Neuschwanstein, Füssen, Ludwig II. von Bayern

Ansicht Schloss Neuschwanstein vor Bergpanorama

Neuschwanstein, Füssen, Ludwig II. von Bayern

Wanderer genießen bei einer Tour durch die Pöllatschlucht die großartigen Ausblicke auf Schloss Neuschwanstein, das weltweit als der Inbegriff einer Ritterburg gilt - jedenfalls aus romantischer Sicht. Die Stadt Füssen darf sich die "höchstgelegene Stadt Bayerns" nennen.

Wanderung durch die Pöllatschlucht

Ein beliebter Wanderweg mit großartigen Ausblicken auf Schloss Neuschwanstein führt durch die Pöllatschlucht entlang des gleichnamigen Gebirgsbachs. Der rauscht über große und kleine Wasserfälle bis hinunter ins Tal von Hohenschwangau. Der senkrecht abfallende Felsen, auf dem das Märchenschloss von Ludwig II. steht, bildet die westliche Begrenzung der Schlucht. Sie ist über einen eisernen Steg und gut ausgebaute Wege bequem zu durchqueren. In 90 Meter Höhe über dem Pöllatfall spannt sich die Marienbrücke, die direkt hinter Schloss Neuschwanstein liegt. Die filigrane Metallbrücke wurde nach Marie, der Mutter von Ludwig II., benannt und bereits 1866 konstruiert. Die Originalgeländer wurden auch nach der Restaurierung im Jahr 1984 erhalten.

Neuschwanstein gilt auf der ganzen Welt als der Inbegriff einer Ritterburg, wie sie sich der Romantiker vorstellt, genauer gesagt: der Spätromantiker am Ende des 19. Jahrhunderts. Schloss Neuschwanstein wurde ab 1869 errichtet und ist bautechnisch für die damalige Zeit ein hochmodernes Gebäude. Die meisten vergessen bei seinem Anblick: Neuschwanstein ist nie zu Ende gebaut worden. Es sollte noch viel pompöser und größer werden. Als Ludwig einzog, war erst sehr wenig fertig. Den Thronsaal ließ er später dazu bauen. Auch wenn hier alles sehr altehrwürdig aussieht: Die Stile der Vergangenheit wurden mit modernen Materialien und Techniken umgesetzt. Überall in der Inneneinrichtung wird Bezug genommen auf die Vergangenheit, auch auf Sagen und Legenden frühester Epochen. Richard Wagner, das Vorbild von König Ludwig, hat seine Lieblingsgeschichten vertont, sein Fan Ludwig hat seine gebaut. Neuschwanstein ist pure Fantasie – eine Theaterkulisse. Der Monarch hatte noch eine andere architektonische Vision: eine Raubritterburg auf dem Falkenstein – auf einem Felsendorn an der Grenze zu Österreich. Es gab nur eine Abbildung diesen Burgentraums, die darstellte, wie das neue Schloss nach dem Willen des romantischen Königs aussehen sollte – wenn es gebaut worden wäre. Man begann mit einer Straße und einer Wasserleitung. Dann ertrank der König vor Baubeginn 1886 im Starnberger See. Die Ursache seines Ablebens liegt bis heute im Dunkeln.

Füssen – die höchstgelegene Stadt Bayerns

Füssen liegt auf 808 Metern Höhe und darf sich damit höchstgelegene Stadt Bayerns nennen. Ihre Wurzeln gehen bis in die Römerzeit zurück; und durch ihre Lage direkt an der Via Claudia Augusta, einer der größten Handelsstraßen im Alpenraum, ging es Füssen nie schlecht. Die Stadt am Ufer des Lechs baute ihre Bedeutung als Handels- und Residenzstadt sogar weiter aus. Heute treffen jährlich rund 1,5 Mio. Touristen auf 15.000 Einwohner. Südöstlich von Füssen liegen Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau.

Die Region am bayerischen Alpenrand ist ein beliebtes Rennradrevier, und die Touristiker im Allgäu haben das Radfahren als Wachstumsbranche entdeckt. Viele Hoteliers haben sich auf die Radsportler eingestellt, auch Wolfgang Sommer. In seinem Hotel bietet er Leistungsdiagnostik für Urlaubsradler an.

Stadtansicht Füssen

Füssen darf sich die höchstgelegene Stadt Bayerns nennen.

Stand: 20.10.2021, 20:55