Naturparadies Geltinger Birk

Die flache Landschaft im Naturschutzgebiet Geltinger Birk

Naturparadies Geltinger Birk

Ein Paradies für Wasservögel und Naturliebhaber ist die Geltinger Birk, ein Landstrich am nordöstlichsten Punkt der Flensburger Förde. Im Laufe des Jahres kann man hier rund 200 Vogelarten sehen. Der Küstensaum mit seinen verlandenden Schilfsümpfen, Salzwiesen und Dünen steht seit 1934 und wurde im Laufe der Zeit erweitert. Das Gebiet mit seinen Sumpf- und Heideflächen, Salzwiesen, Mooren, Strand und kleinen Wäldern ist sehr abwechslungsreich.

Vogelschar über einer Heidelandschaft

Vogelschar im Naturschutzgebiet Geltinger Birk.

Tamina Kallert unternimmt mit Naturschützer Uwe Schwippert einen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet und lässt sich von ihm erklären, wie die für viele Vogelarten notwendigen Feuchtwiesen und durch Wasser geschützten Brutbereiche geschaffen und erhalten werden. Denn ein Großteil der Geltinger Birk liegt unterhalb des Meeresspiegels. Im 19. Jahrhundert sorgte das Wahrzeichen der Birk, die Windmühle Charlotte, dafür, das Gebiet trocken zu legen und so mehr Platz für die Landwirtschaft bereitzustellen. Heute ist sie ein beliebtes Fotomotiv und Startpunkt für die vielen Führungen, die zum Teil kostenlos in der Birk von Mai bis Oktober angeboten werden.

Windmühle

Das Wahrzeichen der Birk ist die Windmühle Charlotte.

Auf den Stränden der Geltinger Birk fühlen sich viele Vogelarten wohl, insbesondere die Strandbrüter. Auch besondere Pflanzen wie der Meerkohl und die Stranddistel gibt es hier. Um sie zu schützen, unternehmen Naturschützer wie Uwe Schwippert große Anstrengungen. Denn es gibt ein Problem: Eine nicht heimische, invasive Pflanze macht sich hier breit, die sogenannte Strandrose, die aus Asien stammt. Neben ihr haben die heimischen Pflanzen an der Küste keine Chance.

In dem 773 Hektar großen Gebiet leben zwei Herden Wildpferde der Rasse Konik. Ihre Abstammung geht auf die Rasse der Tarpane zurück, die bis um 1800 in unzugänglichen Wald- und Sumpfgebieten Ostpolens und Litauens lebten. Sie wurden von Bauern gefangen und zur Zucht der Rasse Konik genutzt. Die heutigen Koniks sind bekannt für ihre geringe Größe (Widerristhöhe ca. 130 – 140 cm), die mausgraue Farbe, den Aalstrich auf dem Rücken und die Zebrastreifen an den Beinen. Sie gelten als besonders widerstandsfähig, sodass sie gut hier in der Geltinger Birk ganzjährig im Freien leben können. Tierfilmer Marc Lubetzki beobachtet sie seit vielen Jahren und findet, dass die Geltinger Birk einer der besten Orte in ganz Europa ist, um das Sozialleben von Wildpferden zu erleben.

Vier hellbraune Pferde auf einer Weide neben Bäumen

Wildpferde der Rasse Konik

Auch Galloway-Rinder und Ziegen leben frei auf dem Gebiet. Die Wanderwege führen zum Teil direkt durch die Weidegründe, sodass man den Tieren auch unmittelbar begegnen kann. Besucher werden gebeten, ausreichend Abstand zu gewährleisten und die Tiere nicht zu füttern. Wer den Tieren ganz nahe kommen möchte, der nimmt am besten an einer speziellen Wanderung mit den Landschaftsführern teil.

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Anja Koenzen

Stand: 12.05.2019, 20:15