Doppelseilrutsche Rappbodetalsperre, Brockenstraße, Brockenmuseum

Die Rappbodetalsperre, davor eine Fußgängerhängebrücke über das Tal

Doppelseilrutsche Rappbodetalsperre, Brockenstraße, Brockenmuseum

Die Rappbodetalsperre ist beeindruckend: Die Staumauer ist 105 Meter hoch – die höchste in Deutschland. Damit nicht genug: Hier liegen zwei Talsperren direkt untereinander. Denn unterhalb der Rappbode-Trinkwassertalsperre liegt die Talsperre Wendefurth, die ein Freizeitparadies ist. Man kann Ruderboote mieten, schwimmen, sich einfach nur sonnen – oder aber man traut sich auf Europas größte Doppelseilrutsche. Vereinfacht gesagt bekommt man eine Art Seilbahnhalterung auf den Rücken geschnallt, wird mit den Rollen an ein Stahlseil gehängt und ab geht es, quer über den ganzen Stausee. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 85 km/h, Adrenalin garantiert. Die Aufregung hat ihren Preis (39 Euro, Stand September 2019), und man sollte unbedingt vorher auf der Homepage des Veranstalters buchen. Sonst wird es nichts mit dem Flug im Harz. Und gesundheitlich fit muss man natürlich auch sein.

Marco Schreyl und Jule Schumacher hängen waagerecht an einem Seil und rasen talwärts

Adrenalin garantiert: Marco Schreyl und Jule Schumacher rasen talwärts

Andere Attraktionen an der Rappbodetalsperre: Wallrunning (die Staumauer runter), Gigaswing (ein Doppel-Bungeesprung), und eine Hängebrücke über das ganze Tal. Auch nichts für Menschen mit Höhenangst – höchstens als Konfrontationstherapie. Aber auch für "normale" Touristen ist gesorgt. Von hier starten eine ganze Reihe guter Wanderwege.

Unsere Tour führt mit dem Rad Richtung Schierke, dem Luftkurort an der südöstlichen Brockenflanke. Es gibt unterschiedliche Strecken, aber wer sich nicht die ziemlich kurvige Landstraße mit den Autos teilen möchte, sucht sich einen Weg quer durch die Wälder. Aber Vorsicht: Das ist keine Rennradstrecke, sondern Waldwege mit tiefen Treckerfahrspuren und Wurzeln überall. Am Bahnhof Schierke kann man in die Brockenbahn einsteigen. Die fährt das ganze Jahr über von ca. 8 bis 18 Uhr, im Sommer häufiger und länger als im Winter. Und es gibt eine Besonderheit bei den Tickets. Egal, ob man nur die kurze Strecke von Schierke bis rauf auf den Brocken fährt oder die lange Fahrt von Wernigerode aus antritt, der Preis ist immer gleich. Die Fahrt mit dem Fahrrad rauf ist ziemlich anstrengend, gefährlicher ist aber die Fahrt runter. Und da es hier in den letzten Jahren auch mal zu Unfällen gekommen ist, bittet die Nationalparkverwaltung alle Radfahrer sehr eindringlich darum, vorsichtig zu fahren.

Dampflokomotive mit Personenwagen auf einer Strecke durch Wald

Ein Erlebnis ist die Fahrt mit der Dampflok auf den Brocken.

Das Brockenmuseum ist gut für mindestens anderthalb Stunden Zeitvertreib, nicht nur, wenn man einen der etwa 300 Nebeltage auf dem Brocken erwischt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie zu Zeiten des Kalten Kriegs aus den Bergen im Harz militärische Abhöreinrichtungen wurden. Übrigens nicht nur auf der Ostseite, der Wurmberg auf der Westseite war quasi das Gegenstück. Passend dazu fährt man auf dem ehemaligen Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen. Wenn man von den Löchern im Weg absieht, eine phantastische Erfahrung: früher eine Todeszone, heute Natur pur.

Stand: 01.09.2019, 20:15