Achilleion - Der Palast von Kaiserin Sisi

Achilleion - Der Palast von Kaiserin Sisi

Das berühmte Achilleion liegt einige Kilometer südlich von Korfu-Stadt in der Ortschaft Gastouri. Die Kaiserin von Österreich, Sisi, liebte Korfu und hat sich ihren Palast hier von 1889 bis 1892 errichten lassen. Sisis Märchenschloss ist heute ein Museum und Publikumsmagnet. Sie scheint ein Teil von Korfu zu sein - und das, obwohl sie höchstens dreimal hier war.

Mehrstöckiges Palastgebäude in einem Park

Das berühmte Achilleion liegt in der Ortschaft Gastouri.

Elisabeth von Österreich liebte die griechische Götterwelt und hat deshalb überall im Palast Statuen aufstellen lassen. Schon vor dem Eingang steht der erste: Hermes, der Götterbote. Er hat polierte Zehen, weil alle Besucher seinen Fuß anfassen. Götter scheinen auch heute noch was Magisches an sich zu haben!

Ein Teil von Sisis Möbeln ist noch im Original erhalten. Sie hat sie in Neapel handfertigen lassen - nach eigenen Ideen. Marmorreliefs mit antiken Motiven schmückten einst ihr Badezimmer. Auch das Bett, in dem sie tatsächlich geschlafen hat, ist ausgestellt. Darüber an der Wand ein Gemälde ihres Gatten, Kaiser Franz Josef. Er musste die Rechnung für die kostspieligen Wünsche seiner Gattin bezahlen, hat nur einmal einen Fuß auf Korfu gesetzt, das "Achilleion" aber nie gesehen. Auf der großen Terrasse zum Garten begegnet man allen neun Musen der griechischen Mythologie, den Schutzgöttinnen der Künste - jeweils eine fürs Singen, Tanzen, fürs Flötenspiel, die Komödie, Tragödie und so weiter.

Zimmer mit historischen Möbeln und einem Messingbett

In diesem Bett soll „Sisi“ geschlafen haben.

Von oben steigt man hinunter zu einer Terrasse mit einer besonderen Statue. Sie ist quasi das Kernstück der Anlage, denn von diesem Herrn hier hat das Haus seinen Namen: Es ist Achill.

Sisi liebte die griechische Mythologie - vor allem Achilles

Kaiserin Elisabeth von Österreich liebte Korfu, die griechische Mythologie, und Achilles war ihr Lieblingsheld. Es handelt sich um jenen Krieger, der so tragisch gestorben ist im Kampf um Troja, obwohl er eigentlich fast unverwundbar war. Aber er war halt doch eine Mischung: sein Vater war ein Mensch und seine Mutter die Meeresgöttin Tethes. Die hat versucht, ihn zu schützen, indem sie ihn als Baby in den Fluss Stix getaucht hatte. Dadurch wurde Achilles am ganzen Körper komplett unverwundbar, nur eben an der kleinen Stelle nicht, an der die Mutter das Baby in den Fluss gehalten hat, damit er nicht entgleitet. An dieser Stelle, der Ferse, konnte er tödlich getroffen werden. Das wussten nicht viele, aber die Entscheidenden haben es halt doch gewusst. Heute spricht man immer noch von der Achillesferse, die einzige verwundbare Stelle in einem System oder in einem Unternehmen.

Andrea Grießmann fotografiert die Statue des Achilles

Statue des Achilles im Garten des Achilleion

Gegenüber von „Sisis“ Achilles steht noch ein Achilles. Aber er ist 30 Jahre jünger als der erste und wirkt gar nicht leidend, sondern stolz und siegreich. So wollte ihn der deutsche Kaiser Wilhelm II. sehen. Er hat ihn aufstellen lassen, nachdem er das Achilleion von Sisis Tochter Maria-Valerie gekauft hatte. Später wurde das Achilleion übrigens noch Lazarett und Spielcasino. 1981 fanden darin sogar Dreharbeiten zu einem James Bond-Film statt.

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Sabine Fricke

Stand: 22.03.2015, 20:15