An der Küste: Lacona, Marina di Campo, Bagnaia, Pareti, Marciana Marina, Glitzerstrände in Topinetti, Sant’ Andrea

Blick auf Bucht von Lacorna mit dem zweitlängsten Strand auf Elba

An der Küste: Lacona, Marina di Campo, Bagnaia, Pareti, Marciana Marina, Glitzerstrände in Topinetti, Sant’ Andrea

Die flachen Strände im Süden mit einer einzigartigen Dünenlandschaft sind besonders für Familien und Camper geeignet. Das einstige Fischerdorf Marciana Marina mit engen Gassen und pastellfarbenen Häusern ist heute einer der bekanntesten Urlaubsorte der Insel. Und die Bucht von Sant’Andrea an der Nordküste zeigt sich schon von der Panoramastraße um den Monte Capanne aus in ihrer ganzen Schönheit.

Die flachen Strände im Süden sind besonders für Familien und Camper geeignet. Schon in den 1960er-Jahren zelteten hier die ersten Touristen in den Dünen. Der schattige Campingplatz in Lacona mit seinem 1,2 Kilometer langen Sandstrand ist bei deutschen Urlaubern schon seit Jahrzehnten beliebt. Wer nicht mit dem eigenen Zelt oder Camper reist, kann auch ein Chalet oder einen einfachen Bungalow mieten – mit Blick aufs Meer. Die Pinien, die bis fast ans Wasser wachsen, geben die Form der Stellplätze vor. Die Gäste schätzen die Individualität, die Nähe zum Strand und dass Hunde erlaubt sind. Kinder können hier sicher spielen, weil das Wasser lange flach bleibt. Am Strand gibt es Bars, Pizzerien, Restaurants und viele Möglichkeiten zum Wassersport. Gleich hinter dem Strand liegt eine für Elba einzigartige, geschützte Dünenlandschaft.

Marina di Campo: der längste Strand von Elba

Der mit 1,5 Kilometer längste Strand der Insel gehört zu Marina Campo. Er besteht aus feinem, goldfarbenem Sand, fällt flach ins Meer und ist ideal für Familien mit kleinen Kindern. Das Fischerstädtchen ist der älteste und größte Ferienort der Insel. Die fast autofreie Altstadt liegt direkt am Hafen. Hier fahren die Fischerboote noch täglich raus. Ihre Besitzer haben sich zusammengeschlossen und vermarkten einen Teil ihres Fangs direkt vor Ort in einem einfachen Restaurant. Auf der Speisekarte stehen nur wenige Gerichte, aber der Fisch kommt direkt vom Boot auf den Teller. In den Restaurants kommt zweimal in der Woche die traditionelle "Cacciucco" auf den Tisch: eine typisch elbanische Fischsuppe mit ganzen Fischen.

Marina di Campo ist ein Paradies für alle, die gerne shoppen. Im "Lumidamare", dem Licht des Meeres, werden handgefertigte Schmuckstücke aus farbigem, recyceltem Plastik verarbeitet, das in den Wintermonaten am Strand gesammelt wird: Teile von Fischernetzen, Fangleinen, Stücke von Flaschen. Damit leisten die Bewohner gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz.

Fischerboote im Hafen von Marina die Campo

Die Fischer von Marina die Campo vermarkten ihren Fang noch selbst.

Segeln in Bagnaia

Einige Segelschulen für Kinder und Erwachsene bieten an, einen Segelschein nach deutschem Recht zu machen. Wassersportler schätzen den kleinen Ort Bagnaia in der Bucht von Portoferraia besonders wegen seiner geschützten Lage. Der Strand ist rund 300 Meter breit und besteht aus Kies. Er ist nach Westen ausgerichtet und beidseitig gut geschützt von den Landzungen. Hier gründete das deutsche Ehepaar Helga und Gereon Verweyen vor fast 50 Jahren das Segelzentrum Köln. Heute kümmert sich ihre Tochter Zarah mit ihrem italienischen Mann Riccardo um das Familienunternehmen, das einst mit fünf Holzbooten begann. Und auch ihre beiden Töchter Isabel und Zoë sind schon Segelprofis.
Das Residenze Sant‘ Anna liegt ganz hinten im Tal unterhalb des Torre Volterraio. Die Gebäude wurden wie Weinfelder in Terrassen angelegt. Dafür hat die Hotel- und Apartmentanlage einen Architekturpreis erhalten.

Simone Sombecki hängt freudestrahlend an einem Seil aus einem Katamaran

In der Bucht von Portoferraio genießt Simone Sombecki ihre erste Fahrt auf einem Katamaran.

