Salinas und John Steinbeck

Im Vordergrund geerntete Kürbisse, im Hintergrund landwirtschaftliche Flächen und Hügelkette

Salinas und John Steinbeck

In der Gegend um Salinas wachsen 70 Prozent des in den USA angebauten Salats. Die Landwirtschaft wird durch das gute Wetter begünstigt. Allerdings ist der Wassermangel ein Problem. Einige Einwohner hoffen, dass bald mit Hilfe einer Entsalzungsanlage das Wasser vom Meer genutzt werden kann. Tamina hat „The Farm“ besucht. Dieser Bio-Bauernhof ist seit zwanzig Jahren im Familienbesitz und ist „bio-zertifiziert“. In den USA gibt es dafür strenge Regeln, und es dauert gut fünf Jahre, bis man dafür eine Genehmigung erhält. Die Menschen in Kalifornien sind sehr offen für Bio-Produkte und unterstützen gerne die lokalen Bauern.

Eine der bekanntesten Persönlichkeiten dieser Gegend ist John Steinbeck. Er gehörte zu den erfolgreichsten US-amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts und hat zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Novellen geschrieben. Außerdem arbeitete zeitweilig als Journalist und war im Zweiten Weltkrieg 1943 als Kriegsberichterstatter tätig. 1940 erhielt er den Pulitzer-Preis für seinen Roman „Früchte des Zorns“ und 1962 den Nobelpreis für Literatur. Er kam am 27. Februar 1902 in Salinas zur Welt. Bei den Führungen erhält man einen Einblick in die Jugendjahre Steinbecks. Im Haus gibt es ein Restaurant, das Mittagsmenüs mit kalifornischer Küche anbietet. Viele Mitarbeiter arbeiten hier ehrenamtlich.

Eckhaus mit vielen Erkern und Türmen und einem Vorgarten

Im ehemaligen Wohnhaus John Steinbecks befindet sich heute auch ein Restaurant.

Steinbeck hat in seinem Buch „Die Straße der Ölsardinen“ über die Zustände in den Konservenfabriken in Monterey, unweit von Salinas, geschrieben. Die damals von Fischfabriken gesäumte Hauptstraße Montereys, auch Ocean View Avenue genannt, taufte Steinbeck in Cannery Row um. Nachdem sein Roman zum Bestseller aufgestiegen war, erhielt die Straße offiziell den Namen aus dem Buch.

Für Touristen ist es heute kaum vorstellbar, dass diese Straße früher nach Fisch gerochen hat. Der Ort, der regelrecht „zum Himmel stank“, war jahrelang Zentrum des Wirtschaftswunders: Fabrikanten setzten Millionen um und versorgten mit ihren Fischkonserven die US-Army, Krankenhäuser sowie Supermärkte in den USA. 1950, wenige Jahre nach Erscheinen von Steinbecks Roman, war mit dem Boom plötzlich Schluss. Der Ozean, der mal voller Sardinen war, war leer gefischt. Das gesamte Gewerbe brach zusammen. Dann wurde die reizvolle Lage am Pazifik als Urlaubsgebiet entdeckt. Heute wird die Cannery Row nachweislich von mehr Touristen als der New Yorker Broadway besucht.

Tamina Kallert steht mit einem Buch in der Hand auf einer Straße, über der "Cannery Row Company" steht

Tamina in der "Straße der Ölsardinen"

Auch einen Besuch wert ist das Monterey Bay Aquarium. Die Bassins sind mehrere Etagen hoch, sodass Besucher einen guten Einblick ins Unterwasserleben bekommen. Man kann gefahrlos Haie anschauen und pinkfarbenen Quallen beim ziellosen Treiben im Wasser zusehen.

Ein Sardinenschwarm im Aquarium

Die Sardinenschwärme kann man heute im Monterey Bay Aquarium bestaunen.

Touristen statt Ölsardinen. Als John Steinbeck wenige Jahre vor seinem Tod noch einmal Monterey besucht hat, sagte er: „Die Strände, die einst mit Fischresten und Fliegen bedeckt waren, sind sauber. Die Sardinenfabriken, die früher ekelhaft stanken, gibt es nicht mehr. An ihrer Stelle befinden sich Restaurants, Antiquitätenläden und dergleichen mehr. Sie fangen Touristen ein, nicht Sardinen, und diese Spezies ist nicht so leicht auszurotten.“

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Stand: 10.03.2019, 20:15