Flevoland – Wasserwelt an Markermeer und IJsselmeer

Flevoland – Wasserwelt an Markermeer und IJsselmeer

Yachthafen mit Holzstegen, an denen Segelboote liegen

Der Yachthafen in Lelystad

Die Polderlandschaft ist heute die größte künstlich angelegte Landfläche der Welt, Lebensraum für rund 400.000 Menschen und außerdem ein Naturparadies. Andrea Grießmann reist durch eine Gegend mit kurvenlosen Straßen und schnurgraden Feldern, entdeckt Inseln, die auf dem Trockenen liegen, und Orte mit jahrhundertealter Nordseetradition.

Flevoland steht für Altes und Neues: Die Stadt Almere entstand vor 40 Jahren komplett auf dem Reißbrett und ist ein Beispiel für modernes Wohnen. Die ehemalige Insel Schokland, heute Weltkulturerbe, lädt ein zu einer Zeitreise von der Eiszeit bis zur Gegenwart.

An vielen Stellen findet Andrea Grießmann moderne Landschaftskunstwerke mitten in der Natur. Platz zum Schwimmen, Segeln oder Angeln gibt es auf Flevoland natürlich auch satt.

Die Niederländer gehören zu den Weltmeistern unter den Wasserbauingenieuren. Immer wieder haben sie dem Meer Lebensraum abgerungen und sich dabei vor Hochwasser geschützt. Die sogenannten "Zuiderzeewerke", durch die das Ijsselmeer und das Markermeer entstanden sind, gehören seit 1986 zur Liste der architektonischen Weltwunder der Moderne – neben Empire State Building, Eurotunnel und Panamakanal.

Die Polderlandschaft

Mittendrin liegt Flevoland, die zwölfte und jüngste Provinz der Niederlande, die fast vollständig aus neu gewonnenem Land, sogenannten Poldern, besteht.

Die Trockenlegung begann im Norden mit dem Noordoostpolder. Die ehemaligen Inseln Urk und Schokland gehörten von da an zum Festland. Der große südliche Flevolandpolder entstand zuletzt.

Karte mit der Provinz Flevoland, dem Markermeer und dem Ijsselmeer

Die Provinz Flevoland grenzt an das Marker- und das Ijsselmeer.

1968 war alles trockengepumpt. Heute leben über 400.000 Menschen auf den rund 2.400 Quadratkilometern Neuland. Die Provinz liegt im Durchschnitt fünf Meter unter dem Meeresspiegel. Die Pumpstationen sorgen dafür, dass das neu gewonnene Land nicht wieder vom Wasser zurückerobert wird.

Flevolands Polderlandschaft ist heute die größte künstlich angelegte Landfläche der Welt und ein Naturparadies, umgeben von riesigen Seen. Die größten und bekanntesten sind das Marker- und das Ijsselmeer im Westen und das Veluwemeer im Osten.

Übrigens sagen die Niederländer zum Meer "See" und zu einem See "Meer". Die Zuidersee war also ein Meer, das IJsselmeer hingegen ist ein See. Diese durch Deiche geschaffenen "Meere" hatten ursprünglich salziges Wasser. Das änderte sich kontinuierlich, nachdem der Abschlussdeich 1932 fertiggestellt und damit die "Zuidersee" von der Nordsee abgetrennt wurde. Das nachströmende Wasser aus den Flüssen machte aus dem Salzwasser dann nach und nach Süßwasser.

Bilder von Flevoland am Marker- und IJsselmeer

Ausgewählte Fotomotive aus dem Beitrag "Wasserwelt Flevoland"

Mehrere Hirsche, teilweise mit großen Geweihen, auf einer Wildblumenwiese

Neben vielen anderen Tierarten tummeln sich auch Rothirsche im Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen.

Neben vielen anderen Tierarten tummeln sich auch Rothirsche im Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen.

Für den Bau des Marker Wadden wurde Schlamm vom Meeresboden abgesaugt. Noch wirken die Inseln wie eine Mondlandschaft.

Ein Fischereischiff wird auf der Batavia-Werft gebaut, so wie es sie vor Jahrhunderten auf der Nordsee gegeben hat.

Das Land Art-Projekt "Pier and Horizon" von Paul de Kort am Zwarte Meer

So wohnt es sich auf den begrünten Dächern in der Stadt Almere.

Im Dünenviertel von Almere hat man massig Sand aufgeschüttet, Sanddorn und andere typische Gewächse angepflanzt. Alles soll genau so sein wie an einer natürlichen Küste.

Andrea Grießmann und Jan van Urk genießen die Aussicht auf dem Leuchtturm von Urk.

Die Blüten der Taglilien aus der Gärtnerei in Rutten kann man essen, am besten gedämpft.

Der Pfahl mit dem stilisierten Schiff markiert ein versunkenes Schiff. Bisher hat man 435 versunkene Schiffe auf Flevoland gefunden, das älteste stammt aus dem Jahr 1200.

In Waterloopbos, dem ehemaligen Testgebiet niederländischer Wasserbau-Ingenieure, kann sich die Natur heute frei entfalten.

Der Nachbau einer Kogge im Kampener Hafen. Das Original fuhr um 1340 über die Meere.

Im alten Schöffensaal in Kampen wurde schon vor 400 Jahren Recht gesprochen.

Lesetipps

Reiseführer und Reiseliteratur zur Region

Dirk Sievers
Niederlande
Michael Müller Verlag, 10. Aufl. 2018
ISBN 978-3956544781
Preis: 26,90 Euro

Manfred Fenzl
Das Ijsselmeer. Mit Noord-Holland. Randmeeren, Flevoland, Vecht, Eem, Loosdrechtse Plassen
Edition Maritim, 7. akt. Aufl. 2017
ISBN 978-3667109583
Preis: 34,90 Euro

Thomas Fuchs
111 Orte in Nordholland, die man gesehen haben muss
Emons Verlag, 2019
ISBN 978-3740805531
Preis: 16,95 Euro

Ertay Hayit
Nautische Reisetipps. IJsselmeer mit Markermeer. Die schönsten Häfen für Segler und Motorbootfahrer
Mundo Marketing, 5. Aufl. 2019
ISBN 978-3873221925
Preis: 19,95 Euro

Moderation: Andrea Grießmann
Redaktion: Christiane Möllers
Autorin: Sabine Fricke

Stand: 16.06.2019, 20:15