Triglav Nationalpark, das Soča-Tal, Bovec, Trenta, Kobarid

Blick über einen bewaldeten Berghang auf den schroffen Gipfel des Berges Triglav

Triglav Nationalpark, das Soča-Tal, Bovec, Trenta, Kobarid

Der Nordwesten Sloweniens ist von den Julischen Alpen geprägt und ein Paradies für Wanderer und Kletterer. Dieser Teil des Landes gehörte lange Zeit zum Habsburger Reich, also den Österreichern. Früher wurde hier Deutsch gesprochen. Und auch die kleinen Städtchen und deren Architektur ähneln denen im nahen Österreich. In diesem Gebiet liegt der einzige Nationalpark Sloweniens. Seinen Namen hat er vom höchsten Berg des Landes, dem 2.864 Meter hohen Triglav. Seit 2003 steht der Triglav Nationalpark auf der UNESCO-Liste der Biosphärenreservate. Auf einer Fläche von 880 Quadratkilometern findet man eine Natur mit viel Wald, Karstquellen, Flüssen, malerischen Gletscherseen, Alpenblumen, die nur hier wachsen, und neben Murmeltieren und Steinböcken auch Luchse, Bären und Wölfe.

Das Soča-Tal – Rafting in smaragdgrünem Wasser

Der Gebirgsfluss Soča ist einer der letzten Wildflüsse Europas und für die Slowenen ein Naturdenkmal. Er fließt durch das gleichnamige Tal, das mit seinen Schluchten, Klammen und Wasserfällen als eines der schönsten Naturspektakel in Slowenien gilt. Die Soča entspringt in den Julischen Alpen und bahnt sich über 137 Kilometer und frei von künstlichen Barrieren ihren Weg Richtung Süden. In Italien heißt sie "Isonzo" und fließt in den Golf von Triest. Das smaragdgrüne Wasser ist eiskalt und kristallklar. Hier lebt die größte Forellenart der Welt. Die Marmorata erreicht eine Länge von mehr als 120 Zentimetern.

Bergfluss mit grün schimmerndem Wasser in einem bewaldeten Tal

Der Gebirgsfluss Soča ist einer der letzten Wildflüsse Europas.

Die wilden Gewässer und mächtigen Bergketten im oberen Soča-Tal sind vor allem ein Paradies für Wassersportler. Von Rafting über Canyoning bis hin zum Kajakfahren ist alles möglich. Aber auch Wanderer, Bergsteiger und Mountainbiker kommen hier auf ihre Kosten, vor allem im unteren Soča-Tal bei Nova Gorica.

Anne Willmes liegt mit Rafting-Ausrüstung im klaren Wasser eines Bergflusses

Anne genießt die Abkühlung nach einer Rafting-Tour auf der Soča.

Bovec ist der größte Ort im Soča-Tal. Er liegt direkt an der Grenze zu Italien und ist zugleich nur 30 Kilometer von Österreich entfernt. In den Sommermonaten verwandelt sich Bovec in ein Mekka für Outdoor- und Actionfans. Paragliding, Rafting, Kajakfahren und Canyoning – für jede Sportart finden sich mehrere Anbieter. Eine Attraktion ist die drei Kilometer lange Zipline, auf der man mit bis zu 60 km/h über eine 200 Meter tiefe Schlucht saust. Die Abfahrt an dem 600 Meter langen Stahlseil bietet einen Panoramablick auf den Bovec-Talkessel und die umliegenden Zweitausender.

Trenta – Idylle mit Bergbauernhof

Das schmale Trenta-Tal, in der die Soča entspringt, wird zwischendurch breiter und begeistert mit seinen typischen Wiesen und vereinzelten Bauernhöfen. Die Landschaft erinnert an das nahe Österreich. Kleine Campingplätze und Gasthöfe laden Wanderer und Besucher zum Entspannen ein. Den namensgebenden Ort Trenta durchquert man zwangsläufig auf der Weiterfahrt durch den Triglav Nationalpark. Sehenswert die schöne Kirche der Hl. Madonna von Loreto im Weiler Pri Cerkvi. Im dazugehörenden Museum erhält man einen Einblick in die Geschichte und das Kulturerbe der Region, die seit dem 14. Jahrhundert bewohnt ist. Im gleichen Gebäude befindet sich auch das Besucher- und Informationszentrum des Nationalparks Triglav.
Nahe Trenta, auf dem Weg nach Bovec, liegt der Hof Pri Plajeru, einer von nur zwölf Ferienbauernhöfen im gesamten Soča-Tal. Die Besitzerin Stanka Pretner, Ehefrau des Leiters des Triglav Nationalparks, vermietet sechs Apartments, aber auch Schlafplätze im Heu.

Wiesen-Wald-Landschaft vor Bergkulisse

Idyllisch mutet die Landschaft auf dem Weg nach Trenta an.

Kobarid – Schauplatz einer blutigen Geschichte

Die kleine Ortschaft Kobarid liegt im oberen Soča-Tal. Sie war historischer Schauplatz von grausamen Kämpfen im Ersten Weltkrieg. Damals gehörte dieser Teil des heutigen Sloweniens zu Österreich. In den zwölf sogenannten Isonzo-Schlachten (Isonzo ist der italienische Name für Soča) zwischen Österreich-Ungarn und Italien starben über 400.000 Menschen. Mit Fotos, historischen Exponaten und anhand von Modellen vermittelt das Kobarid Museum das harte Leben der Zivilbevölkerung sowie die Leiden der Soldaten. Das Museum, das auch die Geschichte des Ortes von der Urzeit bis zur Gegenwart zeigt, wurde 1993 vom Europarat als europäisches Kulturerbe prämiert. Es ist ganzjährig geöffnet; alle Erklärungen gibt es auch auf Deutsch. Auch in der Landschaft findet man noch heute Spuren aus dem Ersten Weltkrieg: Zahlreiche von den Soldaten in die Felsen gesprengten Hohlräume, Bunker und Versorgungsschächte sind erhalten geblieben. Ein historischer Lehrpfad verbindet die Umgebung Kobarids mit wichtigen historischen, kulturellen und Naturdenkmälern.
Über die Grenzen Kobarids hinaus bekannt ist das Restaurant "Hisa Polonka". Es bietet traditionelle slowenische Küche sowie frische Forellen aus der Soča. Dazu gibt es selbst gebrautes Bier.

Blick in einen Ausstellungsraum mit historischen Zeitdokumenten

Im Kobarid Museum wird die Zeit des Ersten Weltkrieges thematisiert.

Lesetipps zu Slowenien

Veronika Wengert
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Dieter Schulze
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Dumont Reiseverlag, 2. Aufl. 2019
ISBN 978-3616010380
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Evamaria Wecker
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Preis: 16,90 Euro

Daniela Schetar,Friedrich Köthe
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Elisabeth Tschernitz-Berger
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Stand: 16.08.2020, 20:15