ist geschützt wie die des Champagners in Frankreich. Das Verfahren zur Herstellung von Cava ist kompliziert: Der zu Weißwein vergorene Basissaft wird mit zusammen mit Hefe in Flaschen abgefüllt. Während der zweiten Gärung müssen die Flaschen in Abständen gedreht werden. Nach neun Monaten wird die Hefe in den Flaschenhals gerüttelt und später mit einem Vereisungsverfahren entfernt. Das Gut Codorniu gilt als "Stammhaus" des Cavas. Das Gebäude wurde 1895 im Stil des katalanischen Jugendstils, des Modernismo, gebaut und steht heute unter Denkmalschutz. Noch bis in die 1960er-Jahre wurden im Eingangsbereich die Flaschen verkorkt. Unter der Erde der traditionsreichen Sektkellerei, die seit 1976 zum nationalen Kulturerbe gehört, erstrecken sich 30 Kilometer Gewölbe, in denen der Cava bei Ideal-Temperaturen zwischen 14 und 16 Grad Celsius lagert. Im Weinmuseum von Vilafranca des Penedès wird die Historie des Weinbaus in dieser Region bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. dokumentiert.

Das Weingut Codorniu im Jugendstil

Das Weingut Codorniu wurde 1895 im Stil des katalanischen Jugendstils gebaut und steht heute unter Denkmalschutz.

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Holger Grumt Suárez, Rolando Grumt Suárez
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Stand: 07.03.2021, 20:15