Die Konzertkirche Neubrandenburg, erbaut 1258, hat eine lange und bewegte Geschichte.

Konzerte und Kultur: Neubrandenburg, Ulrichshusen, Neustrelitz und Mirow

Stand: 02.10.2022, 20:15 Uhr

In den Sommermonaten startet die Festspielsaison in Mecklenburg-Vorpommern: Bei mehr als 100 Konzerten an mehr als 60 Orten kommen Musikliebhaber auf ihre Kosten.

Die "Konzertkirche" St.-Marien-Kirche in Neubrandenburg hat eine lange und bewegte Geschichte: mehr als 700 Jahre alt, zerstört und wieder aufgebaut. Der letzte Brand, Ende des Zweiten Weltkrieges, hinterließ nur einige Außenmauern und Teile des Turms. Der finnische Architekt Pekka Salminen integrierte in die alte Backsteinhülle einen hochmodernen Konzertsaal – eine Symbiose von Altem und Neuem. Nach weitgehender Zerstörung im April 1945 wurde sie bis 2001 als Konzertkirche Neubrandenburg wiederaufgebaut. Ob Philharmonisches Konzert, Oper, Musical, Ballett, Lesung, Liederabend – alle Genres finden hier eine einmalige Auftrittsatmosphäre und ihren besonderen Klang. Seit Juli 2017 wird die Klangvielfalt durch eine Konzertorgel mit 70 Registern verstärkt.

Schloss Ulrichshusen

Schloss Ulrichshusen liegt nördlich von Waren am Ulrichshusener See. Das Renaissanceschloss, das auch Züge einer mittelalterlichen Burg trägt, wurde um 1560 erbaut. Zusammen mit dem gleichnamigen Dorf war es – von kürzeren Unterbrechungen abgesehen – über Jahrhunderte im Besitz der Familie von Maltzahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Adel enteignet und vertrieben. 1989, kurz vor der Wende, brannte Schloss Ulrichshusen aus bis heute ungeklärter Ursache bis auf die Grundmauern ab. Nach der Wende kaufte die Familie das Anwesen zurück, baute das Schloss samt umliegender Gebäude wieder auf und richtete Gästezimmer und Apartments ein. Schließlich machten Alla und Helmut von Maltzahn Schloss Ulrichshusen zu einer der Hauptspielstätten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Die Konzerte mit namenhaften Künstlern aus dem In- und Ausland finden in der ehemaligen Scheune und im Saal des Schlosses statt.

Schloss Ulrichshusen steht auf einem kleinen Hügel

Schloss Ulrichshusen spielt in der Festspielsaison eine große Rolle.

Neustrelitz

Neustrelitz am Zierker See im Süden der Mecklenburgischen Seenplatte entstand 1733 als spätbarocke Planstadt, nachdem die ursprüngliche Residenz Strelitz 1712 einem Stadtbrand zum Opfer gefallen war. Dabei wurde der Grundriss des Neubaus einer italienischen Idealstadt nachempfunden. Die barocke Stadtanlage mit ihrem quadratischen Markt, von dem ein achtstrahliger Straßenstern ausgeht, ist einzigartig in Europa. Der Architekt, Kunstgärtner und Baumeister Christoph Julius Löwe legte im 18. Jahrhundert den Schlossgarten an. Seit 2001 finden hier jeden Sommer die größten Operettenfestspiele Deutschlands statt, und über Wochen erklingt an allen Straßenecken Musik. Bei den Aufführungen, die jährlich wechseln, machen viele Menschen aus Neustrelitz und Umgebung als Darstellerinnen oder Statisten mit.

Blick von oben auf die barocke Stadtanlage von Neustrelitz mit ihrem quadratischen Markt

Seit 2001 findet in Neustrelitz Deutschlands größtes Operettenfestival statt.

Schlossinsel Mirow

Das Residenzstädtchen Mirow mit der Schlossinsel liegt im Süden der Mecklenburgischen Seenplatte am gleichnamigen See und ist ein historischer Schauplatz für ein reales Märchen: Im 18. Jahrhundert wurde eine Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz zur englischen Königin. Die 17-jährige Sophie-Charlotte ging im August 1761 nach London, um König Georg III. von Großbritannien und Irland zu heiraten. Auch ihre beiden Schwestern wurden Königinnen: Prinzessin Luise machte sich als Königin von Preußen einen Namen, und Prinzessin Friederike wurde Königin von Hannover. Sophie-Charlotte machte sich zudem einen Namen als "Blumenkönigin", weil sie die königlichen Botanischen Gärten in London ausbaute. Außerdem ist sie Namensgeberin der Paradiesvogelblume "Strelitzia". Auf Schloss Mirow finden regelmäßig Führungen in historischen Kostümen statt.

Blick von oben auf die Schlossinsel mit Schlossgebäuden

Das Residenzstädtchen Mirow mit der Schlossinsel liegt im Süden der Mecklenburgischen Seenplatte.

Lesetipps zur Mecklenburgischen Seenplatte

Sven Talaron, Sabine Becht
Mecklenburgische Seenplatte
Michael Müller-Verlag, 5. Aufl. 2020
ISBN 978-3956549847
Preis: 18,90 Euro

Linda O’Bryan, Hans Zaglitsch
Radtouren am Wasser. Mecklenburgische Seenplatte. 30 Touren im Land der 1000 Seen
Bruckmann, 2021
ISBN 978-3734318504
Preis: 19,99 Euro

Christine Lendt, Jens Rademacher
Hausbooturlaub Mecklenburgische Seenplatte
Edition Maritim; 2. Aufl. 2021
ISBN 978-3667120625
Preis: 24,90 Euro

Beate Schümann (Autorin), Sylvia Pollex (Fotografin), Thomas Rötting (Fotograf)
Mecklenburgische Seen. DuMont Bildatlas 188
DuMont Reiseverlag, 2017
ISBN 978-3770193844
Preis: 11,50 Euro