Insel Elba – Grüne Oase und Meer

Wunderschön! Insel Elba - Grüne Oase und Meer Wunderschön! 18.07.2021 01:28:30 Std. UT Verfügbar bis 18.07.2022 WDR

Insel Elba – Grüne Oase und Meer

Elba hat viel zu bieten: azurblaue Buchten, grüne Natur und farbige Mineralien, die manche der Traumstrände regelrecht glitzern lassen. Die kleine Mittelmeerinsel liegt knapp zehn Kilometer vor dem toskanischen Festland und lockt jedes Jahr zwei Millionen Urlauber.

Simone Sombecki genießt die italienische Lebensfreude im quirligen Hauptort Portoferraio und begibt sich hier auf die Spuren Napoleons. Entspannung findet sie auf Wanderungen – mit und ohne Esel – durch das wald- und wasserreiche Hinterland. Und zum Abenteuer wird der Tauchgang mit Corsaro, der einst Apnoetauchlegende Jacques Mayol für seinen Weltrekord trainierte. Simone Sombecki erkundet die malerischen Bergdörfer, den Westen rund um den Monte Capanne und den Süden mit seinen Stränden und Campingplätzen unter Pinien. Im von Bergbau geprägten Osten besucht sie Michelangelo Venturini, der seine farbenfrohen Bilder mit den Mineralien aus den ehemaligen Eisenerzminen rund um Capoliveri malt.

Blick von oben auf die bergige Insel Elba mit kleinem Dorf

Die Urlaubsinsel Elba ist ein Paradies für Wassersportler und Strandliebhaber, aber auch beliebt bei Wanderern.

Elba ist die größte Insel des Toskanischen Archipels und liegt zehn Kilometer entfernt vom italienischen Festland. Es herrscht mildes, mediterranes Klima mit moderaten Sommertemperaturen. Die Urlaubsinsel ist ein Paradies für Wassersportler und Strandliebhaber, das klare Wasser ideal zum Schnorcheln und Tauchen. Zudem gibt es einige gut ausgeschilderte Wanderrouten. Der Großteil der rund 32.000 Einwohner lebt vom Tourismus, wobei etwa 50 Prozent der Urlauber aus Italien kommen.

Der Hauptort und Haupthafen der Insel ist Portoferraio. Hier legen die meisten Autofähren aus Piombino an – im Sommer fast im Stundentakt. In der Hauptreisezeit, im Juli und August, sollte man unbedingt rechtzeitig reservieren. Die Überfahrt vom Festland dauert knapp 70 Minuten. Beliebt ist auch die Anreise mit Segelbooten oder Yachten. In Marina di Campo gibt es einen kleinen Flughafen, im Sommer gibt es Verbindungen u.a. von Düsseldorf, Hamburg, Berlin und München aus.

Elba ist eine grüne Insel mit Bergen, feinen Sand- und Kieselstränden und felsigen Buchten sowie großen Eichen-, Kastanien- und Pinienwäldern. Auch Palmen findet man an vielen Stellen. Zwischen Olivenhainen und Weinstöcken wachsen Feigenbäume, die Wege werden häufig gesäumt von Oleander, Kakteen, Agaven und riesigen Büschen von Rosmarin. Elba ist mit sechs weiteren kleinen Inseln und dem umliegenden Meer Teil des 1996 gegründeten Nationalparks Toskanischer Archipel.

Auf Elba schließen manche Geschäfte in der Hochsaison erst kurz vor Mitternacht. Und um 20.00 Uhr gehen alle essen. Das Abendessen, auf italienisch "Cena", ist so etwas wie eine heilige Angelegenheit, bei der man besser nicht stören sollte.

