Brennpunkt Ebertplatz: Unort oder Kunstort?

Brennpunkt Ebertplatz: Unort oder Kunstort?

Schön war der Ebertplatz nie. Doch jetzt ist der Verkehrsknotenpunkt mitten in Köln in Verruf geraten. Seit dort im Oktober ein junger Afrikaner bei einer Messerstecherei getötet wurde, gilt der Platz als "Unort", an dem sich Dealer und Junkies tummeln. Die Klagen sind nicht neu. Viele Anwohner und Passanten machen schon lange einen Bogen um das Areal.

Andererseits ist der Ebertplatz auch ein "Kunstort", an dem vier Galerien angesiedelt sind. Sie beleben ihn auch nachts mit Vernissagen und Ausstellungen. Als die Stadt einer von ihnen kündigte, weil sie die Zugänge zur unteren Ebene zumauern wollte, regte sich lautstarker und prominenter Protest, u.a. vom Kölner Fotografen Boris Becker und der Sängerin Judith Holofernes. Mittlerweile ist die Kündigung vom Tisch. Köln aber debattiert weiter darüber, wie man den Platz gestalten soll und welche Rolle die Kunst dabei spielt.

Autorin: Cordula Echterhoff

Stand: 06.12.2017, 10:43