Lindau, Bad Hindelang, Prinze Gumpe, der Maler Kilian Lipp, Burgruine Falkenstein, Neuschwanstein

Die Hafeneinfahrt von Lindau mit dem Leuchtturm und dem bayerischen Löwen

Lindau, Bad Hindelang, Prinze Gumpe, der Maler Kilian Lipp, Burgruine Falkenstein, Neuschwanstein

In Lindau am Bodensee beginnt die Alpenstraße. Hier steht übrigens der einzige Leuchtturm in Bayern. Im Kurort Bad Hindelang befindet sich die "Prinze Gumpe", ein Teich, um den der Kneipp-Kur-Garten angelegt wurde. Die Burgruine Falkenstein ist Deutschlands höchstgelegene Burgruine. Das "Märchenschloss" Neuschwanstein ist das berühmteste der Schlösser vom bayerischen König Ludwig II.

Die Hafeneinfahrt von Lindau gilt als die schönste am Bodensee: Links steht eine sechs Meter hohe Statur des bayerischen Löwen. Rechts ragt der Leuchtturm empor, übrigens der einzige in Bayern. Er ist 36 Meter hoch und hat einen Sockelumfang von 24 Metern. 139 Stufen führen auf eine Aussichtsplattform, von der man einen atemberaubenden Rundblick hat. Der Hafen und die malerische Altstadt liegen auf einer Insel im Bodensee und sind durch eine Seebrücke mit dem Festland verbunden. Rings um die Altstadt führt ein schöner Uferweg mit Aussicht auf die Alpen. Lindau ist schon lange eine reiche Stadt. Bereits im Mittelalter handelten die Bewohner mit den Österreichern, den Schwaben und den Schweizern. Der Freizeitwert der historischen Insel- und Gartenstadt ist hoch. Nahe der Seebrücke und in der Nähe des Eisenbahndamms kann man sich Tretboote leihen. Am See befinden sich mehrere alte Strandbäder mit Liegewiesen. Das Freibad am Lindenhof gibt es seit den 1950er-Jahren. Es erstreckt sich in einem Park aus dem 19. Jahrhundert, der zu einer Villa eines reichen Kaufmanns gehörte.

Bad Hindelang: Kneipp-Kur-Garten "Prinze Gumpe" und Hammerschmiede

Bad Hindelang ist der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde im Oberallgäu. Im Ortsteil Hinterstein liegt die "Prinze Gumpe", deren Name auf Prinzregent Luitpold zurückgeht, der Ende 19. Jahrhunderts hier angeblich gerne gebadet hat. Eine Gumpe ist ein natürlich entstandenes Wasserloch, das sich über lange Zeit ins Gestein gefräst hat. In Hinterstein ist es der Zipfelbach, der vom Berg direkt in den Teich fließt. 1998 wurde der Kneipp-Kur-Garten "Prinze Gumpe", zu dem neben dem Naturbad auch ein Wassertret- und ein Armbecken gehören, neu angelegt. Der Eintritt ist frei. Das Kneipp-Heilbad trägt das TÜV-Siegel "für Allergiker qualitätsgeprüfter Kurort".

Blick von oben auf einen runden Tümpel, in dessen Mitte Daniel Aßmann auf dem Rücken schwimmt

Daniel Aßmann nimmt ein Bad in der eiskalten Prinze Gumpe.

In Bad Oberdorf, einem Ortsteil von Bad Hindelang, sind heute noch drei Hammerschmieden in Betrieb. Seit über 500 Jahren laufen sie mit Wasserkraft. An der Außenseite erkennt man das große Wasserrad, das die schweren Hämmer, Schleifsteine und Blasebälge in Bewegung setzt. Die Schmiede nutzen inzwischen teilweise aber auch moderne, mit Strom angetriebene Hämmer. Franz Scholl in der Unteren Hammerschmiede stellt die Griffe für Gourmet-Eisenpfannen her, sein Bruder Albert in der Oberen Hammerschmiede die Pfannen für die Griffe. Die beiden Brüder sind sehr erfolgreich mit ihrem Handwerk.

