Big Sur

Arbeiten mit einem Bagger an einer eingestürzten Brücke über ein Tal

Big Sur

Wilde Natur, die schönsten Ausblicke auf eine bizarre Küstenlinie und Häuser, die in der Landschaft verschwinden: So unberührt scheint der Abschnitt auf dem Highway 1 zu sein, der sich Big Sur nennt. Genauer gesagt handelt es sich um einen 145 Kilometer langen Küstenstreifen zwischen Carmel im Norden und San Simeon im Süden - inklusive des Santa Lucia-Gebirges im Hinterland.

Berühmt ist hier die Bixby Bridge, die schon in Hunderten von Werbespots, Filmen und Fernsehserien zu sehen war. Der Highway 1 wird auf dieser Strecke sehr eng und ist dort nur ganz langsam zu befahren. Häufig gibt es in diesem Abschnitt auch keinen Funknetzempfang. Tamina trifft Stephen Copeland, der in Big Sur lebt. Er ist dort seit über vierzig Jahren Fremdenführer und hat eine Firma mit rund fünfzig Beschäftigten, die individuelle und Gruppentouren durchführen.

Stephen und Tamina sprechen über den Einsturz des Highway 1 im Winter 2016/17. Nach einem heftigen Dauerregen begruben Schlammlawinen gleich mehrere Abschnitte des Highway 1. Außerdem wurde ein Stützpfeiler der Peiffers Bridge zerstört, die sofort geschlossen werden musste. Als man feststellte, dass die Brücke nicht mehr zu reparieren war, wurde sie komplett erneuert. Das schaffte man in rekordverdächtigen sieben Monaten. Stephen erzählt, dass der Bau einer solchen Brücke normalerweise sieben Jahre dauert. Im Oktober 2017 wurde die Brücke, im Juli 2018 der gesamte Abschnitt des Highway 1 wieder eröffnet. In der Zwischenzeit war Big Sur fast ein Jahr von der Außenwelt abgeschnitten. Lebensmittel etc. mussten per Helikopter hergebracht werden Viele Menschen zogen aus der Region weg. Aber die vierhundert Einwohner, die blieben, wurden durch die Ereignisse enger zusammengeschweißt, sagt Stephan.

Pfeiffer Nationalpark

Redwood-Küstenmammutbäume können bis zu 100 Meter hoch werden. Und sehr alt. Tamina findet einen Baum, der eintausend Jahre alt ist. Das Holz dieser Bäume wurde von der Holzindustrie einst „rotes Gold“ genannt, weil es als Baumaterial so wertvoll war. Mammutbäume werden so alt, weil sie sehr resistent gegen Pilze und Bakterien sind. Schon die Ureinwohner wussten die Haltbarkeit dieses Holzes zu schätzen. Aber sie nutzten meist nur Teile, die heruntergefallen waren. Das wurde anders, als die amerikanische Holzindustrie die Bäume entdeckte. Große Flächen wurden systematisch abgeholzt. Um einige wenige Exemplare zu retten, wurden - gerade noch rechtzeitig - die Restbestände ab den 1920er-Jahren durch Einrichtung von Nationalparks geschützt.

Tamina Kallert und Stephen Copeland stehen neben dem Stamm eines riesigen Mammutbaumes

Tamina Kallert und Stephen Copeland bewundern den Stamm eines 1.000 Jahre alten Mammutbaumes.

Pfeiffer Beach

Der Pfeiffer Beach ist ein echtes Highlight, das von vielen Menschen besucht wird. Auch als Filmkulisse diente er mehrmals, zum Beispiel in dem Film „…die alles begehren“ mit Richard Burton und Elizabeth Taylor. Besonders am Abend, wenn die Sonne zwischen dem Felsen untergeht, ist der Strand ein Ort zum Träumen.

Tamina Kallert und Stephen Copeland laufen über einen weiten Sandstrand, im Hintergrund ein Felsmassiv

Tamina Kallert besucht mit Stephen Copeland den Pfeiffer Beach.

Land der Kondore

Nach Big Sur sind die Kondore zurückgekehrt. Die Vögel waren in Kalifornien fast ausgestorben durch Wilderei, Bleivergiftung sowie die Zerstörung ihres Lebensraums. Die US-Regierung hat daraufhin einen Erhaltungsplan erstellt. 1987 wurden die verbliebenen 27 wilden Kondore eingefangen und in einem Tierpark sowie einem Zoo untergebracht. Mit Hilfe eines Zuchtplans haben sie sich seitdem wieder vermehrt. 1991 wurden die Vögel wieder in die Freiheit entlassen. Derzeit leben wieder ca. 99 Kondore in Zentralkalifornien. Sie sind die größten Vögel Nordamerikas: Der „California Condor“ hat Flügel mit einer Spannweite so breit wie ein Auto und kann bis zu sechzig Jahre alt werden. Die Biologin Melissa Clark arbeitet im Auftrag der „Ventana Wildlife Society“, die sich unter anderem um die Wiederherstellung der Kondor-Population kümmert. Mit Hilfe von GPS und Antennen erforscht sie, welche Strecken die Kondore fliegen, wo sie fressen, schlafen und nisten.

Ein Kondor fliegt am blauen Himmel

Kondore konnten in der Region 1991 wieder ausgewildert werden.

Monterey Flughafen

Vom Regionalflughafen Monterey startet Tamina mit dem Piloten Bill Sabo zu einem Rundflug über Big Sur. Er lebt seit 1992 in Monterey, war Pilot bei der Air Force in Vietnam und hat danach bei einer Fluggesellschaft gearbeitet. Heute hilft er ehrenamtlich bei der Suche von Vermissten oder im Dienst der Polizei, um Drogenschmuggler in der Gegend von Big Sur aus der Luft ausfindig zu machen. Vom Monterey Regional Airport gibt es Non-Stop-Flüge aus Denver, Dallas, Phoenix, Las Vegas. Praktisch ist der kleine Flughafen vor allem, weil die Abfertigung sehr schnell geht und es kaum Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle gibt.

Tamina Kallert steht neben einem einmotorigen Sportflugzeug

Tamina Kallert vor ihrem Rundflug über Big Sur.

Polizeikontrollen

Taminas Auto wird einmal von der Polizei angehalten, weil sie beim Stoppschild nicht komplett zum Stehen gekommen ist. Dort lernt sie, wie man sich in den USA in einem solchen Fall zu verhalten hat: Die Polizei weiß nie, ob jemand eine Waffe im Auto hat oder nicht (in USA muss die Polizei damit rechnen, dass jemand eine Waffe zückt) Deshalb soll man sich sehr ruhig und freundlich verhalten und außerdem mittteilen, dass man Ausländer ist. Am besten bleibt man im Auto sitzen und lässt die Hände auf dem Lenkrad, es sei denn, man wird von der Polizei aufgefordert auszusteigen. Wenn man seine Autopapiere im Handschuhfach oder unter dem Sitz sucht, sollte man dies mit langsamen Bewegungen tun und dies dem Polizisten vorher ankündigen.

Tamina Kallert bei einer Verkehrskontrolle mit einem amerikanischen Polizisten in Uniform

Tamina Kallert wird von einem amerikanischen Polizisten kontrolliert.

Weitere Informationen im Internet

Stand: 10.03.2019, 20:15