Auf dem Kanal in Richtung Beziers

Auf dem Kanal in Richtung Beziers

Weinmuseum in Ventenac

Das Château de Ventenac-en-Minervois dominiert den kleinen Ort. Direkt am Ufer des Kanals befindet sich der weithin sichtbare Weinkeller, ideal für Bootstouristen, die in unmittelbarer Nähe der Cave ihr Boot festmachen können. Im Weinkeller wird eine Führung durch das hauseigene Museum angeboten. Zu sehen gibt es Werkzeuge aus verschiedenen Jahrhunderten für den Weinanbau. Eine Anordnung von Flaschen mit eingefärbten Flüssigkeiten soll verdeutlichen, wie sich der Geschmack des Weins durch Äußerlichkeiten beeinflussen lässt. Die Weingutbesitzer haben eine Aktion zur Aufforstung der Kanalufer ins Leben gerufen. Vom Erlös eines bestimmten Weines geht jeweils ein Euro in ein Aufforstungsprogramm.

Tamina Kallert und zwei weitere Frauen in einem großen Ausstellungsraum mit historischen Arbeitsgeräten

Das Weingut besitzt ein Museum mit Werkzeugen aus verschiedenen Jahrhunderten für den Weinanbau.

Le Somail – ein Highlight am Kanal

Es ist nicht nur das schönste und romantischste, sondern auch das beliebteste Dörfchen am Kanal. Die alte Steinbrücke und die angrenzenden Häuser sind nahezu auf jeder Werbung für den Canal du Midi zu sehen. Alles steht unter Denkmalschutz. Von hier aus wurde im 17. Jahrhundert der Kanalbau überwacht, hier hatten Paul-Pierre Riquet und seine Bauleiter ihr Büro. Später war Le Somail Station für die Postschiffe, die zwischen Toulouse und dem Mittelmeer verkehrten.

Zwei Boote passieren eine schmale Brückendurchfahrt

Schön, romantisch und beliebt - der Ort Le Somail ist ein Höhepunkt der Kanalfahrt.

Im Ort gibt es mehrere Restaurants, in denen man direkt am Kanal die milden Sommerabende genießen kann. Auf einem alten Kahn befindet sich ein Tante-Emma-Laden, in dem es das Nötigste zu kaufen gibt. Neben der Brücke befindet sich ein historisches Eishaus - das einzige seiner Art am Kanal -, in dem man früher Eisblöcke lagerte.

Alter Flusskahn mit Holzschildern zum Angebot des Ladens

Im Tante-Emma-Laden auf einem alten Kahn erhält man das Nötigste.

In der Touristeninformation kann man einen Film über die Geschichte des Kanals anschauen. Marga Serrano, die hier arbeitet und deutsch spricht, weist die Besucher gerne auf eine der größten Attraktionen des Ortes hin: das Antiquariat von Nelly. Nelly‘s Eltern besaßen eine große Buchhandlung in Paris, und als sie einmal Urlaub am Canal du Midi machten, verliebte sich ihre Mutter in den Ort Le Somail. Obwohl ihre Freunde sie für verrückt erklärten, beschlossen sie vor mehr als 35 Jahren, den Sitz ihrer Buchhandlung in dieses kleine Dorf zu verlegen. Und es funktioniert bis heute.

Im Ort gibt es mehrere Chambres d’Hôtes, die vor allem bei den Fahrradtouristen sehr beliebt sind.

Trüffelsuche in Argeliers

Kurz hinter dem Abzweig zum Canal de Robin liegt, etwas abseits vom Kanal, das kleine Dorf Argeliers. Hier befinden sich einige Restaurants und Geschäfte, wo man sich mit Lebensmitteln eindecken kann. Ganz in der Nähe steht das Anwesen von Elena Anton-Marty: „Le Mas d’Antonin“. Sie bietet Ferienwohnungen an und hält in ihrem Atelier Trüffelseminare ab. Auf ihrem eigenen Gelände geht sie regelmäßig mit ihren Hunden auf Trüffelsuche.

Tamina Kallert und zwei weitere Frauen laufen mit einem Hund entlang eines Weinfeldes

Elena Anton-Marty (r) nimmt Tamina und ihre Freundin mit zur Trüffelsuche.

Capestang

Im kleinen Städtchen Capestang existieren gute Einkaufsmöglichkeiten und zahlreiche Restaurants. Die Touristeninformation befindet sich direkt am Anleger, wo auch die Strom- und Wasseranschlüsse vorhanden sind. Der Hafenmeister sitzt ebenfalls in dem Büro.

Im Ortskern erhebt sich die weithin sichtbare Klosterkirche St. Étienne aus dem 13. Jahrhundert. Sie sollte der Kathedrale von Narbonne gleichen, doch der Platz reichte nicht aus. Dennoch ist der Bau recht groß ausgefallen. Vom Dach der Kathedrale aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Ort und den Canal du Midi, aber auch auf die Cevennen und das Oppidum von Ensérune.

Blick von unten entlang den Mauern einer Kirche nach oben

Die Klosterkirche St. Étienne in Capestang stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Wenige Meter vom Anleger entfernt liegt das Schiff von Robert Monet am Kanalufer: die „Barque de Poste“, der Nachbau eines der ersten Kanalboote. Robert Monet war vor vielen Jahr mehr zufällig auf die Pläne eines historischen Postschiffs gestoßen. Er war vom ersten Moment an fasziniert und von dem Gedanken getrieben, solch ein Schiff nach den alten Plänen nachzubauen. Über viele Jahre werkelte er im Garten seines Hauses in den Cevennen - weitab vom Canal du Midi. Nach der Fertigstellung brachte er das Schiff nach Capestang an den Kanal. Robert Monet will damit den Menschen, die am Canal du Midi leben, die Tradition der historischen Kanalschiffe nahe bringen. An manchen Tagen unternimmt er Touren auf dem Kanal, Gäste sind willkommen.

Weitere Informationen im Internet

Autor: Per Schnell


Stand: 07.05.2017, 20:15