Antike Stätten: Olympia und der Tempel des Apollon Epikurios

Reste des Tempel des Apollo in Olympia

Antike Stätten: Olympia und der Tempel des Apollon Epikurios

Bevor 776 v. Chr. die ersten Olympischen Spiele der Antike stattfanden, war Olympia im Nordwesten des Peloponnes eine religiöse Kultstätte zu Ehren von Zeus und anderen griechischen Göttern. Im 5. Jahrhundert n. Chr. wurden sämtliche Gebäude durch Erdbeben und Überschwemmungen zerstört. Aber viele Relikte sind bis heute erhalten und locken jedes Jahr rund 800.000 Besucher. Dazu beigetragen haben unter anderem die deutschen Archäologen Ernst Curtius und Wilhelm Dörpfeld, die ab 1875 das Gelände systematisch erforschten. Bei den Ausgrabungen wurde schnell klar, dass es sich weniger um einen Sportplatz handelte, als um eine heilige Stätte mit insgesamt 69 Tempeln, einer Vielzahl von Altären und Statuen. Einen Teil der ausgegrabenen Statuen, die heute im Archäologischen Museum von Olympia zu sehen sind, haben die Sieger der sportlichen Wettkämpfe gestiftet.

Die antiken Olympischen Spiele

Bei den antiken Olympischen Spielen maßen sich die Sportler im Diskuswurf, Weitsprung, Speerwerfen, Ringen und Faustkampf. Besonders beliebt waren die ziemlich gefährlichen Wagenrennen. Dort gewann übrigens nicht der Sportler, sondern der Besitzer der Pferde die Trophäe: einen Ölzweig. Die Königsdisziplin waren die Laufwettbewerbe, die im "Stadion" stattfanden. Auf der ausgegrabenen und 1961 original wiederhergestellten, exakt 192,27 Meter langen Laufbahn kann heute jeder Besucher sein eigenes Rennen laufen. Im Jahr 426 v. Chr. ließ Kaiser Theodosius II. die Wettkämpfe und Weihehandlungen verbieten, um das Heidentum zu bekämpfen. Heute sind die Ruinen der Tempel, die Säulen und Statuen und die Reste der antiken Sportstätten eine Touristenattraktion – und der berühmte Ort in der Region Elis ist ganz darauf eingestellt.

Relikte antiker Anlagen inmitten von Bäumen

Relikte des antiken Olympia

Weltkulturerbe Apollontempel bei Bassae

Andere Heiligtümer auf dem Peloponnes sind weniger bekannt – oft schon aufgrund ihrer Lage. So ist allein der Weg zum Tempel des Apollon Epikurios recht abenteuerlich. Er liegt im Westen der Halbinsel mehr als 1.000 Meter hoch im Gebirge am Rande der Gemeinde Ira und gilt als einer der am besten erhaltenen Tempel in ganz Griechenland. Erbaut wurde er im 5. Jahrhundert v. Chr. von demselben Architekten, der den berühmten Parthenon-Tempel auf der Akropolis geschaffen hat. Schon damals lobten die Zeitgenossen die Schönheit seiner Steine und seine Ausgewogenheit. Heute schwärmen Fachleute, dass man sich hier wie in einem Lehrbuch antiker Kunstgeschichte bewegt. Vermutlich durch ein schweres Erdbeben stürzte er ein. Seine Bestandteile wurden verschüttet und waren jahrhundertelang nicht sichtbar. Erst Ende des 18. Jahrhundert wurde der Standort wiederentdeckt, und die Archäologen begannen, die Trümmerteile wieder zusammenzusetzen. Seit 1986 gehört der Apollontempel bei Bassae zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist zum Schutz vor der Witterung komplett eingehüllt.

Mit Zeltplanen eingedeckter Tempel inmitten einer Gebirgslandschaft

Der Apollontempel bei Bassae gehört seit 1986 zum Weltkulturerbe.

Wehr- und Wohntürme in der Mani

Die Mani, der "Mittelfinger" des Peloponnes, gilt als steinigste und wasserärmste Region in ganz Griechenland. Im Frühling aber ist es hier grün und bunt von Blumen und Wildkräutern. Die Manioten waren immer ein eigenartiges Volk, das allen Unterdrückern trotzte, untereinander aber zerstritten war. Verbitterte Fehden und Blutrachen gehörten zur Tagesordnung. Über Jahrtausende hat sich in der entlegenen Region im Schatten des bis zu 2.400 Meter hohen Taygetos-Gebirges ein besonderer Menschenschlag entwickelt. Zum Christentum wurde er erst im 9. Jahrhundert wirklich bekehrt. Viele einst stolze Dörfer auf der Mani sind heute Ruinen, die man auf den Wanderungen durchs Land besichtigen kann. Einige der hohen, steinernen Verteidigungs- oder Wehrtürme, in denen die Familien auch lebten, kann man heute mieten – als außergewöhnliche Ferienwohnung mit Fernblick.
Kap Tigani liegt an der äußersten Spitze der Halbinsel Mani. Hier bauten die Franzosen im 13. Jahrhundert eine Festung, um einen aufsässigen Stamm von Manioten im Zaum zu halten. Von der Festung Maina, die dem Landstrich Mani ihren Namen gab, gibt es heute nur noch Ruinen.

Lesetipps

Nicole Quint
Lesereise Peloponnes. Alexis Sorbas und der getürkte Grieche

Picus, 2013
ISBN 978-3711710352
Preis: 15,00 Euro

Klaus Bötig
Peloponnes
DuMont, 4. Aufl. 2018
ISBN 978-3770175642
Preis: 17,99 Euro

Elissavet Patrikiou
Echt griechisch. Die besten 70 Familienrezepte von Mama Anastasia
Christian-Verlag, 2019
ISBN 978-3959612821
Preis: 12,99 Euro
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Stand: 29.03.2020, 20:15