Aachen und das Dreiländereck

Wald-Wiesenlandschaft unter blauem Himmel

Aachen und das Dreiländereck

In Aachen, der westlichsten Großstadt Deutschlands, Südlimburg in den Niederlanden und Ostbelgien leben die Einwohner dreier Länder in enger Nachbarschaft, schätzen einander und pflegen doch ihre jeweiligen Besonderheiten. Das Dreiländereck ist eine Bilderbuchregion mit schönen Landschaften und interessanten Städten.

Das Dreiländereck

Von Vaals in den Niederlanden aus erreicht man das Dreiländereck. Hier liegt der Drilandenpunt, wie die Niederländer ihn nennen, an dem die drei Staaten Niederlande, Belgien und Deutschland zusammentreffen. Vom Balduinturm aus hat man einen phantastischen Blick auf alle drei Länder. Das Dreiländereck ist ein echter Touristenmagnet. Neben dem Drilandenpunt, dem höchsten Punkt der Niederlande, dem Aussichtsturm und ein paar Ausflugslokalen gibt es ein Heckenlabyrinth. Ein großes Vergnügen für Familien. Hier muss man die Mitte finden, sonst kann man es nicht verlassen. Es kann manchmal dauern, bis man sein Ziel erreicht hat. Aber die Suche nach dem Mittelpunkt macht auch viel Spaß.

Grenzstein im Wald mit belgischer, niederländischer und deutscher Flagge

Am Dreiländereck oder Drilandenpunt, wie die Niederländer ihn nennen, treffen die Niederlande, Belgien und Deutschland zusammen.

Das Geultal

Die Göhl, Geul oder Gueule entspringt in Lichtenbusch an der Grenze zwischen Deutschland und Belgien, verläuft auf belgischem Gebiet bis Moresnet und fließt dann in die Niederlande, wo sie in die Maas mündet. Die Göhl auf Deutsch, Geul auf Niederländisch oder la Gueule, wie sie in Belgien heißt, ist einer der wenigen natürlichen Flüsse in der Region. Die Wanderstrecke durch das Tal der Göhl ist äußerst beliebt und sehr idyllisch. Die Holländer nennen die Gegend auch Heuvelland, Hügelland. In den letzten Jahren hat sich diese Gegend zu einer der beliebtesten Ferienregionen der Niederländer gemausert.

Wiesen-Wald-Gelände mit einigen Fachwerkhäusern

Das idyllische Tal der Göhl ist eine beliebtes Wandergebiet.

Aachen

Aachen ist eine grüne Stadt mit durchaus ländlichen Stadtteilen. Und schnell ist man auf dem Land, inmitten von Wiesen und Feldern, in Belgien und in den Niederlanden. Ostbelgien und das niederländische Limburg sind ländlich idyllische Regionen, geprägt von einer sanften Hügellandschaft und hübschen Bauernhöfen aus Bruchstein. In der Stadt, in der man einen fast südländischen Lebensstil pflegt, herrscht eine freundliche und gemütliche Atmosphäre. Besonders sehenswert ist die intakte Altstadt und deren Mittelpunkt, der Aachener Dom, UNESCO Weltkulturerbe. Er stammt aus dem Jahr 800 und wurde von Kaiser Karl als Teil der Kaiserpfalz gebaut. Aachen ist eine Kurstadt und heißt eigentlich Bad Aachen. Auf die Benennung „Bad“ verzichten die Aachener aber, damit sie mit ihrem Doppel-A immer die ersten sind in alphabetischen Listen.

Blick von oben auf Innenstadt mit Dom

Aachen besitzt eine intakte Altstadt rund um den Kaiserdom.

Aachens heiße Quellen und deren heilende Wirkung führten der Legende nach dazu, dass Karl der Große seine Pfalz in Aachen baute. Nach Kaiser Karl wurde auch der in Aachen verliehene Karlspreis benannt. Jedes Jahr wird die angesehene Auszeichnung einer Persönlichkeit oder einer Institution verliehen, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht hat. Mehr als 45.000 Studierende prägen die Atmosphäre und das Stadtbild Aachens. Die RWTH als Exzellenzuniversität besitzt einen ausgezeichneten Ruf in Lehre und Forschung. Aachen ist auch eine Stadt für Genießer; überregional bekannt sind die Aachener Printen, nicht nur zu Weihnachten ein leckeres Gebäck.

Die Aachener Altstadt und der Dom

Das Rathaus am Marktplatz ist der Treffpunkt der Aachener. Die Altstadt rund um das Rathaus ist gemütlich und überschaubar, mit vielen netten Geschäften, Kneipen, Restaurants und Cafés. Auf den vielen Plätzen sitzt man fast zu jeder Jahreszeit draußen, wenn es nötig ist, auch mit Heizofen und Decken. So fühlt man sich fast wie im Süden.

Verzierte Außenfassade des Rathauses mit zwei kleinen Türmen

Das Rathaus im gotischen Stil dominiert den Aachener Marktplatz.