Älteres Gebäude an einem Flusslauf

Eine von drei Hammerschmieden in Bad Oberdorf.

Der Maler Kilian Lipp und sein "Kunsthaus"

In Gailenberg, einem Ortsteil von Bad Hindelang, eröffnete Kilian Lipp 2008 sein "Kunsthaus". Das Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert, in dem der bekannte Allgäuer Maler lebt und arbeitet, hat er zusammen mit seiner Frau Annette aufwändig restauriert. In der ehemaligen Tenne wurde Platz geschaffen für das neue Atelier. Im Erdgeschoss, wo sich früher der Stall befand, sind jetzt die Ausstellungsräume. Teile des alten Wohntraktes wurden, um Raum zu gewinnen, behutsam umgestaltet und mit Panoramafenstern versehen. Für die besondere Mischung aus historischem Bau, moderner Architektur und Kunst wurde dem Künstler und seiner Frau zweimal ein Denkmalpreis verliehen.

Anne Willmes und Kilian Lipp im Atelier

Anne Willmes besucht den Künstler Kilian Lipp in seinem Atelier in Gailenberg.

Deutschlands höchstgelegene Burgruine

Die Burgruine Falkenstein liegt auf 1.277 Meter und ist Deutschlands höchstgelegene Burgruine. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein toller Rundblick auf die Allgäuer Alpen, das Alpenvorland und Schloss Neuschwanstein. Ein kleines Museum unterhalb der Ruine informiert über die Geschichte der Burg und die Vision von König Ludwig II., der hier ab 1883 plante, eine Raubritterburg zu errichten. Die wurde nie gebaut, bis auf eine Straße und eine Wasserleitung. Dort steht, wie auch zu Ludwigs Zeiten, bis heute die Ruine einer mittelalterlichen Burganlage. Der König ertrank vor Baubeginn 1886 im Starnberger See.

Blick über Burgruine Falkenberg auf weite Landschaft im Tal

Von der Ruine Falkenberg bietet sich ein toller Rundblick auf die Allgäuer Alpen.

Neuschwanstein

Schloss Neuschwanstein ist eine der bekanntesten und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und wird oft auch als Märchenschloss bezeichnet. Es steht oberhalb von Hohenschwangau bei Füssen im Allgäu und ist das berühmteste der Schlösser vom bayerischen König Ludwig II. Erbaut wurde es ab 1869, aber nach den Vorstellungen seines Erbauers wirklich nie fertiggestellt, denn es sollte noch pompöser und größer werden. Der König selbst lebte nur wenige Monate im Schloss. Das Schloss kann besichtigt werden und ist fast ganzjährig für Besucher geöffnet.

Schloss Neuschwanstein vor imposanter Bergkulisse

König Ludwig II. bewohnte das Schloss Neuschwanstein nur wenige Monate.

Lesetipps für das Allgäu

Walter Theil
Allgäu und Allgäuer Alpen. Wanderführer mit Karte. 60 Touren
Kompass-Karten, 2. Aufl. 2019
ISBN 978-3990443453
Preis: 14,99 Euro

Barbara Kettl-Römer, Elisabeth Schnurrer
ADAC Reiseführer Allgäu
Gräfe und Unzer, 2018
ISBN 978-3956894732
Preis: 9,90 Euro

Barbara Kettl-Römer
52 kleine & große Eskapaden im Allgäu. Ab nach draußen
DuMont Reiseverlag, 2020
ISBN 978-3616110066
Preis: 16,95 Euro

Lars Freudenthal, Annette Freudenthal
Leichte Wanderungen im Allgäu. 50 Touren zwischen Bodensee und Füssen
J.Berg Verlag, 2019
ISBN 978-3862464227
Preis: 15,99 Euro

RadRunde Allgäu. Die Runde in die schönsten Ecken. Mit Allgäu-Radweg und Iller-Radweg
Esterbauer, 4. akt. Aufl. 2020
ISBN 978-3850008204
Preis: 14,90 Euro

Stand: 30.05.2021, 20:15