Die Westfriesischen Inseln Vlieland und Terschelling

Die Westfriesischen Inseln Vlieland und Terschelling

Vlieland

Die kleine Insel Vlieland besticht durch ihre Ruhe. Sie ist frei von Autoverkehr, nur die Inselbewohner dürfen die wenigen Straßen befahren. Sie ist etwa 20 Kilometer lang und misst an der breitesten Stelle gerade einmal zweieinhalb Kilometer. Im Westen ist die Insel geprägt durch weite Sandflächen, dem sogenannten Vliehors, der lange ausschließlich für militärische Übungen genutzt wurde. Mit dem „Vliehors-Express“ können Besucher immer am Strand entlang in die „Sahara des Nordens“ fahren. Das Gebiet ist mehr als 20 Quadratkilometer groß und damit die größte Sandfläche Europas.

Gelbes, einem Bus ähnliches Fahrzeug fährt über den Strand

Mit dem „Vliehors-Express“ geht es in die „Sahara des Nordens“.

Nach Osten hin dominiert eine weitläufige Dünenlandschaft, die nach und nach in Wald übergeht. Die unterschiedliche Vegetation bietet den Besuchern viel Abwechslung, ganz gleich ob sie zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.

Im Osten befindet sich heute der einzige Ort der Insel, Ost-Vlieland. Hier legen mehrmals am Tag die Fähren an. Lange lag das Inseldorf an der Westseite, doch im Jahr 1717 rissen die Fluten den Ort und Teile der Insel mit sich, und man entschied sich, den Neuaufbau an der gegenüberliegenden Seite der Insel zu wagen. So wurde aus West-Vlieland Ost-Vlieland. Erst die nach der Katastrophe angelegten Deiche gaben den Bewohnern Sicherheit. Vlieländer trieben regen Handel, fuhren mit ihren Schiffen entlang der großen Handelsrouten. Auch der Walfang war bis weit in das 19. Jahrhundert ein großes Geschäft für die Insulaner.

Terschelling

Mit einer Länge von achtundzwanzig Kilometern und einer Breite von viereinhalb Kilometern ist Terschelling die größte der Westfriesischen Inseln. Auf der Nordseite zieht sich ein breiter Sandstrand über die gesamte Länge. Auf schier endlosen Fahrradwegen kann man die Insel bequem erkunden. Dichte Wälder, Dünen und weite Wiesengebiete wechseln sich untereinander ab und machen Terschelling zu einer beliebten Ferieninsel. Durch Ebbe und Flut gelangt auch Salzwasser über lange Priele tief ins Inselinnere. Hier haben sich weite Flächen mit Salzwiesen gebildet, die eine ganz eigene Fauna und Flora entstehen ließen.

Stefan Pinnow, auf dem Fahrrad, im Gespräch mit einer Familie, ebenfalls auf Fahrrädern, auf einer Dorfstraße stehend

Terschelling kann man gut mit dem Fahrrad erkunden.

Auf der Insel befinden sich mehrere kleine Dörfer; West-Terschelling ist der Hauptort. Für Touristen gibt es die unterschiedlichsten Quartiere. Mehrere Campingplätze sind über die ganze Insel verteilt. Entlang der Nordküste sind Bungalows und Apartments zu mieten. Versteckt in den Dünen sind sie die idealen Unterkünfte für Naturliebhaber. Hotels findet man vor allem in und um West-Terschelling. Der alte Leuchtturm Brandaris mitten im Ort ist das Wahrzeichen der Insel. Er stammt aus dem 16. Jahrhundert, als die Niederlande noch eine wichtige Rolle im Handel mit den Städten im Nord- und Ostseeraum und später auch mit West- und Ostindien bildete.

Kleiner roter Leuchtturm steht auf einer begrasten Düne

Der Leuchtturm Brandaris ist das Wahrzeichen Terschellings.

Das Naturschutzgebiet „Boschplaat“

Im Osten von Terschelling befindet sich ein einzigartiges Naturschutzgebiet, der große Boschplaat oder Bosplaat, wie es auch heißt. Schon 1970 wurde das Gebiet offiziell zum Reservat erklärt und zählt seitdem zu den schönsten der Niederlande - eine Dünenlandschaft mit Sümpfen und riesigen Salzwiesen. Die Wattensee hat die Landschaft geprägt, mit ihren salzhaltigen Rinnsalen dafür gesorgt, dass sich eine ganz besondere Vegetation ansiedelt.

Möwen fliegen über einer weitflächigen Wiese

In der Dünenlandschaft mit Sümpfen und riesigen Salzwiesen hat sich eine ganz besondere Vegetation ansiedelt.

In dieser weitläufigen Dünenlandschaft tummeln sich Tausende von Vögeln. Mehrere Arten von Möwen und Enten, Gänse und auch Kormorane lassen sich hier in der freien Natur beobachten. Auch sind beinahe 700 der heutigen Pflanzenarten auf dem Boschplaat zu finden, dazu gehören auch die elf Orchideenarten von Terschelling. Natürlich muss diese Natur, dieses Biotop geschützt werden. So sollen die Besucher nicht wahllos herumlaufen. Die vorgegebenen Pfade dürfen nicht verlassen werden. Während der Brutzeit von März bis August ist das Gebiet völlig gesperrt.

Weitere Informationen im Internet

Stand: 18.06.2017, 20:15