Ländliches Leben in Angeln

Ein Landgut an einem Gewässer in Angeln

Ländliches Leben in Angeln

Der Landstrich rund um die Flensburger Förde wird Angeln genannt. Von hier ist das Volk der Angeln einst zusammen mit den Sachsen auf die britischen Inseln ausgewandert. Dort wurden sie zu den Angelsachsen. Die leicht hügelige, kleinräumliche Landschaft Angelns mit ihren vielen typischen Wallhecken („Knicks“) ähnelt den Landschaften Südenglands. In Angeln ermöglichten fruchtbare Böden den Bauern einen gewissen Wohlstand, der zum Bau von schönen Höfen und Gutsanlagen führte. Viele von ihnen sind auch heute noch gut erhalten und zum Teil liebevoll restauriert.

Museumsdorf Unewatt

Im Museumsdorf Unewatt bekommt man einen Eindruck, wie das ländliche Leben früher hier aussah und fast scheint es, als ob sich hier seit dem 19. Jahrhundert kaum etwas verändert hat: Manche Häuser sind normal bewohnt, andere sind Museum und dienen als Ausstellungsfläche. Viele der alten Höfe stammen aus dem 17. Jahrhundert. Der Rundweg durch das Dorf ist knapp 2 Kilometer lang.

Backsteingebäude mit rotem Ziegeldach

In der Buttermühle in Angeln konnte man Butter im Abonnement bestellen.

In der Buttermühle wird an bestimmten Tagen tatsächlich noch Butter hergestellt. Die Butter aus Angeln war einst deutschlandweit bekannt, denn die Kühe hier gaben Milch mit einem besonders hohen Fettanteil. Mehrere Bauern hatten sich um 1880 für eine gemeinsame Vermarktung zusammengeschlossen und machten ein gutes Marketing: Über eine Art Abonnement wurde man regelmäßig mit den Butterpaketen beliefert. Ein Pfund war Mindestabnahme. Die Ware wurde mit dem Handkarren zum Bahnhof und dann mit dem Zug weiter bis ins Rheinland transportiert. Je kühler es war, desto größer war der Umsatz.

Schnüüsch – einmal quer durch den Garten

In Unewatts Landgasthof gibt es eine Menge Gerichte mit Butter. Eins davon ist Schnüüsch, was so viel heißt wie „Quer durch den Garten“. Mindestens fünf verschiedene Gemüse, in unserem Beispiel unter anderem Sellerie und Dicke Bohnen, kocht man in einer Sahne-Milch-Mischung. Kartoffeln dazu und gut durchkochen. Als Gewürze kommen neben Salz und weißem Pfeffer eine Prise Muskat, Petersilie und eventuell auch Bohnenkraut dazu. Wer kein Vegetarier ist, garniert das Gericht noch mit würzigem Katenschinken.

Zwei Teller mit einem Eintopfgericht

Das Gericht Schnüüsch, was so viel heißt wie „Quer durch den Garten“.

Traktor-Oldie-Club

Das Museumsdorf Unewatt ist auch eine beliebte Anlaufstelle für Oldtimer-Traktoren aus der Region. Tamina Kallert trifft den „Oldi-Club Quern“, einen der größten Trecker-Vereine Schleswig-Holsteins, und darf eine Runde mitfahren. Meike Hansen erzählt ihr, dass im Club drei Generationen gemeinsam ihrer Leidenschaft für große Maschinen nachgehen. Sie alle machen mehrmals im Jahr gemeinsame Ausfahrten und mindestens einmal im Jahr geht es auch gemeinsam zum Strand.

Zwei historische Trecker auf einer Straße

Zwei Mitglieder des Trecker-Vereins „Oldi-Club Quern“ sind mit ihren Oldtimern unterwegs.

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Anja Koenzen

Stand: 12.05.2019, 20:15