Pareti: Jacques Mayol, Corsaro und der Weltrekord im Apnoetauchen

Vor Elbas Küsten gibt es viele Tauchschulen. Der Strand von Pareti unterhalb von Capoliveri im Osten der Insel ist einer der wenigen Strände, an denen die Hotels direkt am Wasser stehen. Hier gründete Alfredo Guglielmi, genannt "Corsaro" (Seeräuber) vor 50 Jahren eine Tauchschule und spezialisierte sich auf Apnoetauchen (Tauchen ohne Sauerstoffflasche). Einige Geräte von damals hat er aufbewahrt; die Wände sind tapeziert mit Fotos von Tauchexpeditionen. Corsaro war der Vertraute von Tauchlegende Jacques Mayol, dessen Leben Regisseur Luc Besson als Vorlage für den Kultfilm "Im Rausch der Tiefe" diente. Mit Corsaros Hilfe errang der Franzose 1976 den Weltrekord: Mayol tauchte als erster Mensch ohne Atemgerät mehr als 100 Meter in die Tiefe. Der berühmte Apnoetaucher lebte bis zu seinem Tod 2001 auf Elba.

Simone Sombecki und  "Corsaro" in einem Raum mit historischen Fotos und Tauchgeräten

In seiner Tauchschule hütet "Corsaro" noch Tauchgeräte aus den 70er-Jahren.

Marciana Marina – das einstige Fischerdorf

Marciana Marina in einer sichelförmigen Bucht im Nordwesten von Elba ist umgeben von einem dichten Wald aus Kiefern, Kastanien und Eichen. Das einstige Fischerdorf ist heute einer der bekanntesten Urlaubsorte der Insel mit engen Gassen, pastellfarbenen Häusern, einer baumbestandenen Uferpromenade und einem Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert. Das alte Fischerviertel auf den Klippen ist ein beliebtes Fotomotiv. Im Altstadtbereich Cotone lässt es sich gut shoppen. Hier gibt es auch "Acqua dell'Elba, das "Wasser von Elba": Parfüms, die nach Kräutern der Insel riechen, nach Zitrusfrüchten oder nach Meer.

Häuserzeile am Abend mit Laternenbeleuchtung

Abendstimmung in Marciana Marina

Glitzerstrände in Topinetti und Cavo

Beim Abbau der Mineralien in den Minen blieben als Abfall zerkleinerte Steine übrig. Die wurden einfach an die Küsten gekippt. Kein Wunder, dass die Strände alle unterschiedlich aussehen. Am Topinetti-Strand an der Ostküste sind die Spuren des Eisenbergbaus der nahgelegenen Mine Rio Albano deutlich zu erkennen: Hier fällt der Kontrast zwischen den weißen Kieselsteinen und dem schwarzen Glitzersand besonders auf. Am Nachbarstrand ist der Sand hell und dunkel gestreift. Cavo liegt dem toskanischen Festland am nächsten. Von hier aus sind es gerade mal zehn Kilometer bis Piombino. Der beliebte Badeort hat einen Kiesstrand. Doch wenn man hier schwimmen geht, glitzert, funkelt und blinkt der Sand im Wasser.

Felsformationen von Sant’Andrea

Die Bucht von Sant’Andrea an der Nordküste zeigt sich schon von der Panoramastraße um den Monte Capanne aus in ihrer ganzen Schönheit. Seinen besonderen Reiz verdankt dieser Strand den mit Orthoklaskristallen durchsetzen Granitfelsen, die von Meer und Wind geformt und glattgeschliffen wurden. Ein in den Stein gehauener Fußweg führt unter knorrigen Pinien zum winzigen Strand von Cotoncello, an dessen Enden die grauweißen Felsen direkt in das klare, türkisfarbene Wasser abfallen.

Häuserzeile am Abend mit Laternenbeleuchtung

Der Felsenweg bei Sant’Andrea führt zum Strand von Cotoncello.

Lesetipps für Elba

Sabine Becht
Elba und der Toskanische Archipel
Müller, 8. Aufl. 2021
ISBN 978-3956549809
Preis: 17,90 Euro

Max Fleschhut
111 Orte auf Elba, die man gesehen haben muss
Emons Verlag, 2019
ISBN ‎978-3740805876
Preis: 16,95 Euro

Heinz Tomek
Elba. Reiseführer mit Karte
Merian, 2. Aufl. 2017
ISBN 978-3834222176
Preis: 11,99 Euro

Wolfgang Heitzmann, André M. Winter
Elba. Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen. 40 Touren
Rother Bergverlag, 6. akt. Aufl. 2019
ISBN 978-3763344826
Preis: 14,90 Euro

Stand: 18.07.2021, 20:15