Die Dechenhöhle, die Wildnisschule Ruhr, das Schiffshebewerk Henrichenburg und Sport am Möhnesee

Blick in die Dechenhöhle, eine Tropfsteinhöhle bei Iserlohn

Die Dechenhöhle, die Wildnisschule Ruhr, das Schiffshebewerk Henrichenburg und Sport am Möhnesee

Die Dechenhöhle, eine Tropfsteinhöhle bei Iserlohn, wurde erst vor 150 Jahren entdeckt. Am Ufer der Ruhr zeigt ein Wildnispädagoge Anne Willmes Tipps und Tricks zum Angeln. Das Schiffshebewerk Henrichenburg war einmal die größte Schleuse im Ruhrgebiet. Und am Möhnesee finden Surfer und Reiter ideale Bedingungen für ihren Freizeitsport.

Dechenhöhle

Vor mehr als 150 Jahren entdeckten zwei Bahnarbeiter die Tropfsteinhöhle bei Iserlohn. Sie liegt in einem mehr als 20 Kilometer langen verbundenen Höhlensystem. Die einzelnen Räume in der Höhle haben Namen. Kanzelgrotte heißt einer der spektakulärsten Räume. Die von der Decke herabhängenden Kalkablagerungen haben in Jahrtausenden kunstvolle Formen herausgebildet, die sogenannten Stalaktiten. Der Klimawandel ist auch in der Tropfsteinhöhle zu beobachten. Wenige Niederschläge und geringe Feuchtigkeit verlangsamen die Bildung der Kalkformationen, die sowieso viele Jahre brauchen, um die charakteristischen Formen auszubilden. Im Rahmen einer einer Führung kann man die Höhle besichtigen, und sogar für Feste ist sie zu buchen.

Martin Maschka und die Wildnisschule Ruhr

Am Ufer der Ruhr liegt die Burg Hardenstein, rund 30 Kilometer entfernt von Dortmund. Dort ist immer etwas los, egal wie früh es ist. Anne Willmes ist am Ruhrufer mit Martin Maschka verabredet. Dort will Martin angeln und Anne soll ihm assistieren, denn Angeln darf man an der Ruhr nur mit einem Angelschein. Nah der Ruhr führt der Pädagoge eine ganz spezielle Schule. Er hat sich auf den Unterricht über die Natur spezialisiert und bietet Kindern und deren Eltern, Jugendgruppen und anderen Interessierten Exkursionen und Naturbegegnungen an der Ruhr und in seinem Naturgarten an. Martins Beruf ist Wildnispädagoge. In seinem eigenen Wildnisgarten gibt es eine Freiluftküche, in der er mit seinen Gästen unter freien Himmel gerne Essen zubereitet. Mit Anne soll es die in der Ruhr gefangenen Grundeln geben. Ein Genuss !

Anne Willmes und Martin Maschka sitzen an einem Palettentisch und essen Fisch

Anne Willmes besucht Martin Maschka in seiner Freiluftküche.

Rezept: Fisch im Kräutermantel

  • Grundeln (ganz verwenden) oder Fischfilets (es kann auch gekaufter Fisch, z. B. Rotbarsch oder Seelachs sein) in einem geschlagenen Ei und danach in etwas Mehl wenden.
  • Geröstete, gehackte Nüsse und Reisflocken mischen und zusammen mit einigen Wildblüten (z. B. Löwenzahnblüten, Gänseblümchenblüten oder Kräuter aus dem Garten nehmen) mit Honig beträufeln und auf die panierten Fische geben. In Öl braten oder auf den Grill legen, möglichst in eine Grillpfanne. Kurze Garzeit beachten.
Fisch im Kräutermantel mit Blüten auf einer Platte angerichtet

Fisch im Kräutermantel

Mit Fritz Eckenga am Schiffshebewerk Henrichenburg

In Waltrop am Dortmund-Ems-Kanal liegt das Schiffshebewerk Henrichenburg. Dort trifft Anne Willmes den Komödianten und Schriftsteller Fritz Eckenga. 1899 wurde das Schiffshebewerk in Betrieb genommen, sein Betrieb endete 1969. Die Schleuse war wichtig für den Schiffsverkehr durchs Ruhrgebiet und im weiteren Verlauf hinein in die Industrieregion Ruhrgebiet oder andersherum bis hinaus in die Nordsee und von da aus in die ganze Welt. 13,5 Meter Höhe mussten die Schiffe auf dem Dortmund-Ems-Kanal an dieser Stelle überwinden.

