Die Küste: Izola, Piran, Portorož, die Salzgärten von Sečovlje

Mehrere Frauen rudern auf einem Boot der untergehenden Sonne entgegen

Die Küste: Izola, Piran, Portorož, die Salzgärten von Sečovlje

Izola lebt vor allem vom Tourismus und ist im Sommer ausgesprochen lebendig. Die italienische Vergangenheit sieht man dem Stadtbild heute noch an. Venezianische Paläste, schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster und Tore in der Altstadt verleihen Izola einen besonderen Charme. In einem besonders schönen Gebäude befindet sich die politische Vertretung der italienischen Minderheit. Auch die Märkte erinnern an die italienische Lebensweise.

In dem kleinen Museum Izolana, dem Haus des Meeres, wird die Fischfangtradition der Gegend wieder lebendig, die die Stadt einst bedeutend gemacht hat. Ende des 19. Jahrhunderts gab es hier eine Fischkonservenfabrik, die weltweit exportierte. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht, als Slowenien zu einem Teil von Jugoslawien wurde. Ab den 1960er-Jahren ging der Fischbestand immer weiter zurück. Heute liegen im kleinen Hafen vor allem Jachten und Segelboote. An die Fabrik erinnert nur noch der Schornstein.
Wenige Kilometer von Izola entfernt liegt eine Bio-Fischfarm, in der Wolfsbarsche, Goldbrassen und Muscheln gezüchtet werden. Initiator ist Ugo Fonda, ein international anerkannter Experte in Sachen Meeresbiologie. Touristen können bei einem Bootsausflug Einblick in den Arbeitsablauf der Fisch- und Muschelfarm gewinnen.

Piran – ein Hauch von Venedig

Piran mit seinen 4.000 Einwohnern gilt als das Juwel unter Sloweniens Küstenstädten. Die Stadt wurde einst gebaut, um das Leuchtfeuer für die Hafenstadt Koper abzusichern. Auch hier ist das Stadtbild von der Herrschaft der Venezianer geprägt, am Rathaus prangt der Markuslöwe. Der Turm der Kathedrale, auf den 146 Stufen führen, ist dem Markusturm in Venedig nachempfunden. Zu den ältesten Gebäuden gehört das Haus Veneziana, erbaut Mitte des 15. Jahrhunderts von einem reichen Venezianer für dessen Geliebte in Piran. An der Hauswand steht in Stein gemeißelt der Satz: "Lassa pur dir" (Lass sie nur reden) – als Antwort auf die Kommentare der Nachbarn.

Der ovale Tartiniplatz mit seinen Palazzi war früher das Hafenbecken, das Ende des 19. Jahrhunderts zugeschüttet wurde. Benannt ist er nach dem italienischen Komponisten und Geiger Giuseppe Tartini (1692-1770). Der Platz mit dem Denkmal des berühmtesten Sohns der Stadt ist bei den Touristen sehr beliebt. Aber es lohnt sich auch, die Altstadt drumherum zu erkunden. Die preisgünstigeren Lokale liegen meist etwas versteckt. In diesem verwinkelten historischem Zentrum hat auch Nika Domnik ihren Laden, in dem die Künstlerin ihre Miniaturen der Piraner Häuser verkauft.
Den schönsten Blick auf die Altstadt und den Hafen, wo die Fischer ihren Fang direkt vom Boot verkaufen, hat man von der historischen Stadtmauer. Bis nach Kroatien und Italien und ins Hinterland von Slowenien kann man vom Kirchturm von St. Georg blicken.

Blick über Ziegeldächer auf einen ovalen Platz inmitten der Altstadt von Piran

Der Tartiniplatz inmitten der Altstadt von Piran war früher das Hafenbecken.

 

Portorož und ein Spa in den Salinen

Drei Kilometer südlich von Piran liegt Portorož, Sloweniens bedeutendster Badeort und der einzige mit einem Sandstrand, der allerdings aufgeschüttet wurde. Er erlebte seinen Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts zur Zeit der Habsburger. Das Palace Hotel und einige Villen zeugen noch vom Glanz der österreichischen KuK-Dynastie. Mit der Eisenbahn war der Badeort auch damals von Wien aus gut zu erreichen. Es gab viele Kureinrichtungen, ein Freibad sowie ein reges Badeleben. Das Palace Hotel, erbaut 1908, gehört heute zu einer großen Hotelkette und steht inklusive Garten unter Denkmalschutz.

Außenansicht des Palace Hotels in Portorož

Das Palace Hotel in Portorož zeugt noch vom Glanz der österreichischen KuK-Dynastie.

In unmittelbarer Nähe des Ortes befinden sich die berühmten Salinen von Sečovlje. Schon seit dem Mittelalter wird hier ein sehr weißes Salz abgebaut. In einem ehemaligen Arbeiterwohnhaus befindet sich heute ein Museum zur Geschichte des Salzhandels. Das Erdgeschoss diente früher als Aufbewahrungsort der Werkzeuge und als regengeschütztes Salzlager. Im Obergeschoss wurde gewohnt. Die Einrichtung vermittelt einen Einblick in das einfache Leben im frühen 20. Jahrhunderts.
Ein Bereich der Salinen wird nicht bewirtschaftet, sondern der Natur überlassen. Hier befindet sich das Naturschutzgebiet Fontanigge, das mit seinen weiten Feuchtwiesen vielen Vögeln Nahrung bietet. Mehr als 270 Arten leben hier, im Frühjahr und Herbst auch Flamingos. Von Juni bis September hat hier auch ein Spa geöffnet: Man kann im Salzwasser baden und Kneipp - und Wellness-Anwendungen buchen.

Salzabbau in den Salinen

In den Salinen von Sečovlje wird ein sehr weißes Salz abgebaut.

Lesetipps zu Slowenien

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Elisabeth Tschernitz-Berger
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Stand: 16.08.2020, 20:15