Von Grabow bis Plau am See

Platz mit mehreren zweistöckigen Fachwerkhäusern

Von Grabow bis Plau am See

Grabow ist eine historische Fachwerkstadt im Südwesten von Mecklenburg. Das schöne Städtchen Plau befindet sich allerdings - anders als der Name verspricht - nicht am See.

Fachwerkstadt Grabow

Grabow ist eine historische Fachwerkstadt im Südwesten von Mecklenburg. Der befestigte Ort wurde im Jahre 1252 gegründet. 1725 wurde er durch einen Brand nahezu vollständig zerstört, all die schönen Häuser verwandelten sich in Schutt und Asche. Auch das Schloss wurde vollständig zerstört und die Kirche stark beschädigt.

Der Herzog zu Mecklenburg, Carl Leopold, wollte die Stadt so schnell wie möglich wieder aufbauen. Er sorgte dafür, dass die Bürger kostenloses Baumaterial erhielten und schuf einen Plan, der Grabow zur Musterstadt werden ließ. Ein regelmäßiger Grundriss mit geraden Straßen, Bedachungen aus Ziegel waren für den Neuanfang Vorschrift. Da es schnell gehen musste, wurden die Häuser mit einem einfachen Fachwerk gebaut, die Balken und Giebel erhielten keine aufwändigen Verzierungen oder Schnitzereien. Später sprach man vom „armen Fachwerk“ im Gegensatz zum „reichen Fachwerk“.

Nach der Wende drohten viele Häuser zu verfallen und die meisten Läden standen leer. Doch viele Bürger übernahmen und restaurierten die alten Häuser. Sogar die Läden konnten wieder zum Leben erweckt werden, sodass man heute in Grabow wieder alle zum Leben notwendigen Produkte kaufen kann.

Schau(m)manufaktur für Schokoküsse

In Grabow wurden die Schokoküsse oder Schaumküsse erfunden. Heute noch werden am Rande der Stadt täglich zwischen 6,5 bis 9 Millionen dieser Leckereien produziert. Ganz in der Nähe des Rathauses gibt es ein kleines Café mit einer Küche, in der die Besucher nach Anmeldung ihre eigenen Schokoküsse herstellen können. Am Ende gibt es sogar eine Urkunde, das „Küsschen-Zertifikat“, ein tolles Erlebnis, nicht nur für kleine Besucher.

Hinweisschild Schau(m)manufaktur Grabow an einer Fachwerkhauswand

In Grabow wurden die Schokoküsse oder Schaumküsse erfunden.

Rezept für Schokoküsse

Zutaten:

  • 100 g Hühnereiklar, entspricht Eiweiß aus drei Hühnereiern
  • 3 g gemahlene Gelatine, ca. 1,5 TL
  • 20 g Wasser für die Gelatine
  • 200 g Zucker für den Sirup
  • 40 g Wasser für den Sirup
  • runde Oblaten für den Boden (oder runde Waffeln)
  • 100 g edelherbe Schokolade für den Überzug

Zubereitung:
Die Eier sorgfältig trennen und alle weiteren Zutaten abwiegen.
Den Zucker in warmem Wasser lösen.
Die Gelatine in warmem Wasser quellen lassen.
Die Schokolade im Wasserbad auf 40 Grad erwärmen.
Die Zuckerlösung im Topf auf 100 Grad erhitzen, bis sie sich aufgelöst hat.
Das Eiweiß mit Handmixer ca. 2 Minuten schaumig schlagen.
Die heiße Zuckerlösung direkt aus dem Topf zügig in den Eischnee einrühren, die Gelatinelösung hinzugeben und die Masse noch einmal ca. 1 Minute aufschlagen, bis sie fest ist.
Den fertigen Schaum abkühlen lassen und dann mit einem Spritzbeutel auf die vorbereiteten Oblaten oder Waffeln auftragen. Zum Schluss mit der flüssigen Schokolade übergießen.

Stefan Pinnow und Christine Drühl schauen einer Frau beim Anfertigen der Schokoküsse zu

Stefan Pinnow und Christine Drühl (hinten) erlernen in der Schau(m)manufaktur das Anfertigen von Schokoküssen.

Neustadt-Glewe

Es ist die mittelalterliche Burg, die Neustadt-Glewe heute prägt und deren Sanierung im Jahre 2006 vollständig abgeschlossen werden konnte. Neben dem interessanten Museum beherbergt die Anlage auch ein großes Restaurant und ein Trauzimmer. Umgeben ist die Anlage von einem Park mit kleinem See.

Blick durch grüne Bäume über einen See auf Burgturm

Neustadt-Glewe besitzt einen schönen Park rund um die mittelalterliche Burg.

Im Schloss ist heute ein Viersternehotel untergebracht, aber auch die gut erhaltene Stadt mit ihren vielen restaurierten Häusern lohnt einen Rundgang. Wer mit dem Boot anreist, kann in dem schön gelegenen und gut geführten Hafen der Stadt übernachten, der in unmittelbarer Nähe zur Burg gelegen ist.

Plau am See

Ein schönes Städtchen mit etwa 5.800 Einwohnern, aber anders als der Name verspricht, befindet es sich nicht am See. Um den Markt gibt es einige sehr schöne, bunte Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert und ein Rathaus im Stil der niederländischen Renaissance. Schön sind die von Restaurants und Cafés geprägten Ufer der Elde, hier flanieren die Touristen und Einheimischen gerne, kehren ein oder schauen sich die historische Hubbrücke an. Durch die Freizeitskipper, die im Sommer in großer Zahl den Ort besuchen, hat man auch auf dem Wasser immer etwas zu bestaunen.

Blick auf zwei historische Gebäude und eine alte Hebebrücke

Schön flanieren kann man am Ufer der Elde mit der historischen Hubbrücke.

Weitere Informationen im Internet

Autor: Per Schnell

Stand: 05.05.2019, 20:15