Abenteuerliche Abschnitte auf dem Kanal

Abenteuerliche Abschnitte auf dem Kanal

Der Tunnel von Malpas

Der Tunnel von Malpas ist 173 Meter lang, 6 Meter breit und 8,50 Meter hoch; er war der erste befahrbare Kanaltunnel in Europa. Während der Bauarbeiten gab es Schwierigkeiten, man war auf brüchiges Gestein gestoßen und hatte Zweifel, ob der Bau überhaupt gelingen würde. Der Premierminister ließ den Bau sofort stoppen, und die königliche Kommission sollte entscheiden, wie es weitergeht. Unbeeindruckt davon setzte Riquet die Bauarbeiten fort. Nach nur acht Tagen war der Tunnel vollendet.

Blick vom Boot in den Kanaltunnel

Der 173 Meter lange Tunnel von Malpas war der erste befahrbare Kanaltunnel Europas.

Bootstouristen können vor oder hinter dem Tunnel anlegen und einen Ausflug zum Oppidum von Ensérune unternehmen. Auf einem kleinen Hügel unweit des Tunnels befinden sich die Überreste eines antiken Dorfes. Im Museum selbst sind Keramikvasen und Grabbeigaben zu sehen.

Von der Anhöhe aus hat man einen Blick auf eine weitere Besonderheit, den Étang de Montady. Im 13. Jahrhundert wurde die ehemalige Mittelmeerlagune trockengelegt, in der man sternförmig Entwässerungsgräben zog. Noch heute lassen die Gräben und die dadurch entstandenen Parzellen das Gebiet wie eine Sonne erstrahlen.

Béziers und die Schleusentreppe von Fonserannes

Kurz vor Béziers endet der schleusenfreie Kanalabschnitt und zwar an einem technischen Meisterwerk von Pierre-Paul Riquet, der Schleusentreppe von Fonserannes. Sieben von den ursprünglich acht Kammern befördern die Schiffe auf einer Strecke von 300 Metern bis zu 21,50 Meter hinauf oder hinab. In den Sommermonaten kann es zu Wartezeiten kommen, die sich aber in Grenzen halten. Man sollte sich über die Schleusenzeiten informieren, denn es wird zweimal am Tag jeweils in nur eine Richtung geschleust. Und zwischen 12.30 Uhr und 13.30 Uhr ist Mittagspause, da läuft gar nichts.

Zwei Boote fahren  durch ein enges Schleusentor

Spannend ist die Durchfahrt der Schleusentreppe von Fonserannes.

Béziers ist der Geburtsort von Pierre-Paul Riquet, dem Erbauer des Kanals. Die Stadt im südwestlichen Languedoc hat 71.000 Einwohner. Über eine Kanalbrücke nähern wir uns mit Blick auf die Kathedrale St. Nazaire. Der Hafen ist großzügig angelegt und verfügt über Strom- und Wasseranschlüsse. Das Zentrum der Stadt befindet sich auf einem Hügel rund um die Allee Paul Riquet. Hier findet jeden Freitag ein großer Markt statt; dazu gehört auch ein Blumenmarkt, der bei Touristen sehr beliebt ist. Über die Allee gelangt man in die Altstadt mit ihren engen Gassen. Am Ende steht man vor der romanischen Kathedrale St. Nazaire, von deren Terrasse aus man einen weiten Blick über die Stadt und ihre fünf Brücken hat.

Blick über einen Fluss auf eine steinerne Bogenbrücke, im Hintergrund Stadt mit Kathedrale auf einem Hügel

Eine Kanalbrücke führt in die Stadt Beziers mit der Kathedrale St. Nazaire.

Weitere Informationen im Internet

Autor: Per Schnell


Stand: 07.05.2017, 20:15