Urlaub am Ijsselmeer

Urlaub am Ijsselmeer

Das Ijsselmeer ist mit 1.100 Quadratkilometer zweimal so groß wie der Bodensee. Umgeben ist es im Westen von Nordholland, auf der anderen Seite im Osten von Friesland, dem Nordostpolder und Flevoland. Früher war das Ijsselmeer ein richtiges Meer, die sogenannte Zuiderzee, ein Teil der Nordsee. In der damaligen Zuiderseebucht war das Wasser eine ständige Bedrohung für die Bevölkerung. Die Gezeiten der Nordsee waren heftig, Sturmfluten häufig. Immer mehr Land wurde abgetragen. Mensch und Tier waren ständig auf der Flucht. Nicht selten wurden die Hafenstädte fast komplett unter Wasser gesetzt. Deswegen wurde quer durchs Meer von Landspitze zu Landspitze ein 32 Kilometer langer Damm gebaut, der das Ijsselmeer heute vom Wattenmeer trennt. Durch den Bau des sogenannten Abschlussdeichs in den 1930er-Jahren wurde aus der Meeresbucht ein riesengroßer Binnensee, der heute ein Süßwassersee ist. Seine Größe, die Windverhältnisse und die schönen Hafenstädtchen machen das Ijsselmeer zu einem idealen Segelrevier. Angepasst an die geringe Wassertiefe fahren hier vor allem sogenannte Plattbodenschiffe.

Badegäste liegen auf einer Wiese, im Hintergrund Wasserfläche mit weit entfernten Segelbooten

Das Ijsselmeer ist doppelt so groß wie der Bodensee.

Unterwegs mit dem Elektroboot

Die Provinz Friesland, die östlich des Ijsselmeeres liegt, ist von unzähligen Kanälen durchzogen. Hier kann man mit kleinen Elektrobooten, sogenannten Schaluppen, über die Kanäle schippern, etwa von Workum nach Hindeloopen. Eine Stunde Entspannung pur.

Stefan Pinnow und zwei weitere Personen in einem kleinen Boot auf einem Kanal

Mit kleinen Elektrobooten kann man über die Kanäle schippern.

Workum, Hindeloopen und Enkhuizen

Workum hat knapp 5.000 Einwohner und liegt an einem Kanal, der den Ort direkt mit dem Ijsselmeer verbindet. Die Werft de Hoop stammt aus dem 16. Jahrhundert. Hier restauriert man immer noch wie eh und je Plattbodenschiffe. Außerdem gibt es in Workum eine ganz besondere Keramikkunst.

Käserei „de Nylander“ in Workum

Der Bauernhof „de Nylander“ in Workum stellt biologischen Käse aus ganz besonderer Milch her, die Milch der sogenannten Jerseykühe. Sie weist besonders viel Fett und Eiweiß auf. Die Käserei kann besichtigt werden; im Sommer gibt es jeden Donnerstag Führungen. Den Käse kann man direkt am Hof der Familie Bokma kaufen. Sie bieten auch viele weitere Produkte aus der Region an. Für den Käse hat der Familienbetrieb schon zahlreiche Preise bekommen.

Ein Dutzend braune Kühe auf einer grünen Weide

Die Milch der Jerseykühe weist besonders viel Fett und Eiweiß auf.

Hindeloopen

Hindeloopen ist ein friesisches Seefahrerstädtchen mit vielen pittoresken Häusern aus dem 17. Jahrhundert. Es hat nur gut 800 Einwohner. Bereits im 14. Jahrhundert existierte hier ein wichtiger Fischereihafen. Heute ist die Region ein beliebtes Segelrevier. Aber nicht nur das: In Hindeloopen gibt es auch ein Schlittschuhmuseum. Hier sind viele interessante Plakate und Schlittschuhe zu sehen, die in über 30 Jahren von der Familie Bootsma gesammelt worden sind.

Boote an einer Mole, dahinter kleinere Häuser mit roten Ziegeldächern

Das friesische Seefahrerstädtchen Hindeloopen

Enkhuizen

Enkhuizen liegt in Nordholland und hat gut 17.000 Einwohner. Mehrere Häfen machen den Ort besonders für Segler sehr interessant. Im 17. Jahrhundert gehörte Enkhuizen zu den reichsten Städten der Niederlande. Davon zeugen heute noch die vielen Villen entlang der Prachtstraße. Gut erhalten sind die Stadtmauer, der Verteidigungsturm und das Gefängnis von 1612. Genau wie die Kuppeln der Kirche wurde das Gefängnis aus Holz gebaut. Sehenswert ist außerdem das kleine Buddelschiffmuseum mit mehr als 1.000 Modellen aus der Zeit der frühen Segelschifffahrt. Vor allem aber ist Enkhuizen für sein großartiges Freilichtmuseum berühmt, das Zuiderzeemuseum.

Reihenhäuser an einer gepflasterten Straße neben einer Gracht

Eine Gracht in Enkhuizen

Zuiderzeemuseum

Bevor der große Abschlussdeich zum Schutz der Küstenbewohner vor Sturmfluten und Überschwemmungen gebaut wurde, hieß das Ijsselmeer noch Zuidersee und war salziges Nordseewasser. Im Zuiderzeemuseum wird die Geschichte vom Leben an der damaligen Zuiderzee wieder zum Leben erweckt. Das Besondere: Mehr als 140 Häuser, die ursprünglich in Dörfern rings um die Zuiderzee gestanden haben, wurden im Museum wieder originalgetreu aufgebaut. Man kann das alte Handwerk bewundern, erhält aber auch zum Beispiel Einblick in das alltägliche Leben einer einfachen Fischerfamilie.

Historischer Raum mit Tisch und Stühlen, auf dem Tisch ein Knochen und ein Schädel

Im Zuiderzeemuseum wird die Geschichte wieder zum Leben erweckt.

Weitere Informationen im Internet

Stand: 18.06.2017, 20:15