WDR 3 Jazzfest 2019

Julian & Roman Wasserfuhr mit dem Cellisten Jörg Brinkmann beim WDR 3 Jazzfest am 31.01.2019 im Bunkel Ulmenwall in Bielefeld

WDR 3 Jazzfest 2019

Im zweiten Teil der Berichterstattung vom fünften WDR 3 Jazzfest zeigen wir neben Live-Auftritten von Caecilie Norby „Sisters in Jazz“, Julian & Roman Wasserfuhr feat. Jörg Brinkmann, Kavpersaz, Phronesis & HR-Bigband, Hendrika Entzian & Big Band, Jens Düppe Quartet und Pollon Trio auch Interviews mit Caecilie Norby und Lisa Wulf.

Anfang des Jahres 2019 fand in Gütersloh zum fünften Mal das WDR 3 Jazzfest statt. Dort und in der Nachbarstadt Bielefeld gaben sich internationale Jazzmusiker und Jazzmusikerinnen an einem langen Wochenende ein Stelldichein und zeigten, wie man verschiedenste Stil- und Spielarten des Jazz frisch, lebendig und leidenschaftlich auf die Bühne(n) bringt. Der WDR Rockpalast hat ausgewählte Konzerte aufgezeichnet; en détail bringen wir am 21. März folgende Auftritte ins Fernsehen und natürlich auch in die Mediathek:

Mit ihrer Familie hat es Cæcilie Norby ganz gut getroffen. Die Mutter Opernsängerin, der Vater Komponist, förderten die Eltern der Dänin deren musikalische Entwicklung schon als Kind – unter anderem dadurch, indem sie ihre Tochter auf eine renommierte Gesangsschule schickten. Aus der elterlichen Starthilfe ist eine große Karriere erwachsen: Cæcilie Norby, die als erste Dänin ein Album auf dem „Blue Note“-Label veröffentlichte, ist heute mit ihren Entscheidungen so konsequent wie einst ihre Ursprungsfamilie. „Sisters in Jazz“ nennt sich die von ihr gegründete kreative Wahlverwandtschaft: sechs Frauen unterschiedlichen Alters aus ganz Europa, die Jazz so melodisch wie emotional interpretieren.  

Magisch leicht, leicht melancholisch und zugleich schwer melodisch – so definiert sich die Klangwelt, in der sich die Brüder Julian und Roman Wasserfuhr bewegen. Um ihr aktuelles Album auf die Bühne zu bringen, haben sich die Geschwister, so Pianist Roman Wasserfuhr, in Gestalt von Jörg Brinkmann „einen Cellisten angelacht“. Was, wenn man „Relaxin’ In Irland“ von Julian & Roman Wasseruhr feat. Jörg Brinkmann live aus Bielefeld hört, eine goldene Wahl war: warmer und weicher Modern Jazz, filigran interpretiert von Trompete, Klavier und Cello.  

Kavpersaz sind vier türkische Musiker, die alle in Nordrhein-Westfalen zu Hause sind. Die Musik des Quartetts, dargeboten mit Hirtenflöte, Langhalslaute, Rahmentrommel und Gitarre, speist sich aus der rhythmischen und melodischen Vielfalt türkischer, kurdischer und armenischer Volksweisen und ist mal hüpfend und heiter, mal meditativ und traurig. Kaspervaz kontrastieren die Musik des Orients und des Okzidents und entdecken in deren Gegensätzlichkeit beim Musizieren die Gemeinsamkeiten beider Welten.

Eigentlich kommen Phronesis auch zu dritt gut klar. Das britisch-skandinavische Trio spielt stilistisch variabel und tummelt sich angstfrei zwischen Gattungen und Genres. Flankiert von der HR Bigband, haben die drei Musiker ihrem improvisierenden Stil im Rahmen des WDR 3 Jazzfests eine Volumenkur verpasst. An der Seite des Radio-Jazzorchesters gilt: mehr Harmonien. Mehr Rhythmik. Und vor allem: mehr Klangfülle.

2018 hat Hendrika Entzian den WDR Jazzpreis in der Kategorie „Komposition“ gewonnen. Als Gewinnerin aus dem Vorjahr ist die Kölner Kontrabassistin 2019 erneut eingeladen und präsentiert ihr aktuelles Projekt. Bei diesem Projekt geht es darum, den dynamischen Modern Jazz ihres Quartetts in eine größere Dimension zu übertragen: Hendrika Entzian spielt ihren Sound mit einer Big Band – und hat eine klare Vorstellung davon, worauf es dabei ankommt: „Als Bandleaderin muss ich Entscheidungen treffen und zugleich das große Ganze im Auge behalten“.    

Jens Düppe, in Schwäbisch Gmünd geborener Schlagzeuger, ist beides: Anführer und Teamspieler. Leader ist er als erster Musiker seines Quartetts, mannschaftsdienlicher Musiker als Mitglied in zahlreichen lokalen und international agierenden Formationen. 2019 mit dem WDR Jazzpreis in der Kategorie „Improvisation“ ausgezeichnet, kann Jens Düppe mit seinem Trommeln und Becken Impulse von Solisten aufgreifen – oder aber selbst mit konkreten Beats den Takt vorgeben. Technik und Kreativität passen in einen Namen – den von Jens Düppe.

Drei Musiker, zwei wichtige Ziele. Erstens: Genregrenzen müssen ignoriert werden, das musikalische Material ist frei. Zweitens: Der Fluss der improvisatorischen Ideen soll ungehindert fließen, idealerweise emotional, ausdrucksstark und mitreißend. Dass Theresia Phillip, David Helm und Thomas Sauerborn dieses Ideal als Pollon Trio mit Saxofon, Klarinette, Bass und Schlagzeug gekonnt auf die Bühne bringen, zeigen sie bei ihrem Auftritt in Bielefeld im Bunker Ulmenwall. 

Neben den Live-Auftritten vom WDR 3 Jazzfest 2019 gibt es Interviews mit Cæcilie Norby und Lisa Wulf zu sehen.

   

Stand: 28.02.2019, 12:08

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