Portoferraio – Hauptort und Haupthafen

Portoferraio, übersetzt "Eisenhafen", ist das quirlige Eingangstor von Elba und hat rund 12.000 Einwohner. Der Name geht auf das Eisenerz zurück, das auf der Insel bereits zur Zeit der Etrusker abgebaut wurde und über Jahrhunderte die wichtigste Einnahmequelle war. Viele der prachtvollen Bauwerke von Portoferraio sind der florentinischen Familie Medici zu verdanken. Die Altstadt liegt auf einer Felszunge oberhalb des Hafens. Durch das mächtige Stadttor gelangt man auf die Piazza Cavour mit ihren Cafés und Bars. An deren östlichem Ende befindet sich die Markthalle La Galeazza. Die höheren Stadtlagen und die oberhalb der Stadt thronenden Festungen sind durch Straßen und teils steile Treppengassen mit der Hafenregion verbunden. Der höchste Punkt der Altstadt ist die Festung Falcone, gut geschützt und nicht leicht zu erobern: Auf der Meerseite geht es steil hinunter. Aufgrund dieser strategisch guten Lage und wegen ihres Reichtums an Mineralien wurde die Insel oft angegriffen. Zur Befestigungsanlage gehören auch die Festung Stella und der Torre della Linguella, der Turm auf der Landzunge. Wegen seiner achteckigen Form wird er auch Torre del Martello – Hammerturm – genannt. Er diente früher als Wachturm. Von hier wurde der Einlass der Schiffe gesteuert: Wer die Zölle bezahlt hatte, durfte in den Hafen einfahren. Von der Festung Falcone aus sieht man den kleinen Kiesstrand Le Viste. La Padulella und Le Ghiae, die weißen Kies- und Sandstrände von Portoferraio, gehören zu den schönsten der Insel.

Altstadt und Hafen von Portoferraio

Der Ort Portoferraio ist das quirlige Eingangstor von Elba.

Napoleon in Portoferraio

Knapp elf Monate – vom 3. Mai 1814 bis 26. Februar 1815 – verbrachte Napoleon Bonaparte im Exil auf Elba. Er konnte aber seinen Rang als Kaiser der Franzosen behalten und prägte das Leben der Menschen in der Hauptstadt Portoferraio nachhaltig: Er ließ neue Straßen bauen, führte die Müllabfuhr ein, widmete sich der öffentlichen Hygiene und kümmerte sich intensiv um die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Organisation. Napoleon schenkte Elba eine Flagge: weiß mit einem roten Querstreifen, auf dem drei Bienen abgebildet sind. Sie ist heute noch die Flagge Elbas, und die Bienen findet man an verschiedenen Orten der Insel. Das heutige Nationalmuseum Palazzo Villa dei Mulini diente Kaiser Napoleon während seiner Verbannung als Residenz. Benannt war das Gebäude nach einigen Mühlen in der Nachbarschaft, die aber nicht mehr existieren. Das Museum zeigt Erinnerungen an den Feldherren und ersten Kaiser Frankreichs: Möbel, Waffen, Gemälde und Bücher. Der schöne Garten öffnet sich zur Felsküste und bietet einen guten Blick auf die Hafeneinfahrt. Als zweiten Wohnsitz suchte Napoleon sich den Landsitz Villa San Martino im gleichnamigen Dorf unweit von Portoferraio.
Die Elbaner verehren Napoleon noch heute. So feiert Portoferraio jedes Jahr zu Ehren des Kaisers eine Messe in der Kirche della Misericordia.

Ein als Napoleon verkleideter Führer und Simone Sombecki auf einem Küstenweg, im Hintergrund eine Festungsanlage

"Napoleon" lädt Simone Sombecki ein in seine Stadtresidenz "Villa dei Mulini", heute das Museum Museo della Misericordia.

Lesetipps für Elba

Sabine Becht
Elba und der Toskanische Archipel
Müller, 8. Aufl. 2021
ISBN 978-3956549809
Preis: 17,90 Euro

Max Fleschhut
111 Orte auf Elba, die man gesehen haben muss
Emons Verlag, 2019
ISBN ‎978-3740805876
Preis: 16,95 Euro

Heinz Tomek
Elba. Reiseführer mit Karte
Merian, 2. Aufl. 2017
ISBN 978-3834222176
Preis: 11,99 Euro

Wolfgang Heitzmann, André M. Winter
Elba. Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen. 40 Touren
Rother Bergverlag, 6. akt. Aufl. 2019
ISBN 978-3763344826
Preis: 14,90 Euro

Moderation: Simone Sombecki

Redaktion: Iris Möller-Grätz

Autorin: Alice Tschöke

Bearbeitung Internettext: Petra Berthold

Stand: 18.07.2021, 20:15