Wassermühlen ohne Grenzen, Landschaftsgarten "Sequoiafarm" mit Mammutbäumen, Grenzlandring, Nationalpark Meinweg

Die Tüschenbroicher Mühle mit Wasserschloss

Wassermühlen ohne Grenzen, Landschaftsgarten "Sequoiafarm" mit Mammutbäumen, Grenzlandring, Nationalpark Meinweg

Historische Wassermühlen wie die Tüschenbroicher Mühle zeugen noch heute von einem regen Wirtschaftszweig entlang der Niers und Schwalm. In dem Landschaftsgarten "Sequoiafarm" in Nettetal-Kaldenkirchen werden seit den 1950er-Jahren Mammutbäume gezüchtet. Und rund um Wegberg führte einst der Grenzlandring, eine weltbekannte Rennstrecke.

Mitte des 19. Jahrhunderts waren entlang von Niers und Schwalm fast 80 Wassermühlen in Betrieb. Hier wurde Getreide gemahlen, aber auch das Saatgut des weithin verbreiteten Flachs zu Leinöl gepresst. Zahlreiche liebevoll restaurierte Mühlen rund um Wegberg, der "Stadt im Tal der Mühlen", zeugen heute noch von dem Wirtschaftszweig, der die Region einst prägte. In 14 historischen Wassermühlen kann man das alte Handwerk nacherleben, in sechs von ihnen gibt es auch ein Restaurant. Die Schrofmühle in Wegberg-Rickelrath stammt aus dem Jahr 1558 und ist die einzige noch funktionstüchtige Getreide- und Ölmühle im Rheinland. Nicht weit entfernt liegt die Molzmühle, von der hat man auch einen wunderbaren Wasserblick hat. Die Tüschenbroicher Mühle gehört zu einem Wasserschloss (mit Restaurant). Ein paar Kilometer weiter liegt die Buschmühle aus dem 16. Jahrhundert. Die Öl- und Getreidemühle war als eine der letzten bis in die 1950er-Jahre in Betrieb, die Inneneinrichtung ist noch vollständig. Die Stadt Wegberg und die niederländische Gemeinde Leudal haben sich zu dem Projekt "Mühlen ohne Grenzen" zusammengeschlossen: Auf einer grenzüberschreitenden Fahrradroute und einem 174 Kilometer langen Wanderweg lässt sich das Tal der Mühlen erleben.

Mammutbäume im Landschaftsgarten "Sequoiafarm"

Die "Sequoiafarm" in Nettetal-Kaldenkirchen ist ein 35.000 Quadratkilometer großer Landschaftsgarten mit über 40 Meter hohen Mammutbäumen. Hier wurde in den 1950er-Jahren die erste Mammutbaumanzucht Europas gegründet. Seitdem wurden die drei Arten Küsten-, Berg- und Urwaldmammutbaum (Sequoien) angepflanzt. Daneben gibt es über 400 andere seltene Gehölze wie der Götterbaum oder der Redwood-Zwiesel. Die damals angepflanzten Sequoien wachsen immer weiter. Die künftigen Ausmaße der gewaltigen Mammutbäume lassen sich im Park aber bereits jetzt eindrucksvoll erahnen: Der dickste Mammutbaum der Welt steht in Kalifornien und hat am Boden einen Durchmesser von fast zehn Metern. Auf einer Wiese in der "Sequioafarm" sind die Umrisse dieses gewaltigen Bergmammutbaums "aufgemalt". Mittendrin steht ein kleiner Mammutbaum.

Daniel Aßmann und eine weitere Person stehen als kleine Figuren unter hohen Mammutbäumen

Der Landschaftsgarten "Sequoiafarm" mit über 40 Meter hohen Mammutbäumen.

Grenzlandring: die legendäre Rennstrecke rund um Wegberg

Rund um Wegberg führte einst eine weltbekannte Rennstrecke: der legendäre Grenzlandring. Zwischen 1948 und 1954 kamen fast alle Rennsportgrößen, um – wie es damals hieß – auf "der schnellsten Rennstrecke der Welt" zu fahren – vor bis zu 300.000 Zuschauern. Die Wagen erreichten schon damals bis zu 250 km/h. Völlig ungeschützt säumten die Zuschauer den Straßenrand. Leitplanken gab es nicht. Am 31. August 1952 kam im vorletzten Lauf des 5. Internationalen Rennens der Formel 2-Wagen des Berliners Helmut Niedermayr von der Strecke ab und raste in die Menge. Nach dem Unfall, der mit 13 Toten und mehreren Dutzend Verletzten als einer der schwersten Unfälle der internationalen Motorsportgeschichte galt, wurde der Grenzlandring für Rennen gesperrt.

Nationalpark De Meinweg

Direkt vor Roermond mit seinem Seengebiet, den Maasplassen, liegt die Nationalparkregion De Meinweg. Sie umfasst die niederländischen Gemeinden Roermond und Roerdalen. Angeschlossen sind die deutschen Gemeinden Wassenberg, Wegberg und Niederkrüchten. Der Name stammt aus dem Mittelalter, als die Bewohner auf beiden Seiten der Grenze das Gebiet als Gemeindeland gemeinschaftlich zur Brennholzgewinnung oder als Viehweide nutzten. Die terrassenförmige Landschaft wird geprägt von Kiefernwäldern mit über 500 Jahre alten Bäumen, ausgedehnten Heideflächen, Bachtälern und Mooren, die man auf Holzstegen trockenen Fußes durchqueren kann. Unter sachkundiger Führung gibt es besondere Tiere zu entdecken, wie den Eisvogel und die Kreuzotter, oder Pflanzen wie den stark duftenden Gagelstrauch, dessen bittere Blätter im Mittelalter zum Bierbrauen genutzt wurden. Durch den Nationalpark De Meinweg führen verschiedene Rundwanderwege, darunter die Baumkunstroute, für die der niederländische Holzkünstler Roel van Wijlick 20 Skulpturen mit der Kettensäge gestaltet hat.

Segelboote und Sufer auf einem See

Vielseitige Möglichkeiten zum Wassersport bietet das Seengebiet Maasplassen.

Lesetipps für den Niederrhein

Jutta M. Ingala
52 kleine & große Eskapaden am Niederrhein
DuMont Reiseverlag, 2019
ISBN 978-3770180820
Preis: 16,95 Euro

Roland Föll
Niederrhein. Zwischen Rhein und Maas. Wanderführer mit 50 Touren
Rother Bergverlag, 3. akt. Aufl. 2021
ISBN 978-3763344697
Preis: 14,90 Euro

Naturpark Maas-Schwalm-Nette. Outdoorkarte 1:50 000
Hallwag Kümmerly + Frey, 2014
ISBN 978-3259007471
Preis: 6,95 Euro

Birgit Gerlach
Naturpark Schwalm-Nette: Erlebnistouren am Niederrhein
Droste Verlag, 3. Aufl. 2017
ISBN 978-3770015900
Preis: 14,99 Euro

Stand: 16.05.2021, 20:15