Vom Halterner Silbersee in die Hohe Mark

Vom Halterner Silbersee in die Hohe Mark Wunderschön! 14.03.2021 01:28:25 Std. Verfügbar bis 14.03.2022 WDR

Vom Halterner Silbersee in die Hohe Mark

Waldbaden liegt im Trend, entspannt und macht Spaß. Auf seinen Wanderungen vom Halterner Silbersee durch die Hohe Mark bis an den Rhein bei Rees legt Marco Schreyl immer wieder Pausen ein – und erlebt den Wald mit allen Sinnen. Begleitet wird er von der Naturerlebnispädagogin und Waldbade-Expertin Petra Hölters. Eindrucksvoll ist der Dämmerwald bei Schermbeck, wo alles wachsen darf, wie es will, und das "Arboretum Grenzenlust" mit seltenen Gehölzen aus dem 18. Jahrhundert. Neben viel Natur entdeckt Marco Schreyl interessante Bauwerke, pittoreske Ortschaften, Kultur, Handwerk und Kunst. Gastfreundschaft wird groß geschrieben im "Pankok Museum Haus Esselt" bei Hünxe; und an der alten Windmühle im Freilichtmuseum Reken gibt es frisch gebackenes Brot. Nur für Schwindelfreie ist der Besuch im Kletterpark bei Borken und der Aufstieg auf den 32 Meter hohen Aussichtsturm im Naturschutzgebiet Haard.

Waldbaden für Körper und Seele

Waldbaden ist in Japan bereits ein fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge, wird aber auch in Deutschland immer beliebter. Der japanische Ausdruck "Shinrin Yoku" bedeutet so viel wie "ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen". Wer sich im Wald aufhält, so zeigten Untersuchungen, senkt seinen Blutdruck und reduziert Stresshormone. Beim Waldbaden geht es darum, auf intensive Art und Weise mit den Bäumen und der Natur auf Tuchfühlung zu gehen, zum Beispiel indem man Bäume umarmt, barfuß läuft oder in einer Hängematte liegend den Geräuschen lauscht. Entscheidend ist das achtsame, absichtslose Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes, bei dem alle Sinne weit geöffnet sind. Petra Hölters aus Pulheim ist zertifizierte Naturerlebnispädagogin und hat 2017 die "Waldwiese" gegründet. Sie bietet verschiedene Kurse und Workshops zum Waldbaden an.

Marco Schreyl liegt im Wald in einer Hängematte,  Petra Hölters sitzt auf dem Waldboden

Petra Hölters beobachtet Marco Schreyl beim Waldbaden in einer Hängematte.

Hohe Mark: viertgrößter Naturpark in NRW

Der Naturpark Hohe Mark wurde im März 1963 in Haltern am See gegründet und liegt an der Schnittstelle von Münsterland, Niederrhein und Ruhrgebiet. Nach seiner Erweiterung 2019 ist er mit jetzt 1.978 Quadratkilometern der viertgrößte Naturpark in NRW und reicht von Wesel im Westen bis nach Datteln im Osten und von Gescher im Norden bis nach Bottrop im Süden. Die Landschaft ist bis auf einige Hügel überwiegend flach und abwechslungsreich: große Waldgebiete und weite Heideflächen, Moore und Wiesen, Weiden und Felder, dazwischen Seen, Flüsse und geschützte Flussauen. Für Wanderfreunde ist der Naturpark Hohe Mark ein Paradies. Der bekannteste Wanderweg ist der Hohe Mark Steig, der 158 Kilometer quer durch den Naturpark führt – von Olfen bis nach Wesel. Wer in die Pedale treten möchte, erlebt auf der "Hohe Mark Radroute" unterschiedliche Landschaftsformen und die Natur ganz nah. Die Route umfasst elf Etappen und ist knapp 310 Kilometer lang.

Der Feuerwachturm in der Haard

Die Haard ist ein riesiges Waldgebiet im Osten des Naturparks Hohe Mark und liegt zwischen Haltern und Recklinghausen. Durch das rund 55 Quadratkilometer große Naherholungsgebiet führen zahlreiche Reit-, Rad- und Wanderwege. Auf der Gipfelregion des 138 Meter hohen Rennbergs steht ein stählerner Feuerwachturm. 143 Stufen führen zur Aussichtsplattform auf 32 Meter Höhe, dem Arbeitsplatz von Feuerwächter Siegfried Körner. Er hält Ausschau nach Waldbränden, nimmt sich für ein Gespräch mit Besuchern aber gerne Zeit. Von der Aussichtsplattform reicht der Blick über die Haard bis nach Flaesheim oder zur Schleuse am Wesel-Datteln-Kanal, bei klarer Sicht bis ins Ruhrgebiet und ins Münsterland.

