Eine Stadt und schöne Dörfer: Wyk, Nieblum, Oevenum und Alkersum

Strandpromenade mit einem weiß gestrichenen historischen Badekarren

Eine Stadt und schöne Dörfer: Wyk, Nieblum, Oevenum und Alkersum

Wyk ist das touristische Zentrum der Insel mit Geschäften, Cafés, Restaurants, Hotels und Ferienwohnungen. Hier leben rund 4.500 Menschen – mehr als in allen anderen Dörfern der Insel zusammen. Hier kommen die Fähren vom Festland an, hier gibt es die längste Strandpromenade, hier steht das einzige Hallen- und Wellenbad der Insel. Der Yachthafen gilt als einer der schönsten an der Westküste Schleswig-Holsteins. Und in den schmalen Gassen der historischen Altstadt darf man sein Fahrrad nur schieben.

Wyk wurde 1819 zum ersten staatlich anerkannten Seebad an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins ernannt. 1842 begann die sogenannte Königszeit, als Christian VIII. von Dänemark mit seinem Hofstaat den Sommer auf der Insel verbrachte. Danach kamen die Besucher in wahren Strömen auf die Insel und brachten ihr Wohlstand. Mit hölzernen Badekarren ließen sich die reichen Herrschaften im 19. Jahrhundert ins Meer ziehen – getrennt nach Männern und Frauen. Heute sind die historischen Karren an der Strandpromenade ein beliebtes Fotomotiv.

Friesendom und Inselkäse

Nieblum gilt als das "Vorzeigedorf" der Insel: Prächtige Friesenhäuser mit tiefgezogenen Reetdächern und prunkvolle Jugendstilhäuser säumen die Lindenalleen, die mit Katzenaugen gepflastert sind. Auch wenn Radfahrer es nicht lieben – das Kopfsteinpflaster sieht zwischen den schmucken Häusern wirklich gut aus. Sehenswert ist der "Friesendom", die kreuzförmig gebaute, rote Backsteinkirche St. Johannes aus dem 13. Jahrhundert.

Im malerischen Dörfchen Oevenum findet seit fast 40 Jahren in den Sommermonaten ein Wochenmarkt statt. Die urige Atmosphäre lockt jeden Donnerstag von 10.00 bis 12.30 Uhr Einheimische ebenso wie Urlauber. Angeboten wird Handgearbeitetes und Hausgemachtes, Trödel und Kurioses, Obst und Gemüse, Leckereien von der Waffel bis zur Wurst – und der berühmte "Föhrer Inselkäse".

Mehrere Personen vor einem reetgedeckten Haus

Ziel vieler Besucher ist die reetgedeckte Eisdiele in Nieblum.

800 Bilder mit Meeresmotiven im "Museum Kunst der Westküste"

Im Zentrum von Alkersum steht wie ein magisches Schlösschen das "Museum Kunst der Westküste". Gestiftet wurde es 2009 vom Milliardär Frederik Paulsen, dessen Vorfahren aus dem 500-Einwohner-Dörfchen stammen. Das Museum zeigt Kunst aus den sogenannten Westküstenländern: Niederlande, Deutschland, Dänemark und Norwegen. Ausgestellt werden Werke bekannter Künstler wie Max Liebermann, Edvard Munch, Hans Peter Feddersen, Max Beckmann, Emil Nolde und Gerhard Richter. Eine so hochwertige Sammlung mit rund 800 Werken zum Thema "Meer und Küste" ist ungewöhnlich für eine so kleine Insel – und lockt doch rund 40.000 Besucher jährlich in das Museum.

Mehrere Besucher in einem Ausstellungsraum mit Gemälden

Das "Museum Kunst der Westküste" zeigt eine Sammlung mit Gemälden zum Thema "Meer und Küste".

Lesetipps für Föhr-Besucher

Othmar Kyas
Föhr neu entdecken: Insel, Orte, Originale
Delius Klasing, 2019
ISBN 978-3667115072
Preis: 19,90 Euro

Nicole Funck, Michael Narten und Roland Hanewald
Föhr. Reise Know-How Reiseführer
Reise Know-How Verlag, 8. akt. Aufl. 2020
ISBN 978-3831732777
Preis: 12,90 Euro

Arnd M. Schuppius
Föhr und Amrum, Pellworm, Nordstrand, Halligen
MairDumont, 11. Aufl. 2017
ISBN 978-3829727563
Preis: 12,99 Euro

Volker Streiter
Nacht über Föhr. Ein historischer Küstenkrimi
Emons Verlag, 2018
ISBN 978-3740802868
Preis: 12,90 Euro

Stand: 05.04.2020, 20:15