Für Fritz Eckenga hat die Riesenschleuse eine besondere Anziehungskraft. Das Schiffshebewerk war die größte Schleuse im Ruhrgebiet. Es dauerte 45 Minuten, um das Schiff durch den Höhenunterschied zu schleusen. Der eigentliche Senk- oder Hebevorgang in der Schleuse dauerte nur zweieinhalb Minuten. Damals sensationell. Keine andere Schleuse schaffte das. In ganz Europa gab es so ein rasch funktionierendes Werk kein zweites Mal. Später wurde die Schleuse für ganze Generationen von Schülerinnen und Schülern zu einem ganz besonderen Ort. Sie war Ziel vieler Schul- und Familienausflüge. Fritz Eckenga war damals auch dabei. Als 1969 das neue Hebewerk in Betrieb ging, sollte diese alte Schleuse abgerissen werden. Das wurde zum Glück verhindert, und seit 1979 ist die ganze Anlage ein Museum und Schleusenpark.

Anne Willmes und Fritz Eckenga stehen am Geländer vor dem Schiffshebewerk

Anne Willmes und Fritz Eckenga besichtigen das Schiffshebewerk Henrichenburg.

Surfen auf dem Möhnesee

Anne Willmes möchte zur wichtigsten Talsperre in Westfalen: zur Möhnetalsperre. Sie gleicht den Wasserstand der Ruhr aus, dient dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung.

Die Staumauer wurde im Zweiten Weltkrieg – im Mai 1943 – von britischen Bombern zerstört. In der riesigen Flutwelle von der Möhne in die Ruhr starben über 1.300 Menschen. Der Wiederaufbau wurde zum Prestigeobjekt der Nazis, bei dem über 2.000 Menschen beschäftigt gewesen sein sollen. Viele von ihnen waren Zwangsarbeiter, die unter lebensgefährlichen Arbeits- und Lebensbedingungen eingesetzt wurden.

Für die Menschen aus dem Ruhrgebiet ist der Möhnesee heute ein beliebtes und gut besuchtes Erholungsgebiet. Das Revier ist ideal für Wassersport jeglicher Art. In einer kleinen und geschützten Bucht am Möhnesee befindet sich eine Surfschule, geleitet von echten Surfprofi. Björn Rusche surfte in den Surf-Hotspots der Meere. Am Möhnesee hat er sich seinen Traum von einer eigenen Surfschule erfüllt. Er ist nahezu täglich auf dem Wasser. Mit ihm zusammen probiert Anne Willmes zu surfen. Für Anfänger wie sie gibt es zunächst Übungen an Land, um das Board kennenzulernen, und dann geht es rasch hinaus aufs Wasser. Der Ritt auf dem Wasser – ein großer Spaß, bei dem ein Vollbad im Möhnesee nicht fehlt.

Anne Willmes beim Windsurfen, Björn Rusche macht Kopfstand auf einem Surfbrett

Björn Rusche und Anne Willmes surfen auf dem Möhnesee

Reitzwerge Möhnesee

Einen anderen Sport findet man hier in der Gegend auch oft. Die Soester Börde und die Hänge über dem Möhnesee sind ein ideales Reitrevier. Mit den Reitzwergen vom Möhnesee kann man Ausflüge in der Gruppe unternehmen, und in Reiterferien lässt sich der Umgang mit den Pferden von der Pike auf erlernen. Mit den Reiterinnen kann man den ganzen Tag mit seinem Pferd verbringen. Pferdebesitzer, die ein eigenes Tier haben, oder Reiter, die sich um Pferde kümmern wollen, finden dafür auch das passende Angebot. Ein Höhepunkt für die Pferdeliebhaber ist der Ausritt an den Möhnesee. Und für die Pferde ist der Badespaß eine wohlverdiente Erfrischung an einem warmen Sommertag.

Eine Frau führt ein Pferd mit einem Kind als Reiterin in einen See

Pferd und Reiterin suchen Erfrischung im Möhnesee.

Lesetipps für das Ruhrgebiet

Uli Auffermann
Im Hügelland. Elfringhauser Schweiz und Umgebung
Semann Verlag, 2018
ISBN 978-3946862048
Preis: 16,80 Euro

Alexander und Friederike Richter
Ruhrgebiet. Metropolen, Industriekultur und Landschaften
Trenscher Verlag, 2020
ISBN 978-3897945203
Preis: 14,95 Euro

Achim und Ingrid Walder
Sehenswertes in Soest und Umgebung. Zwischen Haarstrang und Lippe
Walder Edition, 2007
ISBN 978-3936575187
Preis: 8,90 Euro

Matthias Eickhoff
Bildatlas Ruhrgebiet
Dumont Reiseverlag, 2. Aufl. 2021
ISBN 978-3616012995
Preis: 11,50 Euro

Stand: 05.09.2021, 20:15