Mecklenburger Originale

Zwei Indianer auf Pferden vor einem hölzernen Palisadenzaun

Mecklenburger Originale

Mecklenburg ist nicht dicht besiedelt. Gerade mal 1,6 Millionen Einwohner gibt es, und in den vergangenen Jahrzehnten sind es ständig weniger geworden. Vor allem junge Menschen haben das Land verlassen, auf der Suche nach besseren Berufschancen. Wir haben zwei Mecklenburger Originale getroffen, die geblieben sind.

Indianer Wolfgang Kring

Wolfgang Kring ist Mecklenburgs bekanntester „Indianer“. Mit seinen Pferdekunststücken begeistert er seit zweieinhalb Jahrzehnten die Zuschauer auf seiner eigenen Freilichtbühne in Neu Damerow. Gemeinsam mit rund 40 Laienschauspielern präsentiert er dort jedes Jahr ein neues, selbstgeschriebenes Indianerstück. Aus ganz Deutschland kommen die Laien-Indianer und -Cowboys für die Show. Innerhalb einer Woche wird das Stück eingeübt und dann an drei Wochenenden im Juli und August aufgeführt.

Wolfgangs großes Vorbild war und ist Gojko Mitic, der bekannteste Film-Indianer der DDR. Als Pierre Brice und Lex Barker sich im Westen ewige Blutsbrüderschaft schworen, kämpfte Goijko Mitic in DDR-Filmen für Gerechtigkeit. Damals hat auch Wolfgang sich als „Amateurartist“ mit Indianerkunststücken Geld dazu verdient. Und er hat bis heute nichts verlernt. Davon konnte sich Marco selbst überzeugen, als er beim Messerwerfen vor der Zielscheibe stand.

Marco Schreyl (l) im Gespräch mit Wolfgang Kring als Indianer

Marco Schreyl (l) trifft Wolfgang Kring, den "Indianer" von Mecklenburg.

Musikmaschinenbauer Stefan Albrecht

Stefan Albrecht ist ein Autodidakt. Der Künstler hat schon viel ausprobiert. Er baut zum Beispiel Holzskulpturen für Spielplätze, oder er arbeitet mit Emaille. Und seit einiger Zeit reizen ihn „kinetische Objekte“, die Klänge erzeugen. Sein Meisterwerk hat er 2017 nach zehnjähriger Planungs- und zweijähriger Bauzeit fertiggestellt: die Jazzmaschine. Sie besteht aus rund dreitausend Teilen und erzeugt Töne. Es dröhnt aus Metalltrichtern, und rotierende Stahlseile und Schrauben an sich drehenden Rädern geben den Rhythmus vor. Und auf und in der Maschine sitzen und stehen Musiker und spielen eigens dafür komponierte Lieder. Nicky und Steffi waren begeistert.

Stefan Albrecht steht mit einem Bariton-Saxophon unter einer Plattform aus verschiedenen Metallteilen

Stefan Albrecht spielt Saxophon inmitten seiner Jazzmaschine.

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Autor: Dieter Schug

Stand: 08.10.2017, 20:15