In Marl-Hüls, am östlichen Rande des Naturparks Hohe Mark, liegt der kleine Flugplatz Loemühle. Er wurde 1959 gegründet und 2006 privatisiert. Regelmäßig werden Erlebnisflüge mit dem Gyrocopter angeboten. Der Verkehrslandeplatz dient auch als Basis für die luftarchäologische Forschung des Archäologischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum.

Aussichtsturm mitten im Wald

143 Stufen führen zur Aussichtsplattform auf den 32 Meter hohen Turm in der Haard.

Wölfe in freier Wildbahn und Forellen im Anglerparadies

Seit 2018 wurden am Niederrhein, insbesondere im Kreis Wesel, immer wieder Wölfe in freier Wildbahn gesichtet. Doch nur selten gelingen Fotos dieser scheuen Tiere. Am bekanntesten ist die Wölfin "Gloria", die die offizielle Kennung GW954f trägt und im Wald bei Hünxe und nahe Schermbeck gesichtet wurde. Immer wieder werden Übergriffe auf Weidetiere wie Schafe gemeldet, doch die Raubtiere dürfen nicht geschossen werden: Wölfe sind gemäß Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Wolfsberaterin Anja Baum arbeitet ehrenamtlich im Auftrag des Landes NRW. Im Wald sucht sie nach Wolfsspuren. Das können Pfotenabdrücke sein, Fellhaare oder Losung (Wolfskot). Die Biologin dokumentiert ihre Funde und sammelt die Daten, die später ausgewertet werden, um mehr über das Leben der Wölfe zu erfahren.

In der Nähe von Schermbeck, am Rande des Naturschutzgebietes Lichtenhagen, liegt das Angelparadies Schoel. In vierter Generation führt Bruno Schoel den Familienbesitz, zu dem fünf Teiche gehören, in denen Regenbogenforellen, Karpfen, Zander und Aale schwimmen. In der kleinen Gaststätte mit Biergarten wird neben Kaffee und selbst gebackenem Kuchen auch geräucherte Forelle aus eigener Zucht angeboten.

Marco Schreyl und Petra Hölters wandern auf einem Weg entlang des Rheins

Am Niederrhein bei Rees beenden Marco Schreyl und Petra Hölters ihre Wanderung.

Fotostrecke zum Halterner Silbersee

Ausgewählte Motive aus dem Wunderschön-Beitrag "Vom Halterner Silbersee in die Hohe Mark"

Marco Schreyl und der Pilot sitzen in einem Gyrocopter auf dem Startplatz

Marco Schreyl geht vom Flugplatz Loemühle mit dem Gyrocopter in die Luft.

Marco Schreyl geht vom Flugplatz Loemühle mit dem Gyrocopter in die Luft.

Eine gute Sicht hat man aus dem Gyrocopter auf die Region um den Halterner Silbersee.

Mit dem Elektrofloß kann man die Auenlandschaft um den Fluß Stever erkunden.

Die Kökelsumer Brücke ist Ausgangspunkt der Flusstouren.

Der Feuerwachturm in der Haard

In den Wäldern werden auch schon mal Wölfe in freier Wildbahn gesichtet.

Die Stadt Haltern am See schaut auf eine lange Geschichte zurück

Im Halterner Stadtteil Lavesum befindet sich der Ketteler Hof - ein ehemaliger Bauernhof, aus dem ein Mit-Mach-Freizeitpark mit Themenspielplätze geschaffen wurde.

Esel in der Auenlandschaft um die Stever

Das Renaissanceschloss Raesfeld hat den höchsten Turm aller Schlösser in Westfalen.

Rinder sorgen dafür, dass die Flussufer entlang der Stever nicht zuwachsen.

Die Räume im Otto-Pankok-Museum in Hünxe sind genauso belassen worden, wie sie die Pankoks eingerichtet hatten.

Lesetipps zur Region Halterner Silbersee

bikeline - Radkarte Ruhrgebiet (NRW04)
Esterbauer, 2. Aufl. 2015
ISBN 978-3850002868
Preis: 7,90 Euro

Uwe Ziebold, Christiane Ziebold
Mit dem Fahrrad über alte Bahntrassen im Ruhrgebiet
J. P. Bachem, 2015
ISBN 978-3761629352
Preis: 14,95 Euro

Römer-Lippe-Route. Radführer vom Teutoburger Wald zum Niederrhein
Esterbauer, 3. akt. Aufl. 2020
ISBN 978-3850008334
Preis: 14,90 Euro

Wolfgang Koehler, Georg Nockemann
Haltern am See – unendlich viele schöne Seiten
OCM, 2011
ISBN 978-3942672030
Preis: 29,80 Euro

Die Sendung ist eine Wiederholung vom 20. September 2020.

Moderation: Marco Schreyl

Redaktion: Christiane Möllers

Autorin: Ulrike Bartels

Bearbeitung Internettext: Petra Berthold

Stand: 20.09.2020, 20:15