Yoga in Indien – Unterwegs mit Esther Schweins

Esther Schweins steht am Ufer eines Flusses

Yoga in Indien – Unterwegs mit Esther Schweins

Seit ihrem 12. Lebensjahr praktiziert Esther Schweins Yoga. In der fünfteiligen Reihe reist sie durch Indien, um zu erfahren, wie die Menschen dort Yoga leben und um mehr über die Wurzeln dieser ganzheitlichen Philosophie zu erfahren.

Folge 1: Delhi

Esther Schweins' Reise im Geburtsland des Yoga beginnt in Delhi im Norden Indiens. Hier ist der Widerspruch Programm. Spiritualität trifft auf Kapitalismus, Reich auf Arm, Tradition auf Zukunft. Doch es gibt eine Konstante.

Denn die fast 19 Millionen Einwohner der indischen Hauptstadt eint wohl am ehesten die uralte Philosophie des Yoga – fast schon ein Volkssport im Vielvölkerstaat Indien.

Doch was bedeutet Yoga heute in Indiens Hauptstadt Delhi? Antworten sucht Esther Schweins bei einem meditierenden Fernsehjournalisten, der indischen Yoga-Bloggerin Garima Bhandari und in einem der ältesten Ashrams der Stadt. Und dann gibt es da immer noch den ganz besonderen Lehrer: Sushant Shrivastava. Der unterrichtet das so genannte Lach-Yoga, das seine ganz eigenen Regeln hat.

 Folge 2: Varanasi - Yoga und Religion

Gläubige baden abends im Fluss

Von Delhi aus geht es in den nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh, in die wohl heiligste Stadt des Hinduismus, Varanasi – "die Heilige", wie die Hindus sie nennen. Nach der morgendlichen Yoga-Übung zur Begrüßung der Sonne begleitet Esther Schweins Hindu-Pilger, die kommen, um im heiligen Wasser des Ganges zu baden. Aber auch unzählige Tempel zeugen von der großen spirituellen Bedeutung Varanasis, der angeblich ältesten Stadt Indiens. Im Goraksha-Tempel etwa bringt Esther Schweins zusammen mit den Gläubigen Opfer dar und führt hitzige Zwiegespräche mit den hinduistischen Lehrmeistern.

Vor der prächtigen Kulisse Varanasis zeichnet Esther Schweins auf ihrer Suche nach Erleuchtung ein komplexes Bild der Stadt und ihrer Bewohner. Denn die Stadt ist ein Paradoxon. Eine mystische Stadt, die nichts verbirgt: nicht den Dreck, nicht den Tod, nicht das Leid, aber vor allem nicht die Freude. In Varanasi ist das alles Yoga!

Folge 3: Rishikesh - Supermarkt der Spiritualität

Esther Schweins bekommt von einem Jungen ein Symbol auf die Stirn gezeichnet

Von Varanasi aus macht sich Esther Schweins auf den Weg nach Rishikesh im Norden Indiens. Direkt am Fuße des Himalaya gelegen, ist es auch als das Mekka des Yoga bekannt. Hier besucht sie den Parmath Niketan, den größten der unzähligen Ashrams der Yoga-Metropole Rishikesh, und wird vom Guru Swami Chidanand Saraswati zu einer Audienz empfangen.

Doch Esther Schweins ist nicht die einzige Suchende aus dem Westen: Tausende Touristen besuchen Rishikesh täglich während der Hauptsaison, jedes Jahr lassen sich hier bis zu 15.000 Interessierte zu Yogalehrern ausbilden. In den Bergen des Himalaya sieht man es deutlich: Yoga ist mittlerweile ein milliardenschweres globales Business geworden. Und wenn man den modernen Yogis glauben darf, liegt das auch an einer weltbekannten Popgruppe aus dem britischen Liverpool: den Beatles. Auch die suchten Ende der 60er Jahre in Rishikesh die Abkehr vom Ruhm und immerwährende Erleuchtung.

Folge 4: Coimbatore - Gesundheit von Geist und Körper

Junge Mädchen üben Yoga-Positionen

In dieser Folge zieht es Esther Schweins in den Ashram der berühmten Isha Foundation in der Nähe der südindischen Stadt Coimbatore. Hier begegnet sie hinduistischen Nonnen, Mönchen und Yogis, die Mantras singen und beten. Genau wie diese ist Esther Schweins in Südindien auf der Suche nach Selbsttransformation und Erleuchtung – durch Yoga. Sie ist eine unter Tausenden, die jedes Jahr hierher kommen, um Sinn und Frieden zu finden. Darunter sind nicht nur Menschen aus dem Westen, sondern mittlerweile auch viele Inder.

Entwickelt wurden die Lehren des Ashrams vom indischen Guru Jaggi Vasudev, den alle Sadghuru nennen. Der Mystiker und Yogi ist der spirituelle Führer der Isha Foundation, allein in Indien hat er etwa fünf Millionen Anhänger. Elementarer Bestandteil der traditionellen indischen Wissenschaften ist aber nicht nur Yoga - sondern auch Ayurveda, die Wissenschaft vom langen Leben. Und auch dessen mystische Geheimnisse werden hier an die Yogis - und Esther Schweins - weitergegeben.

Folge 5: Auroville - Alles Leben ist Yoga

Eine Frau steht mit dem Rücken zur Kamera in einer Yoga-Haltung am Strand, im Hintergrund das Meer

Der letzte Teil der Reise führt sie nach Auroville, direkt am Golf von Bengalen im Süden Indiens. Dort versucht eine internationale Gemeinschaft seit den 1960er Jahren, die perfekte Gesellschaft aufzubauen. Etwa 2.500 Menschen aus 50 Nationen leben hier. Eine Gemeinschaft, die ganz ohne Armut und ohne Egoismus auskommen will. Statt Kapitalismus und Neid gibt es mitten im südindischen Dschungel nur Ruhe, transzendentale Meditation, Klangtherapie und die tägliche Farmarbeit zur Selbstversorgung. Hier lernt Esther Schweins auch, warum Yoga eine der zugrundeliegenden Philosophien dieser Traumstadt ist und was das mit Kalaripayattu, der wohl ältesten Kampfkunst der Welt, zu tun hat.

Ein riesiges kugelförmiges Gebäude aus der Luft fotografiert

Im Tempel Matrimandir, dem Zentrum der Stadtutopie, findet Esther Schweins am Ende ihrer Reise endlich Zeit für Klarheit, Zeit für Meditation und Yoga. "Wenn ich nichts weiß, dann bin ich bereit zu lernen", hat die Gründerin von Auroville vor Jahrzehnten gesagt. Beim Yoga geht es darum, ein Leben lang zu lernen.


Eine Reihe von Jobst Knigge
Redaktion: Adrian Lehnigk

Stand: 16.02.2021, 12:59

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