Goslar mit Kaiserpfalz, Clausthal-Zellerfeld, Bergwerksanlage Dorotheer Rösche, Weser Skywalk

Reiterstandbild vor der mächtigen Kaiserpfalz in Goslar

Goslar mit Kaiserpfalz, Clausthal-Zellerfeld, Bergwerksanlage Dorotheer Rösche, Weser Skywalk

Goslar ist "die Stadt mit der Kaiserpfalz". Vor rund 1.000 Jahren haben sich hier die deutschen Kaiser einen Wohnsitz errichtet. Und den gibt es heute noch, ein beeindruckendes Zeugnis damaliger Herrschaftsarchitektur. Dabei war der Standort Goslar nicht zufällig gewählt. Direkt nebenan lag eine der größten Geldquellen des Reiches: der Rammelsberg. Goslar wurde mit dem Gold, Silber, Blei, Kupfer und Zink aus diesem Bergwerk berühmt und mächtig. Die Grube wurde erst 1988 stillgelegt und 1992 zusammen mit der Kaiserpfalz als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Weiter geht die Tour nach Clausthal-Zellerfeld. Dort steht die größte Holzkirche Deutschlands, die seit 2013 wieder im "Originalblau" erstrahlt. Interessant: ein Besuch der Bergwerksanlage Dorotheer Rösche mit ihren mittelalterlichen Abwasserkanälen. Das Besondere daran: Die Wasserversorgung der Erzgruben wurde von einem einzigartigen Teichsystem geleistet. Die sogenannten Teichkaskaden wirken heute fast wie zufällig nebeneinander liegende Seen. Doch mit einem komplizierten Zu- und Abflusssystem waren sie miteinander verbunden, und das in der einen Grube schon benutzte Wasser wurde in einen tiefer gelegenen Teich geleitet, um dann nochmal in einer anderen Grube eingesetzt werden zu können.

Blau gestrichene Kirche mit einem Zwiebelturm

Die größte Holzkirche Deutschlands, die Marktkirche zum Heiligen Geist, befindet sich in Clausthal-Zellerfeld.

Von Clausthal-Zellerfeld fahren wir eine durchaus hügelige Strecke bis nach Einbeck, eine Perle der Fachwerkarchitektur. Früher war der Ort quasi die Welthauptstadt des Bierbrauens (vor 500 Jahren gab es hier 700 Brauereien). Heute profitiert die Stadt nicht nur von ihrem historischen Stadtbild. Eine weitere touristische Attraktion ist "PS.Speicher", ein bemerkenswertes Museum zur Auto- und Motorradgeschichte. Da werden Erinnerungen wach, an unbezahlbare Kinderträume, aber auch an die Reise mit der ersten "Ente" in den Urlaub. Ach ja, und was natürlich nicht vergessen werden darf: Ohne Einbeck gäbe es in ganz Bayern kein Bockbier! Jedenfalls nicht ohne den Einbecker Braumeister, der vom Hofbräuhaus abgeworben wurde und dort anfing, den Bayern das Brauen beizubringen.
Kurz vor der Grenze zu Nordrhein-Westfalen erreicht man den Weser Skywalk mit einem spektakulären Ausblick auf die Weser. Der Weg lohnt sich. Und der folgende Weserradweg nach Höxter ist sowieso ein Traum: keine Autos, kein Stress, nur Sonnenuntergang am Fluss.

Zwei Personen auf einer Aussichtsplattform hoch über einem Fluss

Vom Weser Skywalk bietet sich ein grandioser Ausblick auf den Fluss.

Tipp: Die 90 Kilometer zwischen Clausthal-Zellerfeld und Höxter sind eine typische "E-Bike-Strecke". Wer ohne Antrieb unterwegs ist oder einfach nicht so viel fahren mag, dem sei eine Zwischenübernachtung in Einbeck empfohlen.

Stand: 01.09.2019, 20:15