Die Isenburg, die Henrichshütte und das Tetraeder in Bottrop

Turm der Isenburg bei Hattingen

Die Isenburg, die Henrichshütte und das Tetraeder in Bottrop

Die eindrucksvolle Ruine der Isenburg befindet sich westlich von Hattingen hoch über der Ruhr. In der Henrichshütte wurde von 1854 bis 1987 Stahl gekocht. Und das Tetraeder in Bottrop ist ein Kunstwerk von mehr als 120 Meter Höhe – ein spektakulärer Anblick kombiniert mit einem Super-Ausblick.

Isenburg

Die Isenburg ist eine Burgruine mit einem Landhaus westlich von Hattingen. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im Auftrag von Graf Adolf von Altena, Erzbischof von Köln und Herzog von Westfalen und seinem Bruder Graf Arnold von Altena gebaut. Ihre Größe und Lage hoch über der Ruhr spricht für die Macht und das Ansehen der damaligen Bauherren und zeigt ihre strategische Bedeutung. Schon Anfang des 13. Jahrhundert wurde sie zerstört. Auf dem Gelände der Burgruine baute sich der Architekt Max Joseph Custodis eine Sommerresidenz. Das Landhaus wurde Mitte des 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil gebaut. Heute ist dort ein kleines Museum zur Geschichte der Isenburg, und außerdem hat der Denkmalpfleger von Hattingen dort seinen Wohnsitz. Sehr ungewöhnlich ist die jüngere Geschichte der Ruine. Teile der Burganlage wurden in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts von Schülern und Schülerinnen und ihrem Lehrer aus der Stadt Hattingen freigelegt.

Herrschaftliches burgähnliches Gebäude mit Turm

Haus Custodis auf auf dem Gelände der Isenburg

Die Henrichshütte

1854 wurde die Hütte gegründet und war 130 Jahre lang in Betrieb. Bis 1987 wurde hier Stahl gekocht. Zur Blütezeit der Produktion waren in der Hütte 10.000 Menschen beschäftigt – mit Profit und Zukunftsaussichten. Dann sollte die Produktion eingestellt werden. Das führte zu einem der größten und längsten Streiks in der Stahlindustrie. Zeitweise wehrten sich mehr als 30.000 Menschen gegen die Stilllegung der Hütte. Länger als zehn Monate kämpften die Arbeiter um ihre Arbeitsplätze, doch ohne Chance. Ende 1987 wurde das Werk stillgelegt. Der Hochofen wurde abgebaut und nach China verkauft. Die Henrichshütte ist heute Teil der Route Industriekultur, die sich durch das ganze Ruhrgebiet zieht. Das Gelände der Henrichshütte ist heute ein Museum und ein Freizeitgelände.

Einblick in ehemalige Produktionshalle

Das Gelände der Henrichshütte ist heute ein Industriepark und -museum.

Tetraeder in Bottrop

Auf einer Bergbauhalde in Bottrop endet Anne Willmes Reise rund um Dortmund. Bergbauhalden sind die profanen Kathedralen des Ruhrgebiets. An vielen Orten ragen die riesigen Abraumhalden der stillgelegten Bergwerke und Hütten als Mahnung und als kolossale Erinnerung an die Industriegeschichte der Region empor. Mehr als Naturdenkmale oder andere profane Bauwerke charakterisieren sie und die vielen Industrieruinen die Region rund um Dortmund das Herz des alten Erz- und Kohlereviers. Ein bisschen feiern sie auch den Stolz der Menschen auf die Geschichte ihrer Heimat.

Auf der Bottrop Halde ragt eine Stahlkonstruktion mehr als 120 Meter in die Höhe: Tetraeder genannt. Die Konstruktion ist ein Kunstwerk von Wolfgang Christ und Klaus Bollinger. Offiziell heißt die Aussichtsplattform "Haldenereignis Emscherblick". Und ein Ereignis ist sie im doppelten Sinne: ein spektakulärer Anblick kombiniert mit einem Super-Ausblick. Ein angemessener Ort für Anne Willmes' Abschied von der Region rund um Dortmund.

Monumentales Kunstwerk in Form eines Tetraeders auf einer Hochebene

Das Tetraeder auf der Halde in Bottrop

Lesetipps für das Ruhrgebiet

Uli Auffermann
Im Hügelland. Elfringhauser Schweiz und Umgebung
Semann Verlag, 2018
ISBN 978-3946862048
Preis: 16,80 Euro

Alexander und Friederike Richter
Ruhrgebiet. Metropolen, Industriekultur und Landschaften
Trenscher Verlag, 2020
ISBN 978-3897945203
Preis: 14,95 Euro

Achim und Ingrid Walder
Sehenswertes in Soest und Umgebung. Zwischen Haarstrang und Lippe
Walder Edition, 2007
ISBN 978-3936575187
Preis: 8,90 Euro

Matthias Eickhoff
Bildatlas Ruhrgebiet
Dumont Reiseverlag, 2. Aufl. 2021
ISBN 978-3616012995
Preis: 11,50 Euro

Stand: 05.09.2021, 20:15