Unser Programm im Juni

Stand: 11.06.2022, 15:39 Uhr

Im Juni gibt es bei WDR.DOK viel Unbekanntes zu entdecken: Wie das kleine Örtchen Elten bei Emmerich nach dem Zweiten Weltkrieg 14 Jahre lang niederländisch war; wie Schmuggler und der Zoll in der Eifel und am Niederrhein jahrelang Katz und Maus spielten; und wie sich Jugend-Erinnerungen plötzlich als ein Irrtum herausstellen.

Sommerfahrt – Zeit heilt keine Wunden

Dia-Foto zeigt eine Gruppe junger Leute neben einem Reisebus sitzend

In den 80er Jahren war Gereon Wetzel Mitglied einer Pfadfindergruppe in Bonn, die zum Aloisiuskolleg gehörte, einem jesuitischen Elitegymnasium. Für ihn eine Zeit, an die er gerne zurückdenkt. Bis 2011 ein Schatten über diese Zeit fällt: Wie in anderen Klöstern, Internaten und sozialen Einrichtungen auch, soll es dort sexuelle Übergriffe gegeben haben.
30 Jahre nach ihrer Sommerfahrt in die Osttürkei trifft Gereon Wetzel, inzwischen Filmemacher, seine alten Weggefährt:innen wieder. Er möchte wissen, wie es möglich war, dass inmitten ihrer engen Gemeinschaft unbemerkt mutmaßlich sexuelle Gewalt ausgeübt werden konnte? Der Film wird zu einem persönlichen, differenzierten Dialog, der die unterschiedlichen Erinnerungen, die Strukturen und Systeme von psychischem und sexuellem Missbrauch verhandelt. 
Ein Film von Gereon Wetzel | Redaktion: Jutta Krug

Spielball der Weltpolitik – Als Elten niederländisch wurde

Spielszene: Ein niederländischer Soldat befestigt eine Bekanntmachung an einer Wand

Ein unbekanntes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte: Am 23. April 1949 besetzte das Königreich der Niederlande deutsches Staatsgebiet als Pfand für geforderte Kriegsentschädigungen. Dazu gehörte auch die Gemeinde Elten am Niederrhein. 14 Jahre lang stand das legendäre Schmugglerdorf unter niederländischer Verwaltung. Anfangs hatten die Bürger Angst vor der Rache der Besatzer. Doch die niederländische Verwaltung baute das Städtchen vorbildlich auf, es kam zu einem Wirtschaftswunder, von dem heute noch viele Eltener Zeitzeugen schwärmen.
Als am 1. August 1963 für das Dorf die Besatzung endete, landeten dubiose Geschäftsleute mit Hilfe der Eltener einen besonderen Coup: In der sogenannten "Butternacht" gelangten durch die Grenzverschiebung tausende Tonnen von Kaffee, Getreide, Geflügel und vor allem Butter unverzollt in die BRD. Bisher unveröffentlichte Amateurfilme von der größten Schmuggel-Aktion in der Geschichte der Bundesrepublik geben der Dokumentation ihren ganz besonderen Reiz.
Ein Film von Dietrich Duppel | Redaktion: Thomas Kamp

Auf den Spuren der Schmuggler

Schild Hubertus Kirche Sankt Mokka steht in einem grünen busch hinter der Kirchenmauer.

Schmuggler gegen Zöllner – in den Nachkriegsjahren war nicht nur Kaffee bei uns viel teuerer als in Belgien oder den Niederlanden. Um zu überleben, wurde daher in vielen Grenzdörfer der Eifel und am Niederrhein neben Kaffee alles Mögliche geschmuggelt: Tee, Schokolade, Zigaretten. Die Polizei und der Zoll waren den Schmugglern ständig auf der Spur, doch die ließen sich immer wieder neue Tricks einfallen.
Ein Film von Lothar Schröder | Redaktion: Thomas Kamp und Monika Pohl

Die Liebe des Hans Albers

Spielfilmausschnitt: Eine Mann und eine Frau stehen sich umarmend an einem See

"Der blonde Hans": Hans Albers, Schauspieler, Sänger, Idol der Deutschen - und Liebling der Nazis. Seine große Liebe, Hansi Burg, flieht 1938 vor dem Antisemitismus nach London. Albers aber bleibt in Deutschland. Filmt weiter. 1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs, treffen sie sich wieder: Hansi Burg kehrt zurück in das Land der Mörder ihrer Eltern, sucht Hans Albers in dessen Villa am Starnberger See auf. Es kommt zu einer spannungsgeladenen Aussprache – ein Tag und eine Nacht lang, in der der Hans sich unbequemen Fragen und noch unbequemeren Wahrheiten stellen muss. Indem die Geschichte konsequent aus der Perspektive seiner großen Liebe erzählt wird, entsteht ein kaum bekannter Blick auf den Menschen Albers.
Ein Film von Carsten Gutschmid | Redaktion WDR: Christiane Hinz

Der schwangere Mann

Ein Mann hält ein Baby im Arm

Freddy ist 30 Jahre alt und Trans*mann. Sein größter Wunsch ist es, eine Familie zu gründen und sein eigenes Kind auf die Welt zu bringen. Doch schnell wird er mit äußeren Vorstellungen von Geschlechterzuschreibungen und Körperkonzepten konfrontiert. Freddy muss sich als schwulen, schwangeren Vater selbst entwerfen. Mit Mut und Leidenschaft entscheidet er sich für die Schwangerschaft und all ihre Herausforderungen. Die Filmemacherin Janie Finlay begleitet Freddy über den gesamten Prozess. Dabei ist ihr ein intimer und poetischer Film gelungen – über Familie, Schwangerschaft, Geburt und Identität.
Ein Dokumentarfilm von Janie Finlay | Redaktion: Jutta Krug

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