Das Château du Haut-Koenigsbourg liegt auf einem 760 Meter hohen Felsen über dem Oberrheintal.

Château du Haut-Koenigsbourg, Neuf-Brisach, Saverne, Chateau Haut Barr

Stand: 18.09.2022, 20:15 Uhr

"Neuschwanstein des Elsass" wird das Château du Haut-Koenigsbourg genannt.1147 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Sie liegt oberhalb von Orschwiller weithin sichtbar auf einem 760 Meter hohen Felsen und bietet einen großartigen Blick auf das Oberrheintal, die Vogesen, den Kaiserstuhl und an klaren Tagen bis hin zu den Alpen.

Die frühmittelalterliche Burg wurde im 15. und 17. Jahrhundert zerstört, lag nach dem Dreissigjährigen Krieg mehr als 250 Jahre in Ruinen und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Kaiser Wilhelm II. wieder aufgebaut. Drei deutsche Adelshäuser herrschten hier: die Hohenstaufer, die Habsburger und die Hohenzollern. Seit 1919 befindet sich die Burg wieder im französischen Staatsbesitz. Die Wohn- und Schlafräume, die Küche und die Waffenkammer wurden mit historischen Möbeln und Waffen stilecht eingerichtet. Per Audioguide kann man abtauchen in die mittelalterliche Welt.
Unterhalb der Burg befindet sich der Montagne des Signes, der Berg der Affen. Hier leben 200 Berberaffen auf 24 Hektar ziemlich ungestört von Menschen.

Neuf-Brisach und das Museum Mausa Vauban

Neuf-Brisach ist eine achteckige Festungsanlage und gilt als die Stadt des Sonnenkönigs: 1699 beauftragte Ludwig XIV. seinen Lieblingsbaumeister mit dem Bau. Sebastien Le Prestre de Vauban legte die Festung in Form eines Achtecks an und das Straßennetz schachbrettförmig. In der Mitte befand sich der Exerzierplatz, der heute als Marktplatz genutzt wird. Die Häuserblöcke sind rechtwinklig und alle gleich groß. Die sternförmige Anlage hat eine solche Dimension, dass eine ganze Stadt darin Platz findet. Das in Europa architektonisch einzigartige Bauwerk ist fast vollständig erhalten und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Festungsmauer ist begehbar, und auch die Stadttore kann man besichtigen. In der Porte de Belfort befindet sich das Vauban-Museum, das über die Stadtbaugeschichte informiert.

2018 eröffnete in den Kasematten das erste französische Street-Art-Museum, das Musée Arts Urbains et du Street Art, kurz Mausa Vauban genannt. Auf rund 1.200 Quadratmetern bekommen international bekannte Künstler im Inneren der Festungsmauern einen Raum, den sie individuell gestalten können. Meist arbeiten sie während der Öffnungszeiten des Museums, um die Besucher das Entstehen des Graffitos miterleben zu lassen.

Tamina Kallert und Clementine Lamaitre (r) in einem Raum mit Gewölbedecke und mit Graffiti verzierten Wänden im Inneren der Festungsmauern von Neuf-Brisach.

Clementine Lamaitre (r) führt Tamina Kallert durch das Street-Art-Museum im Inneren der Festungsmauern von Neuf-Brisach.

Saverne

Saverne ist eine lebendige Industrie- und Handelsstadt mit einer langen Geschichte und einer malerischen Altstadt. Wegen der verkehrsgünstigen Lage zwischen Straßburg und Metz entstand hier schon zu Zeiten der Römer ein wichtiger Warenumschlagplatz. Saverne ist die einzige Stadt der Welt mit einem Einhorn im Stadtwappen. Um das Fabeltier, dem die Stadt ein Denkmal gesetzt hat, ranken sich viele Legenden. Angeblich soll ein Einhorn sein Horn in das Wasser des von den Römern bereits als Bad genutzten "Badbrünne" getaucht und ihm auf diese Weise Heilkraft verliehen haben. Überragt wird Saverne vom "Chateau Rohan", einem monumentalen Schloss aus rotem Sandstein, dass 1790 erbaut wurde. Mitten durch Saverne führt der Rhein-Marne-Kanal, wobei der vor dem Schloss liegende Yachthafen Platz für 70 Boote bietet.

Tamina Kallert wandert entlang des Kais und schaut sich die Motor- und Segelyachten an

Im Yachthafen von Saverne haben bis zu 70 Boote Platz.

Château du Haut Barr und Brotschturm

In der Region um Saverne gibt es rund 260 Kilometer Wanderwege, von kleinen Wanderungen bis hin zu Tages- oder Mehrtagestouren. Bekannt ist der Fernwanderweg GR 53 zur Vogesenüberquerung, der u.a. zum 531 Meter hohen Brotschberg führt. Hier steht der Brotschturm, der 1897 aus Sandsteinquadern errichtet wurde. 90 Stufen führen auf die Aussichtsplattform, von der man einen großartigen Rundumblick auf die Vogesen hat.

Südlich von Saverne thront die Ruine des Château du Haut Barr in 470 Meter Höhe über dem bewaldeten Tal der Zorn. Das Schloss wurde im 12. Jahrhundert direkt in drei Felsen aus rotem Sandstein gebaut und mit Brücken verbunden. Um die "Teufelsbrücke" ragen sich allerhand Legenden. 1414 wurde die Burg auf dem Konstanzer Konzil wegen ihrer beherrschenden Lage, die einen Blick bis nach Straßburg ermöglicht, erstmals "Auge des Elsass" genannt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Schloss mehrfach erweitert oder renoviert. Heute ist die im 18. Jahrhundert notdürftig restaurierte Ruine ein beliebtes Ausflugsziel mit Restaurant und Café.

Tamina Kallert steht auf der obersten Plattform eines schlanken, hohen Turmes und schaut in die weite Landschaft

Der Brotschturm in den Wäldern oberhalb von Saverne.

Lesetipps für das Elsass

Antje Schwab, Gunter Schwab
Elsass
Michael Müller, 7. Aufl. 2021
ISBN ‎978-3956549502
Preis: 21,90 Euro

Silke Kohlmann
Elsass. Wandern für die Seele: Wohlfühlwege
Droste Verlag, 2022
ISBN 978-3770023745
Preis: 18,00 Euro

Gabriele Kalmbach
Straßburg. Reiseführer mit Cityplan
DuMont Reiseverlag, 2. Aufl. 2019
ISBN 978-3770184620
Preis: 11,99 Euro

Bernhard Pollmann
Vogesen. Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen. 51 Touren
Bergverlag Rother, 8. akt. Aufl. 2020
ISBN 978-3763340187
Preis: 14,90 Euro

Fast schon historisch – ein Kunstreiseführer:
Susanne Tschirner
DuMont Kunst Reiseführer Elsass
DuMont Reiseverlag, 2011
ISBN 978-3770136278
Empfohlen für die Elsass-Besucher, die sich tiefer in die Kunsthistorie der Region einarbeiten möchten. Antiquarisch sicher noch erhältlich.