Das wichtigste Monument Aachens ist der Dom, eine der schönsten Kirchen der Welt. Kaiser Karls Pfalzkapelle, das Kernstück des heutigen Doms, stammt aus dem 8. Jahrhundert und ist ein Meisterwerk der karolingischen Architektur. Seit dem Mittelalter ist der Dom auch eine Wallfahrtskirche. Seit 1349 kommen alle sieben Jahre Pilger aus aller Welt hierhin zur „großen Heiligtumsfahrt“. Ein Oktogon bildet den Mittelpunkt des Doms. Hier fanden über 600 Jahre lang die Krönungen der deutschen Könige statt, hier wurde Karl der Große bestattet. Kein Gebäude in Aachen ist so eng verknüpft mit Karl wie der Aachener Dom. Seinem Baumeister Odo von Metz gelang es, ost- und weströmische Ideen gleichberechtigt in den Bau einfließen zu lassen, harmonisch ergänzt durch den gotischen Anbau. Eine weitere Kostbarkeit im Dom ist der Karlsschrein: Hier hat Karl der Große seine letzte Ruhestätte gefunden.

Kirchenraum mit farblich gefassten Bögen und Gewölben

Der Aachener Dom, ein Meisterwerk karolingischer Baukunst, basiert auf der Form des Oktagons.

Das Aachener Rathaus

Der steinerne „Kaiser Karl“ wacht unerschütterlich vor Aachens Rathaus, er ziert den Brunnen vor dem Rathaus. „Ätzekomp“ - Erbsenschüssel - nennen die Aachener den Brunnen in ihrer bekannt respektlos-liebevollen Art, weil sein Becken an eine Schüssel erinnert. Der älteste Teil des Rathauses ist der Granusturm. Er stammt noch aus Kaiser Karls Zeiten, der hier einst seinen Regierungssitz hatte. Das heutige Rathaus ist nicht ganz so alt, es hat eine gotische Fassade. Ein heiterer Kontrast dazu bietet die barocke Freundlichkeit der Innenräume. Im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude nach einem Brand wieder aufgebaut und im Stil der Zeit farbenfroh und opulent gestaltet.

Brunnen mit schüsselähnlichem Wasserbecken, darüber eine Bronzefigur, im Hintergrund Rathausfassade

Den Brunnen vor dem Rathaus nennen die Aachener aufgrund seiner Form respektlos-liebevoll Erbsenschüssel.

Aachen, die Wasserstadt

Der Elisenbrunnen ist Aachens Wassertempel. Schon die Kelten und die Römer schätzten die heilende Wirkung dieses Thermalwassers. Der Name Aachen kommt vom altgermanischen „Ahha“, das heißt Wasser. Man kann das Aachener Heilwasser trinken, aber auch äußerlich anwenden. Es hilft unter anderem bei rheumatischen und Gelenkerkrankungen. Seit dem 17. Jahrhundert kamen Kaiser und Könige nach Aachen. Hier zu kuren war Mode.
Seit Kaiser Karl seine Pfalz an der Stelle baute, an der heißes Wasser aus der Erde kam, hat Wasser in Aachen eine ganz besondere Bedeutung. An jeder Ecke steht ein Brunnen und regt die Fantasie an.
Unterhalb des Lousberges, am Rande des alten Aachener Kurviertels, ist ein moderner Wellnessort entstanden, die Carolus Thermen. Für alle Wellnessfans sind die Thermen genau der richtige Ort und das Aachener Thermalwasser das richtige Mittel.

Kornelimünster

Kornelimünster, einst ein eigenständiger Ort, heute ein Stadtteil Aachens, liegt nur wenige Kilometer von der Innenstadt entfernt idyllisch an dem kleinen Flüsschen Inde. Der Ort entstand rund um das Kloster, das 814 hier gegründet wurde. Die Häuser im historischen Ortskern sind nicht ganz so alt. Sie stammen überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert. In der Pfarrkirche St. Kornelius werden wichtige Reliquien aufbewahrt, wie der Schädel von Papst Kornelius. Ihm verdankt der Ort seinen Namen. Seit dem 15. Jahrhundert ist Kornelimünster ein Wallfahrtsort. Die Kirche gehört zum ehemaligen Benediktinerkloster, das bis 1804 existierte. Die heutigen Gebäude wurden im 18. Jahrhundert im Barockstil erneuert.

Rückseiten historischer Wohngebäude an einem kleinen Fluss

Viele Häuser in Kornelimünster liegen am idyllischen Flüsschen Inde.

Kunst aus NRW

In den schönen Barockgebäuden der ehemaligen Reichsabtei ist heute das Museum Kunst aus NRW beheimatet. 1948 begann man damit, Werke junger Künstler aus Nordrhein-Westfalen zu kaufen. Regelmäßig werden Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler gezeigt. Es gehört zur Philosophie des Hauses Wechselausstellungen mit den Kunstwerken zu konfrontieren, die dem Haus gehören. Fast alle Arbeiten hat das Land gekauft, als die Künstler noch nahezu unbekannt waren. Heute ist manches Werk unbezahlbar geworden. Das Museum ist ein wahre Perle unter den Aachener Museen und unbedingt einen Abstecher wert.

Blick in einen barocken Saal mit Skulpturen und Plastiken des 20. Jahrhunderts

In der ehemaligen Reichsabtei befindet sich heute eine Kunstsammlung des Landes NRW.

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Karen Flunkert

Stand: 21.10.2018, 20:15