Das unbekanntere Amsterdam

Das unbekanntere Amsterdam

Amsterdam ist wie eine riesige Überraschungsbox, in der man ständig etwas Neues findet und so auch nicht touristische Seiten der Stadt kennenlernen kann. Wir haben eine kleine Auswahl für Sie getroffen:

Foodtour durch De Pijp

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. So auch die Liebe zu einer Stadt. Das ist die Philosophie der kulinarischen Touren von Hungry Birds. Es gibt verschiedene Routen mit verschiedenen Schwerpunkten. Wir haben uns für die Tour entschieden, bei der es um die Streetfood-Kultur der Stadt geht. Das kulinarische Angebot ist mindestens so multikulturell wie die Bevölkerung. Sieben Stationen werden angelaufen, die meisten im Stadtteil De Pijp -früher ein Arbeiterviertel, heute ein angesagtes Wohnviertel abseits der touristischen Ströme. Aufgesucht werden familiengeführte Geschäfte, besondere Marktstände oder auch Privatpersonen. Hinter jeder Station verbirgt sich eine besondere Geschichte, oft eng mit der Kolonialherrschaft der Niederlange in Indonesien verbunden. Aufgesucht werden unter anderem ein indonesisches Spezialitätengeschäft, der Albert Cuyp Markt, der Hinterhof einer Köchin aus Java oder auch ein typisches Käsegeschäft. Am Ende der vierstündigen Tour sind die Teilnehmer, die meist von überall aus der Welt kommen, für den Rest des Tages pappsatt und haben Orte gesehen, an die sie sonst nie gekommen wären.

Zosia isst einen Matjes-Hering

Zosia von den Hungry Birds macht die Mutprobe - Matjes verschlingen

Ein Ausflug auf die NDSM Werft

Direkt hinter dem Bahnhof starten die kostenlosen Fähren auf die andere Seite des Flusses Ij. Bereits die knapp viertelstündige Überfahrt ist ein Erlebnis, denn es geht vorbei an moderner Architektur, die für ein neues Bild von Amsterdam sorgt. Ziel ist das NDSM Gelände in Amsterdam Noord. Die Werft der Niederländischen Dock- und Schiffbaugesellschaft war einst die drittgrößte der Welt. Bis in die 1980er-Jahre wurden Frachtschiffe und Tanker gebaut und repariert, dann ging die Werft pleite. Seit Ende der 90er zieht das riesige Areal Kreative an. In einer 20.000 Quadratmeter großen Werfthalle haben in der sogenannten Kunststad über 150 Künstler, Architekten, Webdesigner und andere Kreative ihre Ateliers und Werkstätten. Jeder kann herkommen und einen Blick hineinwerfen.

Andrea lässt sich von Pieter Post die Kunststad zeigen

Andrea lässt sich von Pieter Post die Kunststad zeigen.

Die Künstler haben den Grundstein für die neue Boomtown gelegt. Inzwischen zeigen Investoren Interesse an dem Areal und namhafte internationale Unternehmen haben hier ihren Firmensitz, sodass sich der einst wilde Charme schon verändert hat. Es gibt einen nagelneuen Yachthafen, teure Restaurants, ein noch teureres Hotel, das in einem alten Schiffskran untergebracht ist.

Ein Kran mit integrierten Zimmern

Kunst trifft Kommerz: In diesem Kran befindet sich ein Hotel mit 3 Zimmern.

Aber es gibt immer noch viel, das sich den rauen Charme der ersten Tage erhalten hat. An ein bis zwei Wochenenden im Monat findet ein riesiger Flohmarkt statt; die Veranstalter werben damit, der größte Europas zu sein. Im Sommer gibt es exzellente Musikfestivals mit Schwerpunkt auf elektronischer Musik. Beliebt ist im Sommer der künstlich aufgeschüttete Strand vor dem Restaurant Pllek, das aus alten Schiffscontainern zusammengebaut ist. Insgesamt ein inspirierender Ort, der zeigt, dass man in Amsterdam einiges anders macht.

Offene Gartentage in Amsterdam

Hinter Amsterdams Giebelhäusern verbergen sich oft kleine Gartenparadiese, die man in der Regel nicht zu Gesicht bekommt. Deswegen gibt es die offenen Gartentage Amsterdam, zu denen 25 zumeist private Gärten ihre Tore öffnen. Dann haben die Besucher die seltene Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu dürfen. Ganz unterschiedliche Gärten nehmen teil: Vom kleinen wilden Familiengarten bis hin zum repräsentativen Garten aus dem Goldenen Zeitalter ist alles dabei. Wer nicht während der Gartentage in Amsterdam ist, dem empfehlen wir einen Blick in den Garten des Van Loon Museums, der das ganze Jahr über geöffnet ist. Der Garten aus dem 17. Jahrhundert zeigt die Gartenkultur des Goldenen Zeitalters. Im Museum kann man in den kostbar ausgestatteten Räumen sehen, wie die reichen Kaufmannsfamilien damals lebten.

Gepflegte Gartenanlage

Weitere Informationen im Internet

Autorin: Carolin Wagner

Stand: 21.02.2016, 20:15