Schalom und Alaaf

Schalom und Alaaf WDR.DOK 10.02.2021 29:25 Min. UT Verfügbar bis 10.02.2026 WDR Von Nina Koshofer, Allon Sander

Schalom und Alaaf

In Köln wird 2017 ein Kleinstkarnevalsverein gegründet. Scheinbar eine Alltäglichkeit – tatsächlich aber sind die "Kölsche Kippa Köpp" der erste registrierte jüdische Karnevalsverein Kölns - und weltweit einzigartig.

Die "Kippa Köpp" haben ein Vorbild: Schon in den 1920er Jahren gab es närrische Kölner Juden und ihren "Kleinen Kölner Klub". Der jüdische Verein lud Karnevalsgrößen wie Willi Ostermann und Karl Küpper zu seinen Sitzungen und war unverzichtbar in Kölns "fünfter Jahreszeit".

Die Band Brings beim steht im Studio

"Schalom, Alaaf": Peter Brings wünscht sich, dass sein Song schon bald zum Kölner Karneval gehört.

Nun hat der Kölner Musiker Rolly Brings mit "Schalom, Alaaf" den Kölsche Kippa Köpp sogar extra ein Lied gewidmet. Er möchte zeigen, dass die Juden nicht allein sind. Und hofft, dass das Lied irgendwann zum Repertoire gehört – dass es normal wird, im Karneval "Shalom und Alaaf" zu singen. In der Dokumentation spielt die Band "Brings" den Song zum ersten Mal ein.

Mitinitiiert wurde die Vereinsgründung von Christoph Kuckelkorn, dem Präsidenten des Festkomitees des Kölner Karnevals. Für ihn ist der Kölner Karneval ein Abbild der Gesellschaft, in dem ein kleiner Teil fehlte, der vor dem Krieg sehr präsent war – der jüdische Karneval.

Zwei Männer sitzen an einem Tisch und sehen sich Fotos und Unterlagen an

Geschichte: Die Gründungsmitglieder Volker Scholz-Goldenberg und Aaron Knappstein forschen auch nach den jüdischen Wurzeln im Kölner Karneval.

Der Film begleitet die Vorstandsmitglieder Aaron Knappstein und Volker Scholz-Goldenberg bei ihrer Recherche zu den Ursprüngen der jüdischen Jecken in Köln, über das "närrische Treiben" der leidenschaftlichen Karnevalisten und Kölner, aber auch über ihre bewegenden Schicksale.

Der Kölner Rabbiner Yechiel Brukner schaut im Film aus seiner Sicht auf den Karneval. Und Gerhard Küpper, Sohn des berühmten Kölner Karnevalisten Karl Küpper, berichtet aus den Erinnerungen seines Vaters.

Erzählt wird von Juden und Karneval heute und in der Vergangenheit, von den verbindenden Elemente zwischen jüdischer Kultur und dem Kölner Karneval - und damit von einem weitgehend unbekannten Kapitel jüdischen Lebens in Deutschland.

Ein Film von Nina Koshofer und Allon Sander
Redaktion: Mathias Werth

Stand: 29.01.2021, 15:48

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