Die Tropfsteinhöhle von Postojna, der Ferrari-Garten in Štanjel, das Gestüt Lipica

Besucherzug fährt durch die mit Kronleuchtern beleuchtete Tropfsteinhöhle von Postojna

Die Tropfsteinhöhle von Postojna, der Ferrari-Garten in Štanjel, das Gestüt Lipica

Die Tropfsteinhöhle von Postojna liegt in der hügeligen Karstlandschaft Sloweniens. Sie war schon im 19. Jahrhundert ein echter Touristenmagnet. Mittlerweile sind 24 Kilometer des Höhlensystems erschlossen. Damit gilt die Tropfsteinhöhle als eine der größten der Welt. Früher hat sich hier die adelige Elite des Landes zu gesellschaftlichen Events getroffen. Anlässlich des Besuchs des österreichischen Kaisers Franz Josef 1883 erstrahlte die Unterwelt zum ersten Mal in elektrischem Licht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Tanzsaal mit Kronleuchtern aus Muranoglas geschmückt.

Von einem klassizistischen Bau, in dem sich der Eingang befindet, geht es mit einer der ältesten Höhlenbahnen der Welt ins Innere. Die Grottenbahn führt durch ein Geflecht aus unterirdischen Gängen, Galerien und Sälen, vorbei an meterhohen Tropfsteinen. Sogar einen Fluss gibt es hier unten. Nach 3,5 Kilometern geht es zu Fuß über barrierefreie Wege weiter. Die Führung dauert insgesamt anderthalb Stunden und findet jeden Tag statt. Am Ende des Weges kann man Souvenirs kaufen – in einem unterirdischen Postamt. Es wurde 1899 eingerichtet, und noch heute kann man von hier aus Ansichtskarten verschicken.

In den Höhlen leben über 130 verschiedene Tierarten. Die größten und berühmtesten sind die Grottenolme. Extra für sie wurde ein Vivarium geschaffen, durch das man das Leben und die Entwicklung dieser Tiere beobachten kann – von der Eiablage bis zum Schlüpfen der kleinen Grottenolme.

Weißlicher Grottenolm

In der Höhle leben die Grottenolme in einem eigens für sie geschaffenen Vivarium.

Štanjel – eine Parkanlage auf einer Bergkuppe

Štanjel ist ein pittoreskes Bergdorf am östlichen Rand des Karstgebirges und eine der ältesten Siedlungen in der Region. Von einer Bergkuppe blickt man auf drei angrenzende Täler mit Weinbautradition. Das Regenwasser war hier immer kostbar und wurde jahrhundertelang über Regenrinnen aus Stein in Zisternen geleitet. Vor diesem Hintergrund ist der imposante Garten- und Landschaftspark der "Vila Ferrari" etwas Besonderes: Der Triester Arzt Enrico Ferrari, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts hier niederließ, wollte seine Arztpraxis als Luftkurort ausbauen. In seinem Auftrag gestaltete sein Schwager, der bekannte Architekt Max Fabiani, zwischen 1915 und 1935 eine terrassenförmige Parkanlage. Er legte ein komplexes Bewässerungssystem an, das die Gebäude, die Beete und große Becken aus Beton mit fließendem Wasser versorgte.

Die mittelalterliche Atmosphäre von Štanjel mit Burg, Festungsmauern und Wehrtürmen, Torbögen, steinernen Brunnen und Treppen lässt den Ort wie eine Filmkulisse erscheinen. Aber die liebevoll restaurierten Karsthäuser sind bewohnt. Im alten Burghof werden im Bistro Grad Štanjel regionale Spezialitäten serviert. Dazu gehören der luftgetrocknete Karstschinken und der rote Schaumwein Penina.

Das Dorf Stanjel auf einer bewaldeten Bergkuppe

Das pittoreske Bergdorf Štanjel ist eine der ältesten Siedlungen in der Region.

Lipica – zu Besuch bei den Lipizzanern

20 Kilometer südlich von Štanjel befindet sich das Gestüt Lipica, Heimat der weltberühmten Lipizzaner. Das älteste Gestüt Europas wurde 1580 von Erzherzog Karl gegründet und gehörte bis 1908 zum Wiener Hof. Wer morgens um 9.00 Uhr kommt, erlebt bei der Anfahrt durch den Park und die langen Lindenalleen ein kleines Schauspiel: Die Stuten verlassen mit ihren Fohlen die Ställe und stürmen auf die Weiden. Schon die Römer sollen diese besonderen Karstpferde für ihre Schnelligkeit und Ausdauer geschätzt haben. Das Gelände ist sehr weitläufig, aber mit der historischen Kutsche kann man alles bequem erkunden. Über 90 Prozent der Lipizzaner sind Schimmel, sie werden aber meist mit einem dunklen Fell geboren und erst mit den Jahren weiß. Berühmt wurden die Pferde durch die Wiener Hofreitschule. Das Gestüt kann zu festgelegten Zeiten besichtigt werden. Die Touren werden in verschiedenen Sprachen durchgeführt. Man kann beim offiziellen Training der Lipizzaner zusehen, den ältesten Stall besichtigen, wo alle klassischen Lipizzaner-Linien vertreten sind, das Lipizzaner-Museum und das Kutschen-Museum besuchen. Außerdem werden Reitstunden angeboten. Und seit einiger Zeit gibt es Pferdeflüsterer-Kurse für Touristen.

Anne Willmes geht auf eine Gruppe weißer Pferde zu

Anne als Pferdeflüsterin in Lipica

Lesetipps zu Slowenien

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Stand: 16.08.2020